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Hype-App trifft Listicle-König: Whisper paktiert mit BuzzFeed

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Viral-Allianz par excellence: Das hochgewettete Start-up Whisper, auf dem Nutzer sich anonym mitteilen können, verbündet sich mit der Mutter des Katzencontents – BuzzFeed. Sinn der Kooperation zwischen der Hype-App und dem Listicle-König: Mehr Reichweite dank schrägen Beichten.

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Alles ist öffentlich und alle lesen mit? Im Social Media-Zeitalter anno 2014 muss man davon ausgehen – doch der Mitteilsamkeit hat es keinen Abbruch getan: sie findet nur anderswo statt. Auf Selbstzerstörer-Apps wie Snapchat etwa – oder in anonymem Netzwerken wie Secret oder Whisper, in denen die Nutzeridentität nicht namentlich preisgeben wird, was zu seltsam ehrlichen Bekenntnissen anregt.

„Ich möchte mehr als nur Freundschaft“, lautet etwa eine anonyme Botschaft aus dem dänischen Sjælland zu einem engumschlugenes Paar. „Ich möchte eine Online–Freundin. Ich brauche das intensive Gefühl, geliebt zu werden. Ich bin männlich“, lautet eine andere Beichte . „Als Lehrer sollte ich keine Lieblingsschüler haben, aber ich hab sie trotzdem“, ein weiteres Bekenntnis.

Whisper bei Buzzfeed: Endloser Nachschub von authentischem Katzencontent

Man kann die Whisper-Botschaften teilen, herzen, kommentieren oder der/dem Unbekannten eine Direktnachricht schicken – Whisper funktioniert also wie ein Social Network ohne Identität. Dass die entstandenen Poesie-Album-Sprüche eigentlich viel zu schade sind, um am Ende anonym zu bleiben, hat das Viral-Portal BuzzFeed erkannt und nun mit Whisper eine Partnerschaft geschlossen, wie Mashable berichtet. Ergebnis: Schier endloser Nachschub an authentischem Katzencontent wie in dem Bilderbuch-Listicle „19 brutalehrliche Lehrerbeichten“ nachzulesen.  

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Pikante Personalie am Rande der neuen Content-Partnerschaft zwischen Buzzfeed und Whisper: Dem neuen Hype-Start-up gelang Anfang des Jahres die aufsehenerregende Verpflichtung von Neetzan Zimmerman als Chefredakteur. Neetzan Zimmerman? Sorgte im vergangenen Jahr durch seine Fähigkeit, beim Klatschportal Gawker für einen Viral-Hit nach dem anderen zu sorgen, für einige Schlagzeilen.

Digitales Beichten ist plötzlich ein 200-Millionen-Dollar-Geschäft

Was der Journalist als Chefredakteur bei einer App ohne journalistische Inhalte will – unklar. Vielleicht einfach seinen früheren Gawker-Chef Nick Denton ärgern, der wiederum BuzzFeed beim Kampf um die Viralvormacht im Social Web in tiefer Abneigung verbunden ist.  „Es ist ein bedeutsamer Kampf, denn Gawker und BuzzFeed repräsentieren zwei sehr unterschiedliche Kräfte, die um die Seele des Internet kämpfen“, jazzte Gawker-Boss Denton, der BuzzFeed jüngst als „sinnlos“ bezeichnete, das Duell hoch.      

Whisper erfreut sich im Silicon Valley steigender Beliebtheit: Erst vor zwei Wochen investierten die Wagnisfinanzierer Shasta Ventures und Thrive Capital zusammen mit Tencent 30 Millionen Dollar auf Basis seiner 200 Millionen Dollar schweren Bewertung in das 2012 von Michael Heyward gegründete Start-up. Digitales Beichten ist plötzlich ein Millionengeschäft geworden.

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