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Jahr Eins nach G+J: Impulse mit schwarzen Zahlen

Impulse-Gesellschafter Nikolaus Förster und Dirk Möhrle (Foto: dpa)
Impulse-Gesellschafter Nikolaus Förster und Dirk Möhrle (Foto: dpa)

Knapp ein Jahr nach dem Aus der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien ist klar: Zumindest ein Titel kann definitiv profitabel überleben. Zwölf Monate nach dem Management Buyout präsentiert das Unternehmer-Magazin Impulse seine erste Bilanz - und siehe da: Bei einem Umsatz von 5,171 Millionen Euro blieb ein Gewinn vor Steuern von 228.000 Euro.

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Diese Zahlen präsentierte Chefredakteur, Geschäftsführer und Gesellschafter Nikolaus Förster auf einer großen Verlagssause am Mittwochabend. Tatsächlich scheinen die Hamburger ein Jahr nach ihrem Ausstieg bei Gruner + Jahr Grund zum Feiern zu haben. Denn neben dem Erreichen des positiven Betriebsergebnis und einer kleinen, aber für einen neuen Nischenverlag akzeptablen Rendite von 4,4 Prozent gelang es ihnen, sich im abgelaufenen Jahr komplett vom ehemaligen Mutterhaus zu trennen. So wechselte mittlerweile die Vermarktung von der G+J EMS zum Inspiring Network von Katarzyna Mol-Wolf, die ihrerseits erfolgreich Emotion von Gruner + Jahr mittels eines MBOs übernommen hatte.

Zum Ende des Jahres zog Förster den Vertrieb wiederum gänzlich von der DPV in den eigenen Verlag um. Ihm sei klargeworden, dass es unsinnig sei, diese Kerndienstleistung outzusourcen und unpersönliche Call-Center mit den eigenen – anspruchsvollen – Kunden sprechen zu lassen. „Der Kontakt zu unseren Lesern bzw. unser Netzwerk ist das, was uns vor allem ausmacht“, sagt der Impulse-Chef.

Das Mittelstands-Wirtschaftsmagazin steht allerdings nicht bei allen Kennzahlen besser als im Vorjahr da. So sanken der Umsatz und die Vermarktungserlöse. „Die Signale im Jahr 2014 sind positiv: In den ersten beiden Monaten wurde mehr umgesetzt als im Vergleichszeitraum 2013, dies gilt auch für die Website, die seit Anfang 20104 von BusinessAD vermarktet wird“, heißt es in einer Verlagsmitteilung. „Der Gewinn konnte dagegen gesteigert werden.“

Im Vergleich zu vielen anderen Verlagen gelang das solide Ergebnis im schwierigen Jahr 2013 nicht durch Kürzungen bei den Mitarbeiterkosten. So wechselten vor einem Jahr 15 Festangestellte aus Redaktion und Verlag sowie zwei Volontäre und drei Aushilfen von Gruner + Jahr zum Verlegerneuling. Davon sind noch immer 15 Mitarbeiter an Bord. Zudem stellte Förster 18 neue Mitarbeiter ein.

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Die Konstruktion, mit der die ehemaligen G+J-Angestellten in die neue Firma wechselten, ist tatsächlich erstaunlich. Alle verzichteten auf ihre Abfindung. Dadurch wurde wiederum der Kaufpreis für Förster und seinen neuen Geschäftspartner, den Unternehmer Dirk Möhrle, gedrückt. Sollte Impulse Media allerdings innerhalb der nächsten zwei Jahre gegen die Wand fahren, zahlt der Großverlag doch noch einen Teil der Abfindungen.

Wohin die Reise des neuen Verlags in den kommenden Jahren gehen wird, wissen die Macher noch nicht so. An diesem Thema kauen die Hamburger noch. Fest steht, dass sie auch in zehn Jahren noch ein Qualitätsmagazin für Unternehmer verlegen wollen, das profitabel arbeitet. Dazu soll in den kommenden Monaten der Vertrieb und der Einzelverkauf gesteigert werden.

Auf die Frage, was sie ein Jahr nach ihrem Ausstieg beim Medienkonzern Gruner + Jahr vermissen, gab es eine klare Antwort der neuen Impulse-Führungscrew: Nichts.

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