Anzeige

„Unentschuldbar inkompetent“: Carl Icahns Krieg gegen eBay

eBay-CEO John Donahoe wird nach der Aufspaltung in den Verwaltungsrat wechseln
eBay-CEO John Donahoe wird nach der Aufspaltung in den Verwaltungsrat wechseln

Der „wichtigste Investor Amerikas“ (Time Magazin) hat ein neues Betätigungsfeld gefunden. Seit einigen Wochen ist Carl Icahn in eBay investiert – und liefert sich heftige Scharmützel mit dem Vorstand und Aufsichtsrat. Icahn wirft dem eBay-Managment vor, durch die Weigerung, das Unternehmen aufzuspalten, Aktionäre um Wertsteigerungen zu bringen. Neuer Höhepunkt: Ein offener Brief an eBay-Aktionäre, in dem Icahn eBay-CEO John Donahoe „unentschuldbare Inkompetenz“ vorwirft.

Anzeige
Anzeige

Der „Master of the Universe“ (Time Magazin)  schwingt sich zu einem neuen epischen Gefecht auf. Das letzte – der ultimative Showdown mit dem Apple – endete mit einem Unentschieden. Carl Icahn scheint die Lust an Briefen, nächtlichen Telefonanrufen und Abendessen mit Apple-CEO Tim Cook ein wenig verloren zu haben: Die Apple-Aktie pendelt weiter impulslos um die 530-Dollarmarke.

Zeit also für einen neuen Gegner mit weniger Gewicht. Mit einem Börsenwert von 75 Milliarden Dollar scheint eBay für Carl Icahn gelegener zu kommen: Mehr als 2 Prozent der Anteile hält der streitbare Großinvestor am weltgrößten Online-Auktionshaus – ein Investment, dessen Wert Icahn gesteigert sehen will.

Harte Schmähungen für Donahoe: „Entweder er schläft, ist naiv oder einfach blind“

Das gelingt nach Meinung des 78-Jährigen mit einer Aufsplittung des Unternehmens in zwei Teile: das lahmende Auktionsgeschäft und den Wachstumstreiber PayPal. Die Fronten sind erkennbar verhärtet: eBay kämpft unterdessen verbissen um den Status quo und erwidert die Anschuldigungen des „Corporate Raiders“ mit immer neuen Blogeinträgen.

Doch Icahn hat scheinbar unbegrenzt viele Pfeile im Köcher. Gestern legte der Großinvestor auf seiner Webseite „Shareholders Square Table“ noch mal kräftig nach. eBay-CEO John Donahoe, den Icahn schon in den vergangenen Wochen mit harten Schmähungen überzogen hatte („entweder er schläft oder, schlimmer, ist naiv und einfach blind“), habe sich in der Vergangenheit als schlechter Vorstandschef gezeigt, der die Aktionärsinteressen nicht hinreichend berücksichtigt habe.

Anzeige

eBay-Aktie stagnierte 2013

Neuste Anschuldigung: Donahoe habe die Tochter Skype 2009 viel zu früh verkauft – und damit vier Milliarden Dollar auf dem Tisch liegen lassen. Die Folge: John Donahoe müsse gehen. „Ich war all die Jahre so erfolgreich mit Unternehmen, weil ich die richtigen CEOs reingebracht habe“, erklärt Icahn im neusten offenen Brief an eBay-Aktionäre unverblümt sein Anliegen.

eBay konterte sofort mit Rückendeckung für den Chef: Icahns Ausführungen seien falsch und irreführend, Donahoe habe in den vergangenen Jahre große Werte für Aktionäre geschaffen. Unbestritten ist jedoch: Im vergangenen Jahr hat die eBay-Aktie gegen den Markttrend stagniert.

Icahn warnt unterdessen, dass Paypal als Teil von eBay den Herausforderungen von Apple, Google und Visa möglicherweise nicht standhalten könne. Keine Frage: Dieses Gefecht ist noch nicht ausgestanden. Tim Cook dürfte sich die Schlacht sehr genau ansehen …

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*