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Rundfunkgebühr: Kreativ-Verbände wollen 25 Cent pro Haushalt

Foto: dpa
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Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erwartet einen Milliardenüberschuss an Rundfunkeinnahmen. Kurz vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag, wo über eine eventuelle Senkung der Beiträge entschieden wird, melden sich Produzenten und Kreativ-Verbände zu Wort. Sie wollen Geld für eine Programmoffensive.

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25 Cent pro Haushalt fordert die Produzentenallianz gemeinsam mit Kreativ-Verbänden wie dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler, der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände, dem Berufsverband Kinematografie, dem Verband Deutscher Drehbuchautoren sowie der Verdi-Filmunion. Bei der Programm-Initiative gehe es darum, dass ARD wie auch ZDF das Geld dazu nutzen sollen, um vermehrt Programme in Auftrag geben zu können. Hintergrund sei der Wille, die Produktionsbedingungen wie auch die Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu verbessern. „Nur so werden die Produktionsunternehmen wieder in die Lage versetzt werden, innovative Programmideen zu entwickeln und zu realisieren.“

Die Kreativ-Verbände bemängeln, dass die Etats seit Jahren stagnieren, während die Kosten für Produktionen immer weiter steigen. Beispielsweise habe das Budget für die Herstellung eines „Tatorts“ über einen Zeitraum von zehn Jahren preisbereinigt um 20 Prozent abgenommen, so die Verbände. Dies habe man nur durch eine Reduzierung der Drehtage von ursprünglich 28 auf nur noch 21 Tage aufgefangen.

Gleichzeitig wird bemängelt, dass sich das öffentlich-rechtliche Engagement bei Kinoproduktionen verringert habe. „Beim Kinofilm hat das ZDF seine Beiträge zur FFA nach Erlass der kleinen FFG-Novelle im Jahr 2010 zurückgefahren. Auch die Höhe der Beträge, mit denen sich ARD und ZDF an Kinofilmen beteiligen, ist vielfach gesunken“, heißt es. Zweitlizenzen, mit denen die Produzenten überhaupt Eigenkapitalrendite erwirtschaften, würden von ARD und ZDF gar nicht mehr erworben.“ Das Gesamtengagement von ARD und ZDF für den deutschen Kinofilm stagniert somit seit Jahren, vermutlich ist es sogar rückläufig. Das gilt für den Spielfilm wie insbesondere auch für den Dokumentarfilm.“

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Deshalb fordern die Verbände, die Chance der zu erwartenden Überschüsse aus der Haushaltsabgabe zu nutzen. Beginnend mit dem Jahr 2015 sollte ein Teilbetrag der Überschüsse in Höhe von mindestens 25 Cent je Haushalt und Monat für eine Programmoffensive von ARD und ZDF ausschließlich für Programminvestitionen verwendet werden. Das entspricht bei knapp 40 Mio. Fernsehhaushalten circa 100 Millionen Euro jährlich. Diese zusätzlichen Mittel seien dann von ARD und ZDF für Auftragsproduktionen, Co-Produktionen oder Lizenzeinkäufe von deutschsprachigen Programmen und europäischen Co-Produktionen mit Ausnahme von Sportprogrammen und Eigenproduktionen zu verwenden.

Am morgigen Donnerstag entscheiden die Ministerpräsidenten der Bundesländer über eine eventuelle Beitragssenkung. In ihrem 19. Bericht hat die Kommission zur Erfassung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eine Senkung des monatlichen Rundfunkbeitrages von 73 Cent ab 2015 empfohlen. Damit würden etwas mehr als 500 Millionen Euro der ansonsten erwarteten 1,15 Milliarden Euro Überschuss reduziert. Die andere Hälfte solle bei den Öffentlich-rechtlichen als Rücklage dienen. Die Beitragssenkung ist umstritten. 

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