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Wollte Apple tatsächlich Tesla kaufen?

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Interessante Enthüllung des San Francisco Chronicle: Apples Chef-Akquisiteur Adrian Perica habe sich mit Tesla-CEO Elon Musk getroffen, berichtet die 148 Jahre alte US-Zeitung. Das war allerdings im vergangenen Frühjahr. Ob Apple tatsächlich an einer Übernahme interessiert war, erscheint fraglich. Fest steht viel mehr: Die Chance ist dahin – Teslas Kurs hat sich inzwischen vervielfacht.

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Vielleicht war es doch mehr als Rhetorik:  „Wir schauen uns Großunternehmen an“, hatte Tim Cook dem Wall Street Journal vor rund einer Woche diktiert. „Wir haben kein Problem damit, eine zehnstellige Summe zu investieren, wenn das im langfristigen Interesse von Apple ist. Keins. Null“, bekräftigte der Apple CEO.

Und vielleicht war der wertvollste Konzern der Welt in der Vergangenheit näher an einer Großübernahme dran als Anleger es vermutet  haben. Wie der San Francisco Chronicle am Wochenende berichtete, hat es im vergangenen Frühjahr ein Zusammentreffen zwischen Apples M&A-Chef-Adrian Perica und dem CEO eines der heißesten Unternehmen der Welt gegeben – Tesla-Chef Elan Musk.

Die größte Übernahme bleibt NeXT

Um was es dabei ging, verläuft sich im Spekulativen. Der San Francisco Chronicle, der ebenfalls Apples Interesse im Medizin-Sektor entdeckt haben will, folgert daher:  „Zusammengenommen unterstreicht das Apples großen Wunsch, sich von iPhones und iPads zu entfernen und große Risiken einzugehen.“

Doch nicht so schnell.  Apples größte Übernahme bleibt auch nach 18 Jahren die Akquisition von Steve Jobs’ eigenem Unternehmen NeXT. 405 Millionen Dollar bezahlte der Kultkonzern aus Cupertino 1996 für den Computerhersteller und hat seitdem nie wieder mehr Geld in Hand genommen, während beim Erzrivalen Google Übernahmen in Milliarden-Größenordnungen, wie zuletzt bei Nest, an der Tagesordnung zu stehen scheinen.

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Tesla-Übernahme nicht mehr realistisch

Wäre Tesla als Übernahmeziel dennoch denkbar? Durchaus, denn der Elektroautohersteller gilt als Apple der Automobilbranche, während Apple mit iOS in the Car aktuell einige Anstrengungen zur Verbreitung im Kfz-Bereich anstrengt. Ergo: Wenn Perica und Cook, der bei dem Gespräch mit Musk mutmaßlich dabei war, denn schneller gehandelt hätten, wäre die Übernahme von Tesla für Apple ohne größere Umstände zu machen gewesen. 

Im April letzten Jahres notierte Tesla noch bei unter 40 Dollar. Nicht mal ein Jahr später leuchten  neue Allzeithochs bei über 200 Dollar auf. In anderen Worten: Der Zug, bzw. das Elektroauto, ist abgefahren. Seinerzeit war Tesla weniger als 5 Milliarden Dollar wert, heute sind es mehr 24. Zuzüglich dem Premium-Aufschlags, den Apple in Falle der Übernahme einer der heißesten Aktien der Wall Street zahlen müsste, wären schnell 40 Milliarden Dollar fällig.

Das Hundertfache der NeXT-Übernahme für ein Unternehmen, das mit Ach und Krach in der Nähe der schwarzen Zahlen liegt? Sehr unwahrscheinlich. Tim Cook dürfte da eher dem Beispiel seines neuen besten Freundes Carl Icahn folgen – und „auf Apple wetten“.

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