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“Wir sind es leid”: Emma stellt sich hinter Alice Schwarzer

Die Redaktion der Zeitschrift Emma stellt sich hinter Alice Schwarzer
Die Redaktion der Zeitschrift Emma stellt sich hinter Alice Schwarzer

In der Diskussion rund um den Steuerfall Alice Schwarzer hat sich die Redaktion ihrer Zeitschrift Emma mit einem bemerkenswerten öffentlichen Bekenntnis hinter sie gestellt. Schon vor mehreren Tagen veröffentlichte die Emma-Redaktion auf der Website der Zeitschrift eine flammende Verteidigung für Alice Schwarzer: “Wir sind es leid.”

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Die Emma-Redaktion habe schon viele “Anti-Alice-Wellen” über sich ergehen lassen müssen, heißt es in dem Text, der von acht Emma-Mitarbeiterinnen unterzeichnet ist, die auch im Foto gezeigt werden. Der Fehler, den Alice Schwarzer gemacht und “unumwunden zugegeben” habe sei deren persönliches Problem und habe wenig mit Emma zu tun. Wobei: Das hat eigentlich auch niemand behauptet …

Seit über 20 Jahren werde mit “identischen Formulierungen und den immergleichen ‘Informantinnen’ gegen Schwarzer gehetzt. Dabei entstehe ein “Phantombild von Alice Schwarzer, das nichts mit dem Menschen zu tun hat, den wir kennen”. Die Motive für die angebliche Hetze vermuten die Emma-Mitarbeiterinnen in  “der gezielten Demontage einer unbequemen Person”. Damit liegen sie exakt auf derselben Argumentationslinie wie Alice Schwarzer selbst.

Sie hatte in ihrem Beitrag zu den Steuer-Vorwürfen auch eine Art Verschwörung gegen sich und ihre Motive angedeutet: “Rufschädigung? Klar. Zu viele haben in meinem Fall ein Interesse daran. Ein politisches Interesse. Und ich frage mich, ob es ein Zufall ist, dass manche bei ihrer Berichterstattung über mich gerade jetzt auf Recht und Gesetz pfeifen? Jetzt mitten in der von Emma angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht.”

Für ihre selbstgerechte Rechtfertigung war Schwarzer vielfach kritisiert worden. Ihre Redaktion teilt Schwarzers Sichtweise: “Egal, ob Alice Schwarzer sich zu einem Vergewaltigungsprozess äußert oder sich von einer potenziellen Chefredakteurin nach einigen Probewochen trennt (übrigens auf ausdrücklichen Wunsch der Redaktion) – immer wieder rollt die Schwarzer-Vernichtungswelle über die Emma hinweg, die in ihrem diffamatorischen Umgang mit einer öffentlichen Person in Deutschland ihresgleichen sucht.”

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“Vernichtungswelle”, “Diffamierung”, “Hetze”, “gezielte Demontage” – darunter macht es die Emma-Redaktion nicht. Schuld sind – natürlich – jeweils die anderen. Zum Beispiel in der Frage, warum Alice Schwarzer für die Redaktionsleitung der Emma bislang noch keine Nachfolgerin gefunden hat: “Es hat übrigens durchaus mehrere Anläufe gegeben, eine Nachfolgerin zu finden. Die sind nicht an uns gescheitert, sondern am bisweilen erstaunlichen Verhalten der potenziellen Nachfolgerinnen, über das wir selbstverständlich diskret geschwiegen haben.)”

Und so hofft die Emma-Redaktion, dass Alice Schwarzer noch lange weitermachen möge. Ein Wunsch, der mit ziemlicher Sicherheit erfüllt werden wird.

(swi)

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