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Netzwerk Recherche Affäre: SWR-Chefreporter Leif muss vor Gericht

Thomas Leif bleibt vorerst SWR-Chefreporter. Foto: dpa
Thomas Leif bleibt vorerst SWR-Chefreporter. Foto: dpa

Wie der Focus in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, muss sich der Chefreporter des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR), Thomas Leif, wegen Betrugs in vier Fällen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat Anklage gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Vereins Netzwerk Recherche erhoben. Es geht um umstrittene Fördergelder, die unter Leifs Vorsitz vom Verein Netzwerk Recherche kassiert wurden.

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Zwischen 2007 und 2010 soll der Verein Netzwerk Recherche rund 65.000 Euro an Fördergeldern von der Bundeszentrale für politische Bildung erhalten haben, die dem Verein möglicherweise nicht zustanden. Ursprünglich war einmal von 75.000 Euro die Rede. Das Geld floss für die Jahrestagungen des Vereins und war dafür gedacht, mögliche Defizite auszugleichen. Allerdings wurde das Geld dabei nicht einfach überwiesen, hätte mit Einnahmen verrechnet werden müssen. Diese wurden aber offenbar nicht richtig verbucht. Nachdem die Unstimmigkeiten bemerkt wurden, übergab Netzwerk Recherche den Fall an Wirtschaftsprüfer und zahlte die Gelder unter dem Vorbehalt einer abschließenden rechtlichen Prüfung zurück. Auf einer Mitgliederversammlung wurde Leif aufgrund des Vorfalls von den anderen Vorstandsmitgliedern zum Rücktritt gedrängt, ebenfalls verließen drei weitere, darunter Vize Hans Leyendecker, den Vorstand.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Sache seit August 2011 gegen Leif. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte zum Focus, die Verluste, die mit den Fördergeldern hätten ausgeglichen werden sollen, hätten „so nicht bestanden.“ Der Verein Netzwerk Recherche will den investigativen Journalismus in Deutschland fördern und setzt sich für eine strikte Trennung von PR und Redaktion ein.

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