Nach veröffentlichter Wulff-Nachricht: massive Bild-Kritik bei Facebook

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Publishing Eigentlich rühmt sich Bild mit der Fähigkeit, dem Volk aufs Maul zu schauen und in dessen Sinne zu agieren. In Sachen Wulff und der Veröffentlichung seiner Nachricht auf der Mailbox von Kai Diekmann misslang dies allerdings völlig. Nach dem die Berliner gestern Abend eine Abschrift der Nachricht online gestellt hatten, hagelte es massiv Kritik.

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Dabei ärgern sich die Nutzer gleich über mehrere Aspekte des Falls. Die einen setzten sich mit dem Inhalt der Mailbox-Nachricht auseinander und stellen fest, dass sie ihrer Einschätzung nach gar „keine Drohung“ enthalten hätte. Weshalb die Bild „diesen Mann“ dann wohl auch grundlos „kaputt gemacht“ hätte. An dieser Stelle sei gesagt, dass Wulff sehr wohl von „Krieg führen“ und „endgültiger Bruch“ sprach.

Andere wiederum ärgern sich offenbar maßlos darüber, dass die Bild nicht von Wulff ablassen kann: „Systematisch habt ihr ein politisches Leben zerstört! Ja! Er hat Fehler gemacht! Aber er hat genug gelitten! Ich hoffe er hat bald endlich Ruhe und wird bald endlich wieder Freude haben! Wer sich gegen die ‚Bild‘ stellt ist ohne Chance! Das hat der Fall ‚Wulff‘ bewiesen! Eine reine Hexenjagd!!!“

Es gibt auch Facebook-User, die sich Fragen, ob der Bundespräsident wirklich hätte zurück treten müssen: „Was die Bild hier gemacht hat, ist eine absolute, bodenlose Unverschämtheit!!!! Die hat das deutsche Staatsoberhaupt, das höchste Amt dass es in Deutschland gibt, demontiert!!! Und warum? Am Ende wegen nichts!“. Ein Anderer sieht das ähnlich: „Die Bild und der Stern und wer auch immer daran beteiligt war hat es verkackt. Aber so was von an die Wand gefahren und den kompletten investigativen Journalismus lächerlich gemacht. Nichts hatten sie….nichts und jetzt kommt es raus“.

Solche Reaktionen können allerdings auch ein Reflex darauf sein, dass die Boulevard –Redaktion am gestrigen Dienstag anlässlich des Sat.1-Films, selbst für ihre Verhältnisse dick auftrug. Über Stunden feierten die Berliner sich und ihre Rolle in der Wulff-Affäre mit einer eigenen Web-TV-Show und unzähligen Stücken. Selbst, wenn man den Berlinern ihren journalistischen Scoop gönnt, ist es nicht verwunderlich, dass auch einige Leser arg genervt waren.

In diese Riege an Storys, die Bild während des Sat.1-Movies veröffentlichte, gehört auch das Wortlautprotokoll. Natürlich gibt es dazu auch eine nachgesprochene Audio-Version.

Demnach soll Wulff am 12. Dezember 2011 unter anderem gesagt haben: „Ich bin in vier Golfstaaten unterwegs und parallel plant einer Ihrer Journalisten seit Monaten eine unglaubliche Geschichte, die morgen veröffentlicht werden soll und die zum endgültigen Bruch mit dem Springer-Verlag führen würde”. Weiter zitiert die Bild: “Weil es einfach Methoden gab, mit Dingen im Nachbarschaftsumfeld, die über das Erlaubte hinausgehen und die Methoden auch öffentlich gemacht werden von mir.“

Der längst legendäre Rubikon-Satz lautet: „Und jetzt werden andere Geschichten behauptet, die Unsinn sind. Und da ist jetzt bei meiner Frau und mir einfach der Rubikon in dem Verhalten überschritten.“

Das erstaunliche an diesem Shitstorm ist, dass es bislang kaum Nutzer gab, die die Bild in Schutz nehmen. Bis zum Mittwochmorgen tobten sich überwiegend die Kritiker in den Facebook-Kommentaren aus. An einer Stelle fragt ein Facebook-User, ob die Bild überhaupt das Recht dazu hat, den Text der Nachricht zu veröffentlichen, wenn Wulff dem nicht zugestimmt haben sollte.

Interessant ist es zudem zu beobachten, wie stark der Fall Wulff und die Rolle der Bild noch immer die Menschen zu beschäftigen und spalten scheint. Möglicherweise hat aber auch der Nutzer recht. Der trocken anmerkt: „Dortmund hat 4:2 gewonnen! Das is interessanter!“

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