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Apple-Designer Ive lästert über Rivalen aus Fernost

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Wie lange ist Jony Ive noch für Apples Design verantwortlich?

Es ist wieder diese Zeit im Jahr: Ein halbes Jahr liegt hinter Apples großen Produktlaunches, ein halbes wohl noch vor den nächsten großen Coups aus Cupertino – eine Lücke, die mit den richtigen PR-Scoops gefüllt sein will, um die Gerüchteküche am Köcheln zu halten. Niemand anderes als Apples Design-Guru sorgte gestern für neue Schlagzeilen: Jony Ive sprach mit der Sunday Times über Steve Jobs, den schlechten Geschmack der Konkurrenz und einer goldenen Ära für Tech-Unternehmen.



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Der zum Ritter geschlagene 47-jährige Design-Chef von Apple ist ein bescheidener Mann. Jony Ive spricht leise, fast nur im Plural und meidet stets die große Bühne. „Ich hoffe es“, antwortet er auf die Nachfrage, die alles, nur keinen Zweifel erkennen lassen sollte – nämlich, ob die besten Zeiten noch vor Apple lägen. 

Bei so ziemlich jedem anderen Top-Manager hätte die Branchenpresse begonnen, Abgesänge einzustimmen – Ive indes hofiert sie. Das liegt nicht zuletzt an den enormen Verdiensten des 47-jährigen Briten, der bereits bei Apple arbeitete, bevor Steve Jobs 1997 nach Cupertino zurückkehrte.

“Wir sind umgeben von anonymen, schlecht produzierten Dingen“

Naturgemäß hat das episch lange Porträt in der Sunday Times, das gestern in der Online-Ausgabe des Time Magazine veröffentlicht wurde, etwas von einer Hofberichterstattung. Ive huldigt noch einmal seinem Mentor („seine Ideen waren mutig und brilliant“) und erinnert sich an die glücklichen Tage mit Jobs: An das Glück der Zusammenarbeit, an den kreativen Prozess, gemeinsam „etwas zu erreichen.“   

In eine dann doch ganz andere Sprache wechselt Ive angesichts der großen Konkurrenz, die Apple inzwischen umgibt – und die Erfolgsprodukte, allen voran das iPhone, schlicht kopiert hat: “Wir sind umgeben von anonymen, schlecht produzierten Dingen“, watscht Ive die Rivalen aus Fernost ab, ohne sie beim Namen zu nennen.

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„Wir befinden uns in einer bemerkenswerten Zeit“

Angesichts der offenkundigen Kopie Cupertinos, gegen die Steve Jobs 2010 in den Patentprozess gegen Samsung zog, erneuert Ive mit spitzer Zunge die Vorwürfe seines Mentors: „Es ist Diebstahl. Nicht nur das Design wurde kopiert, sondern die tausend um tausend Stunden der Bemühungen, bei denen nie klar sei, ob sie sich auszahlen würden oder nicht. „Es sind Jahre des Investments, Jahre des Schmerzes.“

Davon sind seit der letzten großen Produktneuheit – dem iPad – nun weitere vier ins Land gezogen. Doch Ive hat das Spiel um Andeutung und Enthüllung zu oft gespielt, um sich etwas zum mutmaßlichen Launch der iWatch im späteren Jahresverlauf entlocken zu lassen. „Offenkundig gibt es diese Gerüchte, und offenkundig kann ich nicht darüber reden. So funktioniert das Schachspiel, nicht wahr?“

Entlocken ließ ich Ive dann doch zumindest Aufbruchsstimmung für Branche: „Wir sind in einer bemerkenswerten Zeit, in der eine bemerkenswerte Anzahl von Produkten hergestellt werden wird. Wenn wir über Technologie nachdenken und was sie bisher möglich gemacht hat und sie noch ermöglichen wird, dann sind wir nicht mal in der Nähe der Grenze. Es ist alles noch so neu.“ Apple-Fans werden hoffen, dies gilt vor allem für die Geschichte des iKonzerns selbst.

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