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Weight Watchers – die dicken Schleichwerber von nebenan

Ein Schelm, wer dabei an Werbung denkt …
Ein Schelm, wer dabei an Werbung denkt ...

Schon wieder Weight Watchers! Die Diätfirma mit dem Punktesystem ist mal wieder unter Schleichwerbeverdacht. Ort des Geschehens ist - nicht zum ersten Mal - Burdas Bunte. CDU-Vizechefin Julia Klöckner wird in der Zeitschrift und bei Bunte.de als erfolgreiche Abnehmerin vorgeführt (“17 Kilo weg!”). Damit steht sie in einer Reihe mit Christine Neubauer, Andrea Kiewel, Oliver Kahn oder Andrea Göpel. Das Problem: Klöckner wurde nicht gefragt, ob sie als Werbefigur herhalten will.

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Der erste bekannt gewordene Fall von Weight-Watchers-Schleichwerbung in Deutschland war ZDF-Moderatorin Andrea Kiewel. Die schwärmte 2007 in der damaligen Talkshow von Johannes B. Kerner derart unverblümt für die Weight Watchers, dass sogar der notorische Einschmeichler Kerner nachhakte, ob sie für diese Jubelarien eigentlich bezahlt würde. Kiewel verneinte, obwohl sie in Wahrheit einen geheimen Werbevertrag mit der Diätfirma hatte. Das kann man dreist nennen.

Die Sache flog auf und “Kiwi” musste eine Auszeit als Moderatorin des “ZDF Fernsehgarten” nehmen. Mittlerweile steht sie beim Zweiten schon länger wieder in Lohn und Brot. Da ist man beim ZDF nicht so. Später änderte Weight Watchers die Werbe-Strategie. Statt Geheim-Verträge, die auffliegen könnten, wurden Promis nun offen vor den Werbe-Karren gespannt. Ex-National-Torhüter Oliver Kahn oder TV-Moderatorin Andrea Göpel durften für Werbe-Spots posieren und gleichzeitig z.B. bei dpa und Bild ihre Abnehm-Erfolge mit den Weight Watchers feiern. Hier fällt es schwer von Schleichwerbung zu sprechen. Allzu offensichtlich war die kommerzielle Produktplatzierung.

Am dollsten aber trieb es Quoten-Queen Christine Neubauer, die mit Weight Watchers ordentlich abnahm und ihre Diät-Saga fast gleichzeitig stern und Bunte als irgendwie “exklusiv” andrehte (Bunte jubilierte: “Getrennt, frisch verliebt, 15 Kilo leichter”). Doppelt dick in den Gazetten und dafür auch noch fette Werbekohle abgreifen. Chapeau, Frau Neubauer!

Jetzt beobachten wir also bei Bunte und Bunte.de die neuste Medien-Masche der Diät-Profis von Weight Watchers. Man muss den prominenten Dünn-Frauen noch nicht einmal mehr Geld für die Werbung zahlen. Das klappt ja auch so! Julia Klöckner hat der Gala im Interview etwas über ihre Gewichtsreduktion erzählt, ohne freilich die Firma Weight Watchers zu nennen. Bei Burda war man weniger zurückhaltend. Der Text bei Bunte und Bunte.de liest sich, wie aus dem Prospekt entsprungen. Kostprobe: “Denn nicht nur 17 Kilo hat die Politikerin in den letzten sechs Monaten verloren, auch mindestens zehn Lebensjahre scheinen wie weggeblasen. Wie der ehemaligen Weinkönigin das gelungen ist? Die 41-Jährige zählt Punkte mit dem Ernährungsprogramm des Diät-Unternehmens Weight Watchers. ‘Für Powerfrauen wie sie, die 16-Stunden-Tage haben, ist das optimal. Sie behalten problemlos den Überblick über ihren Tagesbedarf, egal wann oder wo Sie gerade sind’, erklärt Weight-Watchers-Sprecher Karsten Biermann gegenüber der Illustrierten Bunte.” Dann wird noch auf darauf hingewiesen, dass bei Bedarf auch ein Coach zur Unterstützung bereitsteht. Der Sprecher des “Diät-Giganten” verspricht, dass “bis zu ein Kilo pro Woche mit dem Programm purzeln” könne. Sogar den Preis der Weight-Watchers-App vergisst der Sprecher nicht zu erwähnen, der natürlich auch gedruckt wird.

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Nun berichtet der Berliner Tagesspiegel, dass CDU-Frau Klöckner “stinksauer” ist, dass sie als unfreiwillige Werbefigur für Weight Watchers herhalten muss. Bei Weight Watchers will man mit der Sache plötzlich nix mehr zu tun haben und zeigt auf die Bunte. Der Tagesspiegel zitiert eine Sprecherin von Weight Watchers: “Wir werben nicht mit Personen, die nicht ihr Einverständnis dafür erteilt haben.” Die Bunte habe ihre “journalistische Sorgfaltspflicht” verletzt, weil der Artikel mit Weight Watchers “weder abgestimmt noch autorisiert” sei. Aber, liebe Weight Watchers, wer soll das denn glauben? Da hat die Frau Sprecherin vielleicht die überaus ausführlichen Zitate ihres Watchers-Kollegen Biermann in dem Bunte-Artikel überlesen. Wenn der Firma viel an Diskretion liegen würde, hätte sie ja vornehm schweigen können, als ihnen die knallharten Diät-Rechercheure aus dem Hause Burda auf die Pelle rückten.

Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel sieht in der Weight-Watchers-Bewienerung keine Problemzone. Sie lässt sich zur Causa Klöckner mit den Worten zitieren: “Hätte die mithilfe von Gemüsesuppe abgenommen, hätten wir auch das geschrieben.“ Ja. Bloß die “Gemüsesuppe” hätte wahrscheinlich keine hübschen, bezahlten Anzeigen geschaltet, die auch neben dem Weight-Watchers-Artikel bei Bunte.de auftauchen.

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