Anzeige

Business Insider: Mit 12 Millionen Dollar nach Europa

Business-Insider-CEO und Chefredakteur Henry Blodget
Business-Insider-CEO und Chefredakteur Henry Blodget

Henry Blodget strickt weiter an seiner Legende als Verleger: Der frühere Internetaktienanalyst treibt die Expansion seines Blogkonglomerats Business Insider weiter voran. Zuflüsse in Höhe von 12 Millionen Dollar konnte der Business Insider in einer neuen Finanzierungsrunde erlösen - erneut maßgeblich durch Amazon-Gründer Jeff Bezos bereitgestellt. Mit den neuen Mitteln will Blodget nach Europa expandieren.


Anzeige
Anzeige

Eine wunderbare Freundschaft geht in die nächste Runde: Henry Blodget und Jeff Bezos – das passt einfach. Ende der 90er-Jahre war es, als die Karriere des jungen Aktienanalysten nach einer sehr optimistischen Kaufempfehlung  abhob: eine Internetaktie wurde zu Kursen von 240 mit der Zielmarke 400 empfohlen. Der Analyst war bekanntermaßen Henry Blodget, die Aktie Amazon.

Blodget wechselte daraufhin umgehend zu Merrill Lynch, wo er 2001 spektakulär gefeuert wurde, als bekannt wurde, dass der heute 47-Jährige intern längst nicht alles guthieß, was er Kunden öffentlich als „Kauf“ empfahl.  Nach Jahren in der Verbannung und einem lebenslangen Berufsverbot als Analyst startete Blodget mit dem Business Insider 2007 dann ein Comeback – diesmal auf der anderen Seite der Nachricht.

Bereits vierterfolgreichstes Online-Wirtschaftsangebot der USA

Inzwischen scheint der Journalist Blodget gefragter und respektierter als der frühere Star-Internetaktienanalyst zu sein: Der Business Insider ist einer der größten verlegerischen Erfolge der vergangenen Jahre. Mehr als 25 Millionen Visits zog das Blogkonglomerat allein im Januar auf sich – was den Business Insider laut Comscore bereits zum vierterfolgreichsten Online-Wirtschaftsangebot der USA machte.    

Reichweite, die Begehrlichkeiten weckt: Nach Internet-Unternehmer Kevin Ryan (Doubleclick), der von der Gründung an mit dabei war, überzeugte Blodget Huffington Post-Mitbegründer Ken Lerer, Silicon Valley-Ikone Marc Andreessen und im vergangenen Jahr unter großem medialen Aufsehen Jeff Bezos von einem Investment – der Kreis hatte sich geschlossen.

Bezos führt Finanzierungsrunde an

18 Millionen Dollar hatte der Business Insider bisher an Wagniskapital eingesammelt – weitere 12 Millionen kommen hinzu. Und die erneut maßgeblich vom Amazon-Gründer: Mit seiner Investmenttochter Bezos Expedition führte der inzwischen zum Internet-Milliardär Gewordene die bislang größte Finanzierungsrunde des Business Insiders an, an der auch RRE Ventures, Institutional Venture Partners und die Verleger Jim Friedlich und Gordon Crovitz teilhatten.

Anzeige

20 Millionen Dollar soll der Business Insider im vergangenen Jahr umgesetzt und dabei noch Geld verloren haben, heißt es. Doch Blodget hat Großes vor:  „Wir haben ein schlüssiges Konzept und eine große, globale Wachstumsmöglichkeit im nächsten Jahrzehnt vor uns“, erklärte er gegenüber dem Wall Street Journal.

Eröffnung europäischer Zweigstelle in London

Damit ließ der 47-jährige CEO und Chefredakteur durchblicken, was er als Nächstes vorhat: Die Expansion nach Europa! Dies bestätigte Blodget in charakteristischer Weise in seinem eigenen Blog-Beitrag beim Business Insider („Das macht der Business Insider mit dem Batzen Geld, das wir gerade erlöst haben“). 

Das bisherige Angebot soll ausgebaut werden („mehr großartigen Digitaljournalismus“), der Business Insider beschäftigt bislang 140 Mitarbeiter. Vor allem jedoch soll die Expansion nach Europa forciert werden: „Eine europäische Ausgabe, die in England ansässig ist“, kündigte der Business Insider an.

Tatsächlich scheint Blodget damit weiter an seinem großen Traum zu arbeiten: Nicht verkaufen, bis der Business Insider wertvoller ist als eine der traditionsreichsten Zeitungen aller Zeiten – die Washington Post. Die wechselte im vergangenen Jahr bekanntlich für 250 Millionen Dollar den Besitzer. Der Käufer: natürlich Business Insider-Investor Jeff Bezos.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*