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Springer-Bilanz ohne „Altlasten“: „Soviel Veränderung war nie“

Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Axel Springers CEO Mathias Döpfner sagt: "So viel Veränderung war nie!" Das gilt auch für die Bilanz des Hauses. Bedingt durch den – wegen Kartellbedenken noch immer nicht vollzogenen – Verkauf vieler Titel an die Funke-Gruppe schrumpfen die Berliner bei Umsatz und Gewinn. So ging das Konzernergebnis um 8,9 Prozent auf 454,3 Millionen Euro zurück.

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In der nach IFRS-Regeln vorgelegten Bilanz fehlen allerdings die nicht fortgeführten Aktivitäten, also die an Funke veräußerten Titel und die verkauften Titel in Tschechien.

Bei den Einnahmen fehlen in der Betrachtung zur Bilanz 2012 darum 600 Millionen Euro – der Umsatz lag damals bei 3,31 Milliarden Euro. Bereinigt um diese Verkäufe kommt der Konzern auf 2.801,4 Millionen Euro Umsatz. Springer vergleicht diese Zahlen nun mit einem Bilanzergebnis von 2012, das die verkauften Aktivitäten quasi ausblendet – so schreiben es die IFRS-Regeln vor. Und so kommt es zu einem Umsatzplus von 2,3 Prozent.

Umsatz der Bezahlangebote (vor allem Printmedien) schrumpft um 3,9 Prozent

Bei einer Betrachtung nur der „fortgeführten Aktivitäten“ wachsen die Rubrikenangebote um 22 Prozent, die Vermarktungsangebote um 8,1 Prozent. Die Bezahlangebote, zu denen jetzt die Printmedien gehören, schrumpfen dagegen um 3,9 Prozent. Der Konzern verspricht allerdings: „2014 sollen Umsatz und Gewinn wieder steigen.“ Das Management glaubt, die „wirtschaftlichen Ziele für das vergangene Geschäftsjahr in vollem Umfang erreicht“ zu haben.

„Wir haben ein Jahr des Umbaus und erheblicher Zukunftsinvestitionen angekündigt und dafür auch ein rückläufiges Konzernergebnis in Kauf genommen“, erklärt CEO-Döpfner via Pressemitteilung. „Der Aufbruch in die Zukunft des digitalen Journalismus ist uns gelungen, jetzt kommt es darauf an, dass wir in den nächsten Jahren diese Weichenstellungen und strategischen Entscheidungen auf dem Weg zum führenden digitalen Verlag mit voller Kraft umsetzen.“

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Als Grund für den Gewinn-Rückgang nennt das Medienhaus die höheren Aufwendungen für den Umbau im Printgeschäft und die Investitionen in die Digitalisierung. Immerhin gaben die Berliner wirklich viel Geld für die neue Bezahl- und Inhalte-Strategie bei Bild Digital aus und kauften den TV-Sender N24.

EBITDA-Anteil des digitalen Geschäfts liegt schon bei 61,8 Prozent

Eine Folge des Umbaus: Springer wird immer digitaler. So erhöhten sich die Pro-forma-Erlöse der digitalen Medien um 6,7 Prozent. Ihr Anteil am Konzernumsatz ging von 44,6 Prozent auf 47,9 Prozent nach oben. Das EBITDA der digitalen Medien stieg um 14,1 Prozent. Damit erhöhte sich der Anteil des digitalen Geschäfts am EBITDA von 49,4 Prozent auf 61,8 Prozent.

Die Aussichten scheinen solide zu sein. „Für das Geschäftsjahr 2014 rechnet der Vorstand mit einem Anstieg der Gesamterlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Er geht davon aus, dass der geplante Anstieg der Werbeerlöse und der übrigen Erlöse die voraussichtlich sinkenden Vertriebserlöse überkompensieren wird“, erklärt der Verlag.

Zu möglichen Risiken, dass der für Springer strategisch außerordentlich wichtige Funke-Deal noch platzen könnte, äußert sich das Medienhaus allerdings nicht.

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