Anzeige

Opel-Interview: Presserat prüft Schleichwerbevorwürfe gegen Gala

Gala-Chefredakteur Christian Krug
Gala-Chefredakteur Christian Krug

Aus dem Lackschaden in der glänzenden Gala-Karosserie wird so langsam eine hässliche Beule: Nach den Schleichwerbevorwürfen gegen das People-Magazin schaltet sich jetzt der Presserat ein. Gegenüber MEEDIA bestätigten die Medienwächter den Eingang einer ersten Beschwerde. Jetzt muss der Presserat ein Prüfverfahren einleiten.

Anzeige
Anzeige

Stein des Anstoßes ist ein Interview, das die Gala mit den Schauspielerinnen Nadja Uhl und Karoline Herfurth führte. Beide sind Teil der neuen Opel-Werbekampagne, beide äußern sich in dem Gespräch ausführlich und sehr positiv über den Autobauer.

Das Interview machte allerdings zu keinem Zeitpunkt einen Hehl aus dem Umstand, dass es dabei auch um Opel geht. So heißt es direkt im Teaser: “Nadja Uhl und Karoline Herfurth gehören zu unseren Top-Stars in Film und Fernsehen – jetzt spielen sie in einer aufsehenerregenden Werbekampagne”.

Gegenüber dem Tagesspiegel verteidigt Gala-Chefredakteur Christian Krug die redaktionelle Entscheidung, die Geschichte zu drucken. “Es handelt sich natürlich nicht um Schleichwerbung, weil wir schon im ersten Absatz den Lesern erklären, dass der Anlass des Gesprächs mit den beiden Schauspielerinnen ihr ungewöhnliches Engagement für einen Autohersteller ist.” Der Blattmacher sieht das Interview als Versuch, den Leser darüber aufzuklären, “warum die Schauspielerinnen bei dieser Kampagne mitwirken. Denn das wird sich der ein oder andere Leser von uns gefragt haben. Wir geben Antworten auf diese Frage.”

Anzeige

Ebenfalls gegenüber der Tageszeitung äußerten sich die Medienwächter sehr kritisch. „Wenn Prominente für ein Produkt werben, darf darüber durchaus berichtet werden. Problematisch ist es allerdings, wenn sie ausgiebig über die Produktpalette schwärmen dürfen, für die sie selbst werben“, zitiert der Tagesspiegel die Sprecherin der Medienwächter, Edda Kremer. Weiter heißt es, dass das Interview „sehr kritikwürdig“ sei und möglicherweise gegen das Gebot der Trennung von Redaktion und Werbung (Ziffer 7 des Pressekodex) verstoße.

Bis zu einer Rüge oder anderen Konsequenzen durch den Presserat ist es allerdings noch ein weiter Weg. Denn nach der ersten Beschwerde müssen sich noch einige weitere interne Prüfstationen mit dem Fall beschäftigen, bis das Interview vor einem der beiden
Beschwerdeausschüsse landet.

Jetzt steht erst einmal eine Vorprüfung an. Die großen Ausschüsse, die auch tatsächlich eine Rüge aussprechen dürfen, tagen erst am 28. Mai bzw. 3. Juni wieder.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige