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Pop meets Politik: Tim Renner wird Kultur-Staatssekretär

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Geht in die Politik: Musikproduzent Tim Renner (Foto: dpa)

Der Musikproduzent Tim Renner soll neuer Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten im Berliner Senat werden. Dies berichtet die Welt. Renner war Deutschland-Chef des Musiklabels Universal. Renner predigt seit Jahren, dass der Kontrollverlust der Inhalteproduzenten im digitalen Zeitalter nicht den Tod der Kulturindustrie bedeutet.

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Popkultur meets Politik: Für Donnerstag 12 Uhr hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu einer Pressekonferenz eingeladen. Thema: Neubesetzung des Postens Kultur-Staatssekretär. André Schmitz war Wowereit abhanden gekommen, weil bekannt wurde, dass dieser jahrelang Steuern hinterzogen hatte.

Nachdem vor wenigen Tagen über den Berlinale-Chef Dieter Kosslick als Schmitz-Nachfolger spekuliert wurde, zieht Wowereit nun laut Informationen der Welt Tim Renner aus dem Hut. Der Musikmanager hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Folgen der Digitalisierung für die Kulturindustrie beschäftigt. Zuletzt veröffentlichte er „Die Wahrheit über die Popindustrie“, mit Bruder Kai-Hinrich schrieb er das Buch „Digital ist besser“.

Nach seinem Ausstieg bei Universal Music 2004 war er Mitgründer des Radiosenders Motor FM, an dem er heute nicht mehr beteiligt ist. Unter dem Label Motor führt Renner allerdings weiter ein Musiklabel. Seine Unternehmeraktivitäten wolle Renner bis April abwickeln.

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Die Welt berichtet, Renner habe als SPD-Mitglied jüngst einen Aufruf „Wider die Große Koalition“ auf Bundesebene unterschrieben. Die GroKo verhindere „ein Bündnis linker und alternativer Parteien“. Im Berliner Senat regiert ebenfalls eine Große Koalition aus SPD und CDU.

Renner ist davon überzeugt, dass Inhalteproduzenten akzeptieren müssen, dass sie im digitalen Zeitalter unweigerlich einen Teil der Kontrolle über die Inhalte abgeben müssen. Gleichzeitig müssen freilich funktionierende Geschäftsmodelle etabliert werden – mit gravierenden Folgen für die bestehenden Geschäftsmodelle. Die Musikindustrie, in der Renner seine Karriere begann, kann davon ja ein oder zwei Lieder singen.

Im MEEDIA-Interview sagte Renner 2012: „Das Problem ist: Sowohl in der Wirtschaft wie in der Politik sind die Chancen für den persönlichen Erfolg besonders groß, wenn man existierende Systeme akzeptiert….Kontrollverlust ist da nicht angesagt. Dem gegenüber steht der popkulturelle Ansatz, alles mitgestalten und nutzen zu wollen.“ Die Digitalisierung zwinge Unternehmer wie Politiker dazu, sich mehr mit der Partizipationslogik des Internet zu beschäftigen.

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