Anzeige

Verleger und Gewerkschaften nähern sich im Tarifstreit vorsichtig an

BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf
BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf

In der langwierigen Auseinandersetzung zwischen Zeitungsverlegern und Gewerkschaften über neue Tarife für Redakteure haben sich die beiden Seiten vorsichtig angenähert. "Missverständnisse" seien ausgeräumt worden, verkündet der BDZV. Der DJV erklärt, die Verleger hätten "endlich ihre Blockadehaltung aufgegeben".

Anzeige
Anzeige

Die Fronten waren verhärtet. In MEEDIA-Interviews erklärten sowohl BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf wie DJV-Geschäftsführer Kajo Döhring in der vergangenen Woche, warum eine Einigung über neue Tarife für Zeitungsredakteure zwischendurch so wahrscheinlich schienen wie blühende Landschaften auf dem Mars.

Nun spricht der BDZV von einer „Annäherung“, weil „Missverständnisse“ in der achten Verhandlungsrunde am Samstag ausgeräumt wurden. Kajo Döhring, der für die Gewerkschaften DJV und dju/Verdi verhandelt, sagte allerdings auch: „Wir sind von einem Tarifabschluss noch ein gutes Stück entfernt.“ Aber die verleger hätten „ihre Blockadehaltung“ aufgegeben und „den konstruktiven Weg eingeschlagen“. Es ist immer eine Frage der Perspektive, das beweisen auch diese Tarifverhandlungen.

Anzeige

Abseits des Geklappers, das für die jeweiligen Mitglieder gedacht ist, kommt es auf die Ergebnisse an. Ein Knackpunkt ist weiterhin der Vorschlag der Verleger, Redakteure bei Verlagen in strukturschwachen Regionen nicht in vollem Maße an Gehalts- und Honorarerhöhungen zu beteiligen. Erstmals sei „in unterschiedlichen Modellen“ gedacht worden, teilt der BDZV mit. es sei allerdings noch nicht gelungen, das Thema Regionalisierung abzuschließen, so der DJV. Die Verleger betonen, dass kein Redakteur schlechter gestellt werden soll, bzw: „Wir wollen keinem etwas wegnehmen.“ Die Gewerkschaften fordern zumindest Erhöhungen in Höhe der Inflationsrate. Eine Integration der Online-Journalisten in den Tarif könne in mehreren Schritten erfolgen, heißt es über ein anderes Kernthema.

Nun soll am 26. März weiterverhandelt werden. Ein Streik oder der Abbruch der Verhandlungen ist damit offenbar zunächst vom Tisch.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*