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Alles, was Sie über den Schweiger-„Tatort“ wissen müssen

Til Schweiger mit seinem Partner Fahri Yardim
Til Schweiger mit seinem Partner Fahri Yardim

Bei der Premiere am vergangenen Mittwoch fasste NDR-Intendant Lutz Marmor den Film treffend so zusammen: "Tatort. Til Schweiger. Action. Peng, bumm. Film ab“. Damit ist "Kopfgeld", der zweite Film mit Ermittler Nick Tschiller, bestens erklärt. Was Sie sonst noch über den Asphalt-Western von der Waterkant wissen müssen, lesen Sie hier.

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Die Story:
Auch im zweiten Nick Tschiller-Film geht es wieder gegen den Astan-Clan. Diesmal hat die kurdische Familie ein Kopfgeld auf den Ermittler ausgesetzt. Wer ihnen das Herz des Hamburger Cops bringt, bekommt 50.000 Euro. Tschiller wiederum will eine große Drogen-Lieferung an den Clan abfangen. Das klingt platt, ist es auch. Ist aber auch egal, schließlich geht um die Action.

Sind die Ermittler in Form?
Oh ja. Schweiger gibt körperlich alles und sein Partner Fahri Yardim ist längst mehr als der heimliche Star des Ensembles. Selbst Assistentin Britta Hammelstein darf schießen, boxen und fluchen – also mehr als sonst eine typische „Tatort“-Ermittler-Hilfskraft so macht. An den Dialogen dürfte allerdings noch gefeilt werden. In der Regel geben die Charaktere wenig Substanzielles von sich. In Hamburg des einsamen Cowboys Nick Tschiller regiert allerdings auch die Faust – und nicht das Wortrecht.

Diese Szene müssen Sie kennen, um mitreden zu können
Um bestens für den montäglichen Büro-Talk an der Kaffeemaschine gerüstet zu sein reicht es, wenn Sie die ersten zehn Minuten gesehen haben. Gleich zum Start gibt es den nackten Hintern von Schweiger zu sehen und anschließend eine fulminante Fahrt mit einer Bombe im Auto. Tschiller versucht, während er seine Ex-Frau zum Flughafen bringt, heimlich eine Bombe zu entschärfen, die unter seinen Fahrersitz versteckt ist. Das ist lustig, knackig und dicht gefilmt. Damit ist der Ton des Films gesetzt.

Was taugt das Drehbuch?
Wegen des Buches hätte niemand den Stoff verfilmt. Die Dialoge bestehen überwiegend aus Testosteron-Stanzen und auch einige Verständnisfragen bleiben selbst am Ende des Films noch offen. Der Job von Christoph Darnstädt bestand überwiegend darin, die Action-Szenen einigermaßen sinnvoll zu verbinden. Das ist gelungen.

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Gossip-Schnippsel: Mit dieser Hintergrund-Info können Sie punkten
Das Gebäude, in dem die Staatsanwaltschaft sitzt, ist eigentlich das Verlagshaus des Spiegels. Passenderweise zog das Nachrichtenmagazin in einer Titelgeschichte gerade über Staatsanwälte her.

Beste Szene
Die ersten zehn Minuten gehören zu den fulminantesten Startminuten, die bislang in einer deutschen TV-Produktion zu sehen waren. Wir wiederholen noch einmal: Sex-Szene, Schweiger-Hintern, Streit mit Tochter und Ex sowie eine rasante Bombenfahrt durch Hamburg.

Der heimliche Hauptdarsteller
Natürlich stiehlt Fahri Yardim auch diesmal wieder Schweiger die Show. Im Herbst dreht Schweiger die Teile drei und vier seines Hamburg-Krimis. Dann sollte das Banden-Epos auserzählt sein. Sollte er dann sein Revier aufgeben, wäre Yardim die logische und beste Besetzung. Kommissar der Herzen ist er jetzt schon. Im Gedächtnis bleibt auch Drogenfahnder Kromer. Ralph Herforth darf ihn als einzigen wirklich vielschichtigen Charakter anlegen.

Die Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10
Eine klare neun. Der „Tatort“ lebt davon, ansprechende und vielschichtige Krimis abzuliefern. Doch einmal pro Saison darf es ruhig mal richtig krachen. Der Schweiger-Film ist ein moderner Asphalt-Western in bester Bruce Willis-Tradition. Das ist keine große Kunst, aber handwerklich höchste TV-Unterhaltung, wie wir sie sonst nur aus US-Produktionen kennen. Die Schwächen der Story und die fehlende Tiefe der Charaktere fallen da nicht ins Gewicht. It’s only entertainment! Mit diesem Film könnte Schweiger sich tatsächlich die Quoten-Krone zurückholen, die ihm kurz nach Ausstrahlung seines ersten Falls das Klamauk-Team aus Münster abgenommen hatte.

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