Der Internet-Troll – das (nicht mehr ganz so) unbekannte Wesen

Trollt euch, ihr Sadisten und Psychopathen! © Oleg Kozlov – Fotolia.com
Trollt euch, ihr Sadisten und Psychopathen! © Oleg Kozlov - Fotolia.com

Kanadische Wissenschaftler der Universität von Manitoba haben unter dem Titel “Trolls just want to have fun” eine Studie zum Wesen des Internet-Trolls veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass Internet-Trolle oft eine sadistische und psychopathische Persönlichkeitsstruktur besitzen.

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Für ihre Studie befragten die Wissenschaftler 1.215 Personen in zwei Befragungswellen. Dabei stellten sie eine starke Verbindung zwischen Kommentierungs-Häufigkeit und der Freude am Trollen fest. Will heißen: Wer viel kommentiert neigt zum Trollen. Und: Wer trollt, kommentiert in der Regel häufig.

Zur Erläuterung: Als “Trolle” bezeichnet man meist anonyme Internet-Nutzer, die in Online-Kommentarspalten destruktives Verhalten zeigen und die Kommentar-Kultur mit Beleidigungen, unsachlichen Einwürfen oder Hass-Postings stören.

Dabei haben die kanadischen Forscher Korrelationen zwischen “dunklen” Persönlichkeitsstrukturen wie Sadismus und Trollverhalten entdeckt. Von allen Persönlichkeitsmerkmalen zeigte Sadismus in der Untersuchung die stärkste Assoziation mit Troll-Verhalten. Sadistisch veranlagte Personen scheinen demnach Befriedigung aus dem Troll-Verhalten im Internet zu ziehen. Für so manchen Social-Media-Redakteur dürfte diese Erkenntnis nicht allzu überraschend daherkommen.

Wie FAZ.net schreibt, wurden in der ersten Welle der Studie 418 kanadische College-Studenten und Teilnehmer des Mechanical-Turk-Programms von Amazon  befragt. Dabei hätten 5,6 Prozent der Befragten angegeben, dass sie das Trollen genießen würden. In der zweiten, größeren, Befragungswelle sei dann ein Ergebnis gewesen, dass die sadistische Befriedigung des Trollens die dafür anfälligen Personen zu noch mehr Troll-Verhalten verleiten würde.

Trolle, so könnte man schließen, werden uns als Internet-Phänomen also wohl erhalten bleiben. Die Studie “Trolls just want to have fun” ist im Fachmagazin Personality and Individual Differences erschienen und kann online über Science Direct zum Preis von 35,95 Dollar bezogen werden.

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