Anzeige

Wie Google Facebook WhatsApp wegschnappen wollte

WhatsApp.jpg

Das Echo am Tag danach fällt deutlich aus: Techpresse und Wall Street applaudieren Facebook unisono – trotz der Unsumme von 19 Milliarden Dollar für ein nicht mal fünf Jahre altes Unternehmen, das noch nicht nachgewiesen hat, das es Geld verdienen kann. Doch tatsächlich war WhatsApp so begehrt, dass Google offenbar auf den letzten Metern ein Gegenangebot anstrengte, mit dem Larry Page nach Angaben von The Information jedoch nicht mehr zum Zuge kam. 


Anzeige
Anzeige

Auch Google gelingt offenbar nicht alles. Wie das kostenpflichtige Techportal The Information meldet, hat der Internetriese offenbar kurz vor der Übernahme von WhatsApp durch Facebook ein Gegenangebot angestrengt. Demnach soll Google sogar bereit gewesen sein, Facebook zu überbieten – eine bemerkenswerte Wende von der Offerte vor einem Jahr, die noch bei einer Milliarde Dollar gelegen hatte. (Fortune Magazine berichtet unterdessen von einem Gebot über 10 Milliarden Dollar im Vorfeld.)

Doch der Deal kam nicht zustande – damals nicht und letzte Woche nicht. Offenkundig konnte Google – trotz des mutmaßlich höheres Gebots – WhatsApp mit seiner Offerte nicht überzeugen. The Information berichtet, dass der Internetriese beim boomenden Message-Dienst den Eindruck erweckt habe, die Motivation des Kaufes wäre vor allem, Facebook auszustechen, nicht aber das eigene Unternehmen voranzubringen.

Larry Page versuchte offenbar alles, um den Deal zu verhindern

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der den Deal über zwei Jahre anbahnte, gewann WhatsApp-Gründer Jan Koum offenbar über die menschliche Komponente – und die Tatsache, dass er dem WhatsApp-Gründer einen Sitz im Aufsichtsrat einräumte. 

Anzeige

Glaubt man den gut unterrichteten Quellen von Jessica Lessin und Amir Efrati von The Information, unternahm Larry Page, nachdem klar war, dass WhatsApp Facebook favorisierte, sogar noch einen Ablauf über den Wagnisfinanzier Seqouia Capital, der 40 Prozent am Start-up hielt – ebenfalls vergebens.

Facebook-Aktie legt zu und schließt auf neuen Allzeithochs

Facebook hat den Zuschlag für enorme 19 Milliarden Dollar bekommen. Während die Techpresse den „mutigen Schritt“ (Henry Blodget vom Business Insider) lobte, applaudierte sogar am Ende die Wall Street. Nach Bekanntgabe des Deals hatte die Fascebook-Aktie gestern zunächst noch 5 Prozent im nachbörslichen Handel verloren, die jedoch im heutigen Handelsverlauf schnell wieder aufgeholt wurden. 

Am Ende beendete Facebook am Tag der größten Firmenübernahme sogar mit einem Plus von knapp 3 Prozent den Handel – standesgemäß auf neuen Allzeithochs bei 70 Dollar. Allein vier der 19 Milliarden Dollar hat Facebook damit an der Börse bereits wieder zurück.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*