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Vice startet News-Channel: „Alles, was wir berichten, ist wahr“

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Deutsche Vice-Macher: Benjamin Ruth und Tom Littlewood

Es soll der nächste wichtige Schritt in der globalen Expansionsstrategie sein: Vice startet einen eigenen News-Channel. Bis spätestens Ende des Jahres soll es ihn auch auf Deutsch geben. Zur Zeit bauen die Berliner Vice-Macher einen eigenen Newsroom auf. Der wichtigste Job der Redakteure: Immer auf der Suche nach der typischen Vice-Story hinter der Mainstream-Nachricht sein.

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Die Vice-Macher gehen davon aus, dass ihre junge Zielgruppe sich sehr wohl für News interessiert. Sie wendet sich nur von den Mainstream-Medien ab und will anders erzählte Geschichten hören. „Viele junge Menschen sind heute von den arrivierten Medien frustriert und desillusioniert; sie wachsen seit fünf Jahren in einer Art Dauerkrise auf“, erklärt der Deutschland-Boss von Vice, Benjamin Ruth, gegenüber MEEDIA. „Die Agenda der meisten klassischen Redaktionen transportiert eine alte Sicht auf die Realität. Immerhin arbeiten dort überwiegend ältere Journalisten. Das ist bei uns anders.“

Die Vice-Macher sind mächtig stolz darauf, dass sie in den vergangenen Jahren über Themen aus der ganzen Welt berichtet hatten, „die von anderen Medien ignoriert wurden“. Beispiel: „Vice hat obdachlose Kinder interviewt, die in den Abwasserkanälen Bogotas leben, traf nigerianische Öl-Piraten, hat aus Nord-Korea berichtet und dabei Kim Jong-un getroffen und eine Dokumentation über minderjährige afghanische Selbstmordattentäter produziert.“

In Berlin sollen nicht nur Textinhalte entstehen, sondern auch viele Video-Reportagen. Die klassische Trennung zwischen Text und Bewegtbild gibt es bei Vice schon lange nicht mehr. Dabei arbeiten die Deutschen immer auch mit Blick auf das globale Publikum. Das Konzept der internationalen Marke, die in Kanada gegründet wurde und nun aus New York gesteuert wird, sieht vor, dass alle 35 Regional-Büros für den globalen News-Stream produzieren und alle lokalen Angebote sich dann wiederum aus dem Zentral-Angebot bedienen können.

YouTube übernimmt eine Schlüsselfunktion
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Eine Schlüsselfunktion in dem neuen News-Konzept kommt YouTube zu. Der Clip-Kanal steht im Mittelpunkt des Angebote. Zusätzlich soll das Nachrichten-Angebot ins gesamte Google-Umfeld integriert werden.

Der Content soll dabei auch maximal geteilt werden können. Ruth hofft auf einen möglichst großen Aufschlag der Geschichten bei Facebook & Co.: „Wenn wir eine Story bringen, soll sie für angeregte Diskussion in den sozialen Medien sorgen.“ Nur so kann ein Stück seine volle virale Kraft entfalten. Erst durch die neue Kraft sozialer Medien kann der neue News-Channel zu einem echten, globalen Erfolg werden.

Bei allem Social-Media-Einsatz und modernen Erzählkniffen setzt auch Vice vor allem auf klassisches Handwerk. „Wir machen ernsthafte und kritische Stücke, die immer versuchen, eine Geschichte hinter der Geschichte zu erzählen“, erklärt Ruth. „Dabei ist uns eines besonders wichtig: Alles, was wir berichten, ist wahr.“

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