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Alles Werbung oder was? Warum uns das „First Kiss“-Video so sehr berührt

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Das Viral-Video "First Kiss", in dem sich 20 Fremde zum ersten mal vor der Kamera küssen war am gestrigen Dienstag enorm erfolgreich. Am Vormittag war es von etwas über einer Million Menschen bei YouTube angeschaut worden. Einen Tag später sind es über 24 Millionen. Das Video entstand im Auftrag des Modelabels Wren, was schnell Spekulationen über die Authentizität des Clips aufkommen ließ. Dabei ist wohl beides richtig: Ja, "First Kiss" ist Werbung. Aber "First Kiss" ist trotzdem authentisch.

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Das Blog „Blogrebellen“ erzählte gestern, als die „First Kiss“-Viral Welle gerade voll am Rollen war, die „Die Geschichte hinter ‚First Kiss‘ von Tatia Pilieva“. Den Bloggern war aufgefallen, dass zu Beginn des Videos der Schriftzug „WREN presents“ eingeblendet wird. Und Wren ist nichts anderes als ein Modelabel. Dem Betrachter mag zuvor schon aufgefallen sein, dass die Protagonisten des Videos alle  ziemlich attraktiv ausschauen. Dass da keine Zufallsauswahl in irgendeiner Einkaufsstraße dieser Welt getroffen worden war, sollte klar sein.

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Bei Facebook und Twitter machten sofort Theorien die Runde: Das Video sei ja doch nur Werbung, es handle sich um professionelle Models, alles sei gecastet, für diese Profis sei es gar nichts Ungewöhnliches, Fremde vor der Kamera zu küssen usw. Ist das „First Kiss“-Video nun als „Werbung entzaubert“, wie es auf Spiegel Online hieß?

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Nein. Das Modeblog Fashionista hat mit Melissa Coker, der Gründerin und Kreativ Direktorin von Wren über die Entstehung des Videos gesprochen. Demnach wollte sie einen Film produzieren, der auch über die Modeszene hinaus Anklang findet und die Leute emotional berührt. Die Videokünstlerin Tatia Pilieva ist eine Freundin der Wren-Chefin und die Protagonisten des Videos wurden im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in der Modefirma selbst gefunden.

Coker erzählte Fashionista, dass viel Mühe darauf verwendet wurde, dass sich die Kuss-Paare tatsächlich nicht kannten. Außerdem wurde darauf geachtet, dass sie optisch zueinander passten. Und natürlich tragen die Paare im Video Klamotten des labels. Aber darauf kommt es für den Erfolg des Videos gar nicht an. Die allermeisten der über 24 Millionen Zuschauer wissen vermutlich gar nicht, was Wren ist und wenn sie es wüssten, es wäre ihnen wohl egal. Das Video ist nämlich aus sich selbst heraus authentisch. Es transportiert Gefühle, die jeder nachvollziehen kann. Und das auf sympathische, unaufdringliche Art und Weise.

Die Sängerin Soko, die auch im Video küsst und deren Song „We Might be Dead Tomorrow“ dazu läuft, soll nach Veröffentlichung des Videos innerhalb eines Tages über eine Million Lieder bei iTunes verkauft haben. Das Video wirkt ganz offenbar. Aber es ist nicht kalkulierte Werbung, die hier wirkt, es sind Emotionen. Ob und was die Leute, die sich im Video geküsst haben, gefühlt haben, das weiß man vielleicht nicht so genau. Was man selbst beim Anschauen des Videos empfindet, weiß man aber. Das ist auf jeden Fall echt. Und darauf kommt es an.

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