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Programmie-Problem: Kartellamt bremst Springer/Funke-Deal

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Das Bundeskartellamt hat am Montag der Funke Mediengruppe und der Axel Springer SE einen Zwischenstand zum angemeldeten Verkauf von Programmzeitschriften an Funke mitgeteilt. Die Übernahme darf nur mit Auflagen erfolgen. Vermutlich muss Funke einige Titel weiterverkaufen.

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Im vergangenen Juli hatte die Funke-Gruppe angekündigt, ein großes Paket von Zeitungen und Zeitschriften von Springer zum Preis von über 900 Millionen Euro übernehmen zu wollen. Den Kauf von zwei Regionalzeitungen sowie einer Reihe von Frauenzeitschriften hat das Kartellamt bereits genehmigt.

Probleme bereitet den Kartellis aber der Kauf des Programmie-Pakets. Denn Funke besitzt u.a. mit den TV-Zeitschriften in München, zu denen etwa Gong gehört, bereits eine beachtliche Marktmacht. Mit Hörzu, Funk Uhr und Co. hätte Funke die Marktdominanz und nur noch Bauer Media als weiteren großen Programmie-Anbieter als Wettbewerber. Als weiteren Marktteilnehmer wertet die Bonner Behörde nur noch Hubert Burda Media, bei der TV Spielfilm erscheint. Aus vier Wettbewerbern würden bei einem Verkauf, was das bereits jetzt existierende Oligopol (nur eine Handvoll Anbieter) auf dem Leser- wie auf dem Anzeigenmarkt stärken würde.

Die Frist für eine abschließende Entscheidung läuft bis zum 22. April. Bis dahin können die Verlage Stellung nehmen. „Die Gespräche mit den Beteiligten über die Abgabe bestimmter Programmzeitschriften sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Andreas Mundt, der Chef des Kartellamtes. „Eine Lösung der wettbewerblichen Probleme ist aus unserer Sicht nach wie vor möglich. Hier besteht aber noch deutlicher Verbesserungsbedarf.“

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Die Essener haben offensichtlich bereits ein Angebot gemacht, um das Kartellamt, das den Wettbewerb garantieren muss, zufrieden zu stellen. Doch dieses Angebot reicht nicht aus, teilte das Kartellamt dem Medienunternehmen am Montag mit. Nun wird ein möglicher Weiterverkauf verschiedener Titel diskutiert. Es geht dabei nicht mehr um die Frage, ob Titel verkauft werden müssen, sondern nur noch um die Frage, wie viele und welche es werden.

Bereits seit längerem wird darüber spekuliert, dass die Mediengruppe Klambt einen Teil der bisherigen Funke-Programmies übernehmen könnte. Die aktuelle kartellrechtliche Zwangslage dürfte sich allerdings nicht gerade positiv auf den Preis auswirken, den Funke für seine Titel erzielen könnte.

Ebenfalls noch geprüft wird die Gründung zweier Gemeinschaftsunternehmen von Springer und Funke, die bei Vermarktung und Vertrieb kooperieren wollen.

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