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P7S1 geht nach Rekordjahr auf Shoppingtour ins Valley

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling

Die ProSiebenSat.1 AG präsentiert eine sehr gute Jahresbilanz 2013. Ganz ohne potenziell nervige Private Equity Investoren im Nacken legte das TV- und Digital-Konglomerat fürs vergangene Jahr neue Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis hin. Der Umsatz kletterte um 10,6% auf 2,605 Mrd. Euro, der operative Gewinn (EBITDA) stieg um 6,1% auf 790,3 Mio. Euro. Gleichzeitig mit den Zahlen verkündete der Vorstand in München drei Zukäufe: die US-Produktionsfirma Half Yard, den Spiele-Hersteller Aeria Games und das Silicon-Valley-Startup Shopkick.

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Ja, das Zauberwort “Silicon Valley” darf auch bei der ProSiebenSat.1 AG nicht fehlen. Die Münchner haben eine Minderheitsbeteiligung an dem Startup Shopkick aus “dem Valley” – wie der deutsche Medienmanager gerne sagt –  mit der Option auf eine Übernahme der Mehrheit an der Firma. Shopkick belohnt Nutzer mit virtuellen “Kicks”, wenn sie in bestimmte Geschäfte reingehen oder dort Barcodes scannen. Man könnte vielleicht sagen: eine Art Foursquare fürs Shopping. Auf der Digital-Shoppingliste von P7S1-Vorstandschef Thomas Ebeling stand neben Shopkick noch Aeria Games Europe, ein Spielehersteller, der vor allem Online-Spiele im asiatischen look produziert. Titel lauten etwa “Scarlet Blade”, “Grand Fantasia” oder “Immortalis”.

Die erfolgreiche Video-on-Demand Platform Maxdome wird ab April auch über T-Entertain von der Telekom empfangbar sein, wovon sich der Konzern einen weiteren Schub in diesem Boom-Sektor erhofft.

Im Segment Digital & Adjacent wurde der Umsatz 2013 um beeindruckende 44,5% auf 483,7 Mio. Euro gesteigert. Der Anteil am Gesamtumsatz macht nunmehr 18,6% aus (Vorjahr: 14,2%). Der operative Umsatz lag mit 105,4 Mio. Euro 24,2% höher als im Vorjahr 2012. Neben Spielen gehören zu Digital & Adjacent vor allem E-Commerce-Angebote aus dem Reise-Sektor (Tropo, Weg.de, mydays.de), für die P7S1 nun sogar die eigene Tochterfirma ProSieben Travel GmbH gegründet hat. Außerdem gehören Live-Veranstaltungen und Musik dazu. ProSiebenSat.1 hat 2013 rund 3,5 Mio. Tonträger verkauft.

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Die Produktions-Einheit Red Arrow hat mit Half Yard ebenfalls bedeutenden Zuwachs bekommen. Die Firma mit Sitz in New York und Washington DC ist auf Reality- und Dokuformate spezialisiert. 2013 konnte Content Production & Global Sales den Umsatz um 29,7% auf 123,8 Mio. Euro steigern. Besonders zufrieden war man in der Gruppe mit dem Koch-Format “The Taste”, bei dem es um Blindverkostungen geht und das von der US-Tochter Kinetic entwickelt und in über 80 Länder verkauft wurde. Der operative Gewinn der Produktionssparte erhöht sich um 6,3 Mio. Euro auf 10,6 Mio. Euro.

Auch im Kerngeschäft deutsches Free-TV konnte die Gruppe zulegen. Der Umsatz kletterte um  3,7% auf 1,998 Mrd. Euro, der operative Gewinn um 2% auf 678,6 Mio. Euro. Besonderes Augenmerk wurde auf die Entwicklung der kleinen Digitalsender, wie Sixx, ProSieben Maxx oder Sat.1 Gold gelegt, die 2013 über 60 neue Werbekunden gewinnen konnten. Bei den Zuschauermarktanteilen kam die Gruppe gesamt auf 28,1% bei den 14- bis 49-Jährigen (Vorjahr: 27,8%). Auch wenn die Gesamtbetrachtung stimmt – Sorgenkind Sat.1 ist freilich noch immer nicht aus dem Gröbsten raus. Im vergangenen Jahr hat der Sender mit 8,2% bei den Gesamtzuschauern und 9,4% in der jungen Zielgruppe den Anschluss verloren. Die Jahresmarktanteile sollten hier wieder zweistellig werden, dafür sollen neue Formate vor allem in der zweiten Jahreshälfte sorgen. Wolfgang Link, der Geschäftsführer der deutschen Free-TV-Sender, hat den wohl schwierigsten Job im Konzern.

ProSiebenSat.1 ist umsatz- und ergebnismäßig trotz allen Erfolgen immer noch ein gutes Stück weg von der RTL Group. Die Luxemburger legten 2012 knapp 6 Mrd. Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von über einer Milliarde Euro vor. Allerdings setzt P7S1 konsequenter auf neue, digitale Geschäftsfelder und wächst dynamischer. Die Börse mag das. Am 6. März präsentiert die RTL Group ihre Zahlen für 2013. Dann darf verglichen werden.

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