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Statt Sicherheit: WhatsApp will mit Telefonie punkten

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Der Messenger ist in der Kritik, die Nutzer wandern millionenfach ab. WhatsApp hat nun auf dem Mobile World Congress in Barcelona reagiert: Noch im zweiten Quartal können WhatsApper auch telefonieren. Eine Antwort auf die Sicherheitsbedenken bleibt Gründer Jan Koum weiterhin schuldig. Erster Partner für spezielle Datentarife ist E-Plus.

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Bislang ist es nur möglich, zuvor aufgenommen Sprachnachrichten als Datei zu verschicken. Telefonie, wie etwa beim Chatdienst Skype oder dem Messenger-Konkurrente Viber, war bei weltgrößten Messenger mit rund 465 Millionen Nutzer nicht möglich. Das soll sich nun ändern. Wie Co-Gründer und CEO Jan Koum auf dem MWC 2014 in Barcelona bekanntgegeben hat, soll WhatsApp noch im zweiten Quartal 2014 Telefonie unterstützen.

Damit greift der Messenger nach der SMS das zweite Kerngeschäft der Mobilfunkprovider an. Viber, das vor Kurzem für rund 900 Millionen Dollar an den japanischen Shopbetreiber Rakuten verkauft worden war, bietet das Feature seit dem Start an – konnte sich aber nicht durchsetzen gegen WhatsApp. Das Feature soll zuerst für Android- und iOS-Geräte verfügbar sein, Updates für Blackberry und Windows Phone sollen folgen.

Weltweit erster Partner ist E-Plus
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Doch ausgerechnet zum größten Kritikpunkt an WhatsApp hat sich Koum ausgeschwiegen. Bereits vor dem Verkauf an Facebook stand der Messenger in der Kritik, weil der Datenverkehr größtenteils unverschlüsselt passier. Seit dem Verkauf und vor allem nach dem stundenlangen Serverausfall am Wochenende wandern Nutzer offenbar massenhaft zur Konkurrenz ab. Line gewann allein am Sonntag zwei Millionen Nutzer hinzu, liegt mittlerweile bei 395 Millionen Nutzern weltweit, und ist WhatsApp damit bedrohlich nah auf den Fersen.

Und beim Messenger Telegram melden sich derzeit pro Sekunde 100 Nutzer an. Rund fünf Millionen waren es am Montagmorgen. Verschlüsselungsexperten haben zwar Zweifel an dem Sicherheitskonzept der App, die zudem Kommunikation nicht standardmäßig verschlüsselt, doch: Immerhin bietet Telegram eine Verschlüsselung an, WhatsApp hingegen weiter nicht.

Telefonie über die Datenverbindung? Was über das WLAN kein Problem ist, verbraucht bei einer mobilen Datenverbindung rasch das Volumen. Als erster Partner kooperiert E-Plus mit WhatsApp mit speziellen Tarifen, die Telefonie über WhatsApp möglich machen. „Die Zukunft des Mobilfunks liegt im Datengeschäft“, erklärt Alfons Lösing, verantwortlicher Geschäftsführer für das Wholesale- und Partnergeschäft bei E-Plus. “ Als Mobilfunk-Anbieter, der ohne Wenn und Aber die Bedürfnisse der Kunden in den Mittelpunkt stellt, ist die MVNO-Partnerschaft damit nur konsequent.“

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