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Geheimdienste können auch digitale Briefkästen ausspähen

WikiLeaks-Gründer Julian Assange
WikiLeaks-Gründer Julian Assange

Der Journalist Glen Greenwald hat auf der News-Website The Intercept neue, verstörende Enthüllungen rund um die Aktivitäten der Geheimdienste NSA und GCHQ (Großbritannien) veröffentlicht. Demnach ist es GCHQ möglich, IP Adressen von Besuchern von Websites wie Wikileaks zu überwachen und zurückzuverfolgen. Das bedeutet: Wer online vertrauliche Dokumente hochlädt, könnte ins Visier der Geheimdienste geraten.

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Bis 2010 hat auch die Enthüllungsplattform Wikileaks einen solchen digitalen Briefkasten genutzt, über den Whistleblower brisante Dokumente anyonym hochladen konnten. Anonym? Nicht unbedingt. Wie The Intercept auf Basis der von Edward Snowden zur Verfügung gestellten Informationen enthüllt, ist der britische Geheimdienst GCHQ in der Lage, die IP-Adressen von Besuchern bestimmter Websites zu verfolgen. Insofern keine Technik verwendet wird, die die IP Adresse verschleiert, können die Spione mit Hilfe der IP Adresse den Rechner identifizieren, von dem aus auf Wikileaks oder eine andere Website zugegriffen wurde. Auch ohne Mithilfe der Website-Betreiber. Möglich ist dies, weil der Geheimdienst direkt die Glasfaserleitungen anzapft, die das Rückgrat des weltweiten Internets bilden.

Für Medien und potenzielle Informanten sind dies äußerst verstörende Nachrichten. Zwar hat Wikileaks seit 2010 auf einen öffentlichen digitalen Briefkasten verzichtet, es gibt aber durchaus noch Medien, die solche Upload-Funktionen für Informanten anbieten. Laut The Intercept hat GCHQ von diesen Möglichkeiten der Überwachung auch ausführlich Gebrauch gemacht. Gleichzeitig gab es bei dem US-Geheimdienst NSA offenbar Bestrebungen, auch die Filesharing-Site The Pirate Bay und das Hacker-Kollektiv Anonymus mit Hilfe von Geheimdiensttechnik auszuspähen.

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Wikileaks-Grüner Julian Assange hat die nun bekannt gewordenen Aktivitäten der Geheimdienste scharf verurteilt. Die Überwachung von Lesern einer populären Website nannte er gegenüber The Intercept „rücksichtlos und gesetzeswidrig.“

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