Anzeige

Spott und Protest für Erdogans löchrige Twitter-Blockade in der Türkei

erdogan.jpg

Dass die türkische Regierung offenbar den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter in der Türkei blockiert, hat für einen Proteststurm und reichlich Spott im Netz gesorgt. Der türkische Regierungschef Erdogan hatte erst vor kurzem angekündigt, "Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen." Nun ließ er laut der türkischen Zeitung Hürriyet Taten folgen. Allerdings erweist sich die Twitter-Blockade als komplett sinnlos.

Anzeige
Anzeige

Im Internet kursieren bereits zahlreiche Anleitungen, wie man die Blockade einfach umgehen kann. Twitter selbst erklärte, dass man die Sache prüfe. Unter dem Account @policy verbreitete das US-Unternehmen seinerseits aber auch den Hinweis, wie man in der Türkei via SMS weitertwittern kann. Offenbar umgehen selbst Politiker aus Erdogans Partei AKP die Twitter-Blockade ihres Chefs.

Erdogan hatte sich in der Vergangenheit vor allem darüber erregt, dass Telefon-Mitschnitte von ihm im Internet veröffentlicht wurden, die ihn in die Nähe von korrupten Vorgängen stellen. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolou zitiert Erdogan mit den Worten „Das Eindringen ins Privatleben oder das Ausspionieren von Staatsgeheimnissen durch soziale Netzwerke ist von der Meinungsfreiheit nicht gedeckt. Das werden wir nicht erlauben, wir werden rasch Verbotsmaßnahmen ergreifen.“ Was dazu die internationale Gemeinschaft sage, interessiere ihn „überhaupt nicht“.

Erdogan hatte auch schon eimal mit einem Verbot von Facebook und YouTube gedroht. Auf Twitter selbst rollt nun eine gewaltige Protest- und Spottwelle über Erdogan hinweg. Der Hashtag, unter dem die Tweets gesammelt werden, lautet #twitterisblockedinturkey. Twitter hat in der Türkei rund zehn Millionen Nutzer.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige