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Wie Vox mit Erklär-Journalismus die Nachrichtenwelt revolutionieren will

Ezra Klein, Chefredakteur von Vox
Ezra Klein, Chefredakteur von Vox

Mit Vox startet in Kürze ein neues, us-amerikanisches Online-Medium, das Nachrichten auf eine ganz neue Art und Weise aufbereiten will. Die Mission von Vox sei es, die Nachrichten zu erklären, heißt es ebenso simpel wie nebulös. Chefredakteur ist der in den USA bekannte Blogger und Analyst Ezra Klein, der von der Washington Post kommt.

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Hinter Vox, dem Online-Medium, steht Vox Media. Das ist ein Medienunternehmen, der neuen, digitalen Art, das neben Vox derzeit die Web-Angebote The Verge (Digital- und Technik-Themen), SB Nation (Sport), Polygon (Games), Curbed (Immobilien), Eater (Food) und Racked (Shopping) im Portfolio hat. Neudeutsch bezeichnet man die Angebote von Vox Media als „Verticals“. Gemeint sind Online-Magazine die sich einem einzigen Themenumfeld widmen und sich Inhalte auch von anderen Seiten und/oder Blogs, die themenmäßig dazu passen, einverleiben. Das wird von Anzeigenkunden gerne gesehen, weil die in der Regel wissen, in welchem Umfeld ihre Werbung steht und die Reichweite stimmt.

Vox schlägt da ein wenig aus der Art, da es sich bei Ezra Kleins Projekt um eine General-News-Site handeln soll. Von Politik über Wirtschaft und Kultur soll es bei Vox um so ziemlich Alles gehen. Der Unterschied zu herkömmlichen News-Sites soll im Erzählstil und der Herangehensweise liegen. Vox will nicht das erste Medium sein oder das meinungsstärkste. Vox will die Nachrichten erklären. Die US-Werbefachzeitschrift Ad Age hat das Konzept von Vox ganz griffig als „Wikipedia trifft die New York Times“ beschrieben.

Bei dem neuen Erklär-Journalismus sollen alle denkbaren Formen des digitalen Geschichtenerzählens genutzt werden: FAQ-Listen, lange und kurze Texte, Videos, Grafiken usw. Vox-Kopf Ezra Klein war als Blogger und TV-Talker im US-Fernsehen allerdings vor allem dafür bekannt, professioneller Meinungs-Inhaber zu sein. Schwer vorstellbar, dass er sich das abgewöhnt hat.

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Von der Washington Post hat Klein seine Kollegen Melissa Bell und Dylan Matthews  mitgebracht, komplettiert wird das Führungsteam von Vox von Slate-Autor Matthew Yglesias. Vox Media erhofft sich von Vox, der News-Site, gewiss einen Push in Sachen Werbevermarktung. Die Firma unternimmt große Anstrengungen, um attraktive digitale Formate für Markenwerbung zu entwickeln. So stammt von der Firma u.a. die Idee der so genannten „Fischtank“-Anzeige. Gemeint ist eine Werbeanzeige, die während des Scrollens erscheint, den gesamten Bildschirm ausfüllt und mit dem Weiterscrollen wieder verschwindet. Auf diese Weise soll die Werbung weniger stören und deutlich opulenter daherkommen als herkömmliche Display-Werbung. Vom Vox Media COO Marty Moe stammt der hübsche Satz: „Scrollen ist das neue Blättern.“

Wie das breit aufgestellte Vox zu den bisherigen Special-Interest-Portalen von Vox Media passt, und ob Ezra Kleins nebulös klingende Versprechen von der News-Revolution eingelöst werden, muss sich zeigen. Auf die selbst gestellte Frage, wann Vox denn starten wird, antworten die Macher kurz und knapp mit: „Soon.“ Bald wissen wir also hoffentlich mehr.

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