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Carl Icahn fordert von eBay nur noch 20-Prozent-Börsengang von Paypal

Carl Icahn
Carl Icahn

Nächste Runde im Infight des unbequemen Großinvestors Carl Icahn mit Online-Pionier eBay. Der „wichtigste Investor Amerikas“ (Time Magazin) hat seine Forderungen nach einem Spin-Off der Bezahltochter Paypal in einem neuen offenen Brief konkretisiert. Zunächst nur 20 Prozent von Paypal solle eBay an die Börse bringen, fordert Icahn. eBay wertet die reduzierte Forderung als Erfolg.

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Der “Master of the Universe“ (Time Magazin) Icahn macht einen Schritt zurück: Wie schon bei Apple vor wenigen Monaten schraubt Carl Icahn seine aggressiv formulierten Forderungen nun auch gegenüber dem eBay-Management herunter. Statt einer totalen Abspaltung der Bezahltochter Paypal vom Mutterkonzern hat der 78-Jährige in seinem neusten offenen Brief an das eBay-Management und die Aktionäre einen Teil-Börsengang gefordert, bei dem lediglich 20 Prozent von Paypal am Kapitalmarkt platziert werde würde.

Auf diese Weise behielte der Online-Auktionator weiter die Kontrolle über das Unternehmen, während der Wert des Unternehmens an den Aktienmärkten gestärkt und es möglich werde, „einen Weltklasse-Aufsichtsrat“ aufzustellen.

„Wir sind froh, dass Herr Icahn jetzt mit uns einer Meinung zu sein scheint“
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Ursprünglich hatte Icahn, der seit Anfang des Jahres in eBay investiert ist und sich zuletzt heftige Scharmützel mit dem Vorstand und Aufsichtsrat geliefert hatte, die sofortige, totale Abspaltung der wachstumstärkeren Tochter gefordert. Icahn warnt davor, dass Paypal den Herausforderungen von Apple, Google und Visa als Teil des eBay-Konglomerats möglicherweise nicht gewachsen sein könnte.

Nun die halbe Rolle rückwärts: Wenn Paypal nur zu einem Fünftel am Kapitalmarkt platziert werden würde, könnte die Mehrheit entsprechend beim Online-Pionier bleiben, was das eBay-Management umgehend in Jubelstürme versetzte. „Wir sind froh, dass Herr Icahn jetzt mit uns einer Meinung zu sein scheint, dass eine vollständige Trennung von Paypal keine gute Idee ist“, schreibt eBay in einer Stellungnahme und gibt zu, über einen Teil-Börsengang Paypals selbst nachgedacht, diesen dann aber verworfen zu haben.

Doch CEO John Donahoe, der vor einer Woche von Icahn noch mit harten Schmähungen überzogen wurde („entweder er schläft oder, schlimmer, ist naiv und einfach blind“), sollte sich nicht zu früh freuen – der Aktionärsaktivist kann auf eine lange Historie erbitterter Auseinandersetzungen mit Vorstandschefs zurückblicken.

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