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Kritik an ARD/ZDF: Konserven-TV und Karneval statt Kiew

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Die Kritik in Richtung ARD und ZDF, aktuelle Ereignisse zu verpennen, ist nicht neu. Am gestrigen Dienstag ging es zeitweise auf Twitter rund, weil bei der ARD die Ärzteserien “In aller Freundschaft” und "Dr.Kleist" liefen und im ZDF Karneval auf dem Programm stand, während sich die Ereignisse in Kiew überschlugen. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen die Schelte aber nicht auf sich sitzen lassen.

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Die ARD reagiert noch am Abend direkt bei Twitter auf die anhaltende Kritik. U.a. mit einer Bilder-Collage aus Nachrichtensendungen und Korrespondenten-Schalten. Mit einiger Zeitverzögerung richtete die ARD im Web auch einen Livestream ein und am heutigen Mittwochabend wird auch ein “Brennpunkt” ins Programm genommen.

Zu spät, meinen einige Kritiker, wie etwa Imre Grimm, Medienjournalist bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Die Argumentation: Bei unwichtigen Ereignissen, wie der Verletzung des damaligen Fußball-Nationalspielers Michael Ballack, Wintereinbrüchen oder Hochwasser wurden schnell “Brennpunkt”-Sondersendungen ins Programm genommen – bei Krisen im Ausland klappt das oft nicht so fix. So übte 2011 die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon einmal beißende Kritik an der ARD, weil der Sender nach Meinung der Zeitung zu spät auf die Proteste in Ägypten reagierte.

Diesmal schaltete sich via Twitter sogar stern-Herausgeber Andreas Petzold in die Diskussion ein und lieferte sich ein kleines öffentliches Streitgespräch mit dem ZDF-Hauptstadtkorrespondenten Andreas Kynast.

Auf Anfrage von MEEDIA erklärt ein ZDF-Sprecher die Zurückhaltung des Zweiten in Sachen Kiew so: “Die Ereignisse in Kiew entwickelten sich über den Tag, spitzten sich aber erst am Abend zu, als die Polizei mit der Erstürmung des Unabhängigkeits-Platzes begann. Deshalb hat das ZDF nicht mit einer ZDFspezial-Sendung nach der ‘heute’-Sendung reagiert. Das ‘heute-journal’ bildete das Geschehen dann ausführlich ab und widmete sich während der ersten zehn Minuten mit drei Elementen ausschließlich den Ereignissen in der Ukraine.”

Heute werde das Nachrichtenangebot zwischen den Olympia-Übertragungen aus Sotschi erweitert. Am Abend plant das ZDF um ca. 19.35 Uhr  ein ‘ZDFspezial’. Auch das ‘auslandsjournal’ wird sich heute mit der Situation in der Ukraine befassen.

Bei der privaten Konkurrenz lief es am Dienstagabend nicht besser. N24 zeigte eine Doku über Fische, bei n-tv erfuhr man Einiges über Planeten. Na ja.

Immerhin haben ARD und ZDF im aktuellen Fall recht zeitnah reagiert. Am Ende bleibt jedoch nicht zu ersten Mal die Erkenntnis: Für einen echten (!) öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal wäre das viele Geld aus dem Rundfunkbeitrag wirklich gut angelegt.

Update: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, auch der „Ereignis“-Kanal Phoenix habe die Unruhen in Kiew am Dienstagabend weitgehend ignoriert. Dies war nicht korrekt. Tatsächlich zeigte Phoenix um 21.50 Uhr eine Sondersendung zu den Unruhen. Wir haben den entsprechenden Passus entfernt und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

(swi)

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Alle Kommentare

  1. Sturm der Liebe ist eine Sendung die nicht mehr zu ertragen ist. Die Themen sind niewaulos. Dem Drehbuchautor ist wohl die Luft ausgeganen. Nun muß er schon Behinderte als Opfer für die Darstellungen nehmen und so deprimierent enbeziehen – schande – .
    sommerfeld

  2. Welch ein Armutzeugnis, das man im Sturm der Liebe als Hauptthema nur die B u c k e l geschichte spielt, Gib es nichts anderes.Drehbuchdarsteller nichts mehr im Kopf.Ist eigentlich traurig. Hat sich jemand von den Darstellern in die Lage versetzt betroffen zu sein ? Es ekelt mich an, diese stupiede Sendung zu gucken. Beim nächstenmal berichte ich Ihnen wie oft – Buckel , Buckel – vorkommt. Ich wünschte mir etwas mehr Qualität Ihrer Sendung. A.Sch.

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