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„Schulz in the Box“: ein starkes Stück Privat-Fernsehen

Gute Quoten: Olli Schulz im Knast erreichte 1,02 Millionen bei den 14- bis 49-Jährige
Gute Quoten: Olli Schulz im Knast erreichte 1,02 Millionen bei den 14- bis 49-Jährige

Olli Schulz gilt wahlweise als lustiger Liedermacher oder schräger Typ, der es ins TV geschafft hat. So oder so: Die Menschen halten ihn für witzig. Dass er auch intelligent, melancholisch und durchaus reflektiert sein kann, bewies die gestrige Folge von "Schulz in the Box". ProSieben gelang damit ein starkes Stück Privatfernsehen.

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Für den erfahrenen ProSieben-Zuschauer muss es ein  ungewohnter Kontrast gewesen sein. Nach der lustig-lockeren Montagssitcom „Big Bang Theory“, muss dieser sich auf einmal wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorgekommen sein. Allerdings wäre das, was er da sah, selbst für ARD/ZDF-Verhältnisse eine beachtenswerte Stunde Fernsehen gewesen.

Eigentlich läuft auf dem Montagssendeplatz „Circus Halligalli“ mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Das ist auch keine typische Privat-TV-Show. Ist sie doch wesentlich ambitionierter, härter, intelligenter und manchmal auch peinlicher als die sonstige RTL/Sat.1/ProSieben-Kost. Doch diesmal trauten sich die Programmplaner noch einen Schritt weiter zu gehen. So war die gestrige „Schulz in the Box“-Sendungen alles andere als leichtes TV-Entertainment.

Das Konzept des Formates ist fix erklärt: Der Liedermacher/Sänger/lustige Sprücheklopfer Olli Schulz wird in eine Holzkiste gepackt und in eine ungewöhnliche Situation bzw. Umgebung gebracht. Dort muss er sich zurechtfinden, ohne dass er vorher wusste, was auf ihn zukommt.

In der Premieren-Folge landete er bei der Gruppierung „Fuckforforest“. Das war noch peinlich bis prollig und damit im klassischen Niveau-Korridor des Privat-Fernsehens. Am gestrigen Montag landete Schulz im Knast. Dabei gelang ihm das Kunststück, sich tatsächlich menschlich und nicht von oben herab mit der Situation der Menschen in der JVA Hannover auseinanderzusetzten.

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Abgesehen von der vorzüglichen Musikauswahl und den beeindruckenden Bildern schilderte die Sendung nah und unaufgeregt den Knast-Alltag. Das war nicht lustig und auch kein Entertainment typischer Machart, sondern eher ganz klassische Reportage: kleine Geschichten aus einem Gefängnis ganz nah am Menschen erzählt.

Am Ende seines Knastaufenthaltes gab Schulz dann noch ein kleines Konzert für seine Mithäftlinge. Ganz gespannt lauschten sie seinem Lied „Koks & Nutten“. Und auch der TV-Zuschauer schaut und hörte ganz ergriffen zu.

ProSieben kündigte laut DWDL mittlerweile an, bereits weitere Folgen von „Schulz in the Box“ zu drehen. Das ist eine sehr gute Nachricht.

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