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WhatsApp-Gründer: vom Sozialhilfeempfänger zum Milliardär

WhatsApp-Gründer Jan Koum (Foto: dpa)
WhatsApp-Gründer Jan Koum (Foto: dpa)

Jan Koum kam als Jugendlicher in die USA, lebte mit seiner Mutter von Sozialhilfe und stand vor Behörden für Lebensmittelmarken an. Während des Studiums trat Brian Acton in sein Leben und spornte ihn dazu an, an einer gemeinsamen Idee festzuhalten. Sie heißt WhatsApp und machte die Partner über Nacht zu Multimilliardären.

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Es ist eine von diesen Geschichten, die nur in Amerika geschrieben werden können – genauer gesagt im Silicon Valley. Als Jan Koum mit seiner Mutter aus der Ukraine in die USA kam, hatte er nichts. Sie lebten von Sozialhilfe, Koum musste jeden Monat Behörden aufsuchen, wo er Lebensmittelmarken bekam. An diese schwierigen Zeiten denkt Koum noch heute zurück. Das machte er deutlich, indem er an jenem Ort, wo er damals für Essen anstehen musste, gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Brian Acton und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Deal seines Lebens unterzeichnete. Mit einer Unterschrift macht er sich und seinen Freund um insgesamt 19 Milliarden US-Dollar reicher. Koum selbst profitiert – sofern das überhaupt geht – noch mehr: In Zukunft findet er sich im Verwaltungsrat von Facebook wieder.

Dass Koum heute in einer Reihe mit Zuckerberg steht, hat er seiner Idee und seinem Partner Brian Acton zu verdanken. Sie lernten sich 2007 kennen, arbeiteten gemeinsam beim Internetriesen Yahoo. Es war Koum, der auf die Idee kam, die die SMS nahezu überflüssig machen sollte. Seine Jugend habe den WhatsApp-Gründer entscheidend geprägt, erklärt Koum. So habe er unter dem Sowjet-Regime gelitten, das nach der Ausreise in die USA auch  den Kontakt zu seinem Vater erschwerte, der in der Ukraine geblieben war. Diese Unerreichbarkeit habe ihm die Notwendigkeit von WhatsApp gezeigt.  „Wir wollten eine App entwickeln, die eine 60-jährige Oma ohne jegliche Computer-Kenntnisse nutzen könnte“, sagte Koum.

2008 trennte er sich von Yahoo, kurze Zeit später folgte Acton. Sie arbeiteten gemeinsam an ihrer App, deren Erfolg wohl niemand vorausgeahnt hat. Und auch von ihrem Knowhow schien wohl niemand so richtig überzeugt. So ließ Twitter Acton 2009 abblitzen, und auch Facebook wollte damals nicht gemeinsam mit ihm arbeiten. Als Koum zwischenzeitlich nicht mehr an die Idee und das Produkt geglaubt hat, weil WhatsApp immer wieder abstürzte, war es Acton, der ihn motivierte, am Ball zu bleiben. Heute legt Zuckerberg für WhatsApp so viel Geld wie noch nie auf den Tisch.

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Das Durchhaltevermögen hat sich also ausgezahlt. Acton und Koum sind jetzt Namen, die nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten werden. Für die beiden, die die Öffentlichkeit bisher weitgehend gemieden haben, eine ungewohnte Situation. Obwohl sie keine Rampensäue sind, können sie sich durchsetzen, auch gegenüber dem großen Mark Zuckerberg. Koum versichert, dass WhatsApp mit seinen Büros in Mountain View bleibt und weiterhin eigenständig arbeitet. Auch in Zukunft bleibe WhatsApp werbefrei, auch eine Verschmelzung  mit Facebooks Messenger-Angebot sei ausgeschlossen. „Hier ist alles, was sich für unsere Kunden ändern wird: nichts“, schreibt Koum auf der Homepage von WhatsApp

Das Duo lebt den American Dream. In nur fünf Jahren wurde aus einer Idee ein Milliardendollar-Produkt. Plump gerechnet verkaufen sie ihre 450 Millionen Kunden für knapp 42 Dollar das Stück, jeder einzelne Mitarbeiter (es sind rund 50) ist rechnerisch 380 Millionen Dollar wert. Wie Facebook die Investitionen mit durch das WhatsApp-Geschäft wieder reinholen will, bleibt rätselhaft. Klar ist aber, dass Koum und Acton weiterhin mitsprechen werden – WhatsApp werden sie nämlich weiterführen.

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