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Facebook hilft TV-Sendern, die eigenen Datenmassen zu visualisieren

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Längst kommentieren die Nutzer auf Facebook ausgiebig fast jedes TV-Event. Seit einiger Zeit ist es für Unternehmen möglich, diese Daten gefiltert auszuwerten und aufzubereiten. Nun hat das Social Network ein Programm gestartet, das es Sendern noch einfacher machen soll, die Massen an Daten für das eigene Programm in Echtzeit zu visualisieren.

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Facebook hat ein Programm namens Public Content Solutions, kurz PCS, ins Leben gerufen. Was erst einmal recht unspannend klingt, dürfte in den kommenden Wochen und Monaten die Art und Weise verändern, wie Medien Daten aus dem Social Network Nummer eins aufbereiten. Mehr noch: Sender und Medienschaffende können anhand der Daten besser nachvollziehen, wie sie ihre Zielgruppe stärker an das eigene Produkte bzw. die Marke binden können.

In dem neuen Bereich von Facebooks Developer-Programm gibt das Social Network Zugriff auf die entsprechenden Schnittstellen, die Unternehmen für die Analyse des Social Graphs für ihre Zwecke nutzen können. Über die “Public Feed API” bekommen Unternehmen Zugriff auf Inhalte, die Nutzer in ihren News Feeds gepostet haben. Eine ähnliche Schnitstelle exisitiert auch für Bilder und Videos, die auf Instagram gepostet werden. Darüber hinaus bekommen Unternehmen im PCS einen Einblick in zuvor festgelegte Keywords und Filter – vergleichbar mit Google Analytics für Webseiten.

Live-Quoten via Facebook denkbar

Und warum das Ganze? Social Networks sind längst zum digitalen Lagerfeuer bei TV-Events geworden. Jeden Sonntag kommentiert die Netzgemeinde auf Twitter und Facebook den aktuellen “Tatort”. Doch während Twitter mit seinem ungefilterten Newsfeed dafür sorgt, dass die Kommunikation kurz nach dem Ende des Krimis abbricht, laufen Diskussionen auf Facebook zum Thema noch tagelang weiter. Das liegt unter anderem an den Algorithmen des News Feeds, die Beiträge mit hoher Teilnahme als besonders wichtig sehr weit oben einordnen.

Zu diesem Ergebnis kam auch die Studie des Social-Media-Analysten SecondSync. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Untersuchung:

1. Die meisten TV-bezogenen Inhalte werden während deren Ausstrahlung auf Facebook gepostet.
2. Bis zu einem Viertel der Zuschauer posten auf Facebook über TV-Shows, die sie gerade sehen.
3. Der Umfang der Unterhaltungen über TV-Sendungen korrespondiert mit der breiten Reichweite von Facebook.
4. Facebook-Posts sind der Katalysator für TV-bezogene Unterhaltungen, die dann mit Kommentaren über den Sendeschluss hinaus geführt werden.
5. 80 Prozent der TV-bezogenen Unterhaltungen werden mit mobilen Geräten geführt.

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Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen konnte mit dieser Studie belegt werden, dass TV-bezogene Interaktionen auf Facebook in Echtzeit geführt werden und auch im Nachklang noch nahlaten. Das macht Facebook künftig nicht nur attraktiv für die Auswertung umfassender Quotenanalysen. Auch in puncto Programmplanung, Werbung und Zielgruppenansprache eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Facebook entwickelt sich zum Inhalteanbieter

Mehrere Studien belegen: Social Media und TV – das funktioniert. Laut IP Deutschland hat die Second-Screen-Nutzung einen positiven Effekt auf die Werbewirkung. In Verbindung mit Social Networks ensteht ein gemeinsames Fernseherlebnis, das Nutzern 1,3 Mal stärker im Gedächtnis bleibt.

Doch zurück zu Facebooks PCS-Programm: Eben weil Social Media, allen voran Facebook als größtes Netzwerk, für Medienunternehmen immer wichtiger wird, hat das Unternehmen das Projekt ins Leben gerufen. Bislang arbeiten TV Sender auch hierzulande mit wenigen internationalen Anbietern zusammen, die sich auf die visuelle Aufbereitung von Daten aus Facebook für Medienunternehmen spezialisiert haben, darunter Anbieter wie Vizrt und Never.no. Diese Firmen bereiten bislang auf Wunsch Daten aus Facebook Social Graph für TV-Sender auf und geben damit die Möglichkeit, fast in Echtzeit ein Stimmungsbild aus den sozialen Medien für Events wie Wahlen oder Casting-Shows zu liefern. Derzeit ist der Kreis der sogenannten “Preferred Partner” noch relativ überschaubar. Mit dem offiziellen Start des PCS-Programms verspricht sich Facebook mehr Input.

Denn schon längst ist das Social Network auch zum Inhaltelieferanten gewachsen. Mit “Paper” bietet Facebook in den USA bereits eine eigene Lese-App für News und Hintergründiges an. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi versorgte das Unternehmen bereits die BBC, ARD und ZDF mit Informationen von Athleten und Teams. Mit dem Start seiner Public Content Solutions erweitert Facebook nun sein Repertoire.

Es wird spannend sein zu beobachten, wie die Sender mit der Möglichkeit umgehen werden. Bislang ist vor allem Twitter mit entsprechenden Hashtags und Aufrufen zur Teilnahme vertreten. Facebook dürfte mit seiner breiten Nutzerstruktur und starken Verbreitung in Deutschland umso interessanter sein für Medienmacher. Spätestens zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien können Sender dann mit einer Masse an auswertbaren Daten rechnen.

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