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Hubert Burda: „Viele Verleger geben zu schnell auf“

Verleger Burda: „Starrt nicht bloß auf Google!“
Verleger Burda: "Starrt nicht bloß auf Google!"

Verleger und VDZ-Präsident Hurbert Burda wirft seiner Branche Fehler im Umgang mit dem Internet vor. Diese habe das Digitalgeschäft erst verschlafen und dann zum Teil zu hektisch reagiert, erklärte der 74-Jährige in einem Interview mit dem Handelsblatt. Print sei weiter ein "solides Mediengeschäft".

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Wörtlich sagte Burda dem Handelsblatt: „Viele meiner Kollegen ziehen sich zu schnell aus dem Geschäft zurück. Wo sie früher zu langsam und falsch auf das Internet reagierten, handeln sie heute zu hastig, ja aufgeregt, einfach weil sie an ihr traditionelles Geschäft nicht mehr glauben. Gerade Deutschland hat aber eine Lese- und Schreibkultur, die es so nirgendwo anders gibt. Viele Verleger geben zu schnell auf was sie haben, statt darüber nachzudenken, wie sie es ausbauen könnten.“ Hinzu kämen Fehler der Vergangenheit. Burda: „Vor zehn Jahren wollten viele Verleger nicht ins Netz, nun müssen sie schon sehr viel Geld in die Hand nehmen, um dort überhaupt etwas kaufen zu können. Für Firmen mit Umsätzen von 60, 70 Millionen werden heute insbesondere in den USA Preise von über einer Milliarde aufgerufen. Das ist Wahnsinn!“ Sein kämpferischer Rat an die Verlagsmanager: „Starrt nicht bloß auf Google, sondern widmet Euch dem Grosso! Es geht um Euren Vertrieb, nicht ums Internet!“

Dabei hätte es vor allem der Nachrichtenjournalismus schwer, da dieser mit einer „extrem schnell verderblichen“ Ware handele. Die besten Chancen habe seiner Ansicht nach derzeit alles „alles, was mit Lifestyle zu tun hat – und zwar weltweit und gerade in den Werbemärkten“. Der Verleger weiter: „Hedonismus ist mehr als ein Zeitgeist-Phänomen. Viele Millionen Menschen haben dank der Globalisierung plötzlich die Möglichkeit zum Aufstieg.“ Von diesem Trend habe auch die Burda-Zeitschrift eines Lizenztitels von „Harper’s Bazaar“ profitiert, die im Anzeigenverkauf eine „der erfolgreichsten Einführungen“ gewesen sei, „die es hierzulande je gab.“

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Auch für die junge Generation hat Burda einen Tipp. So würde gerade das Ausbildungsprogramm der hauseigenen Journalistenschule in Offenburg überarbeitet und um Kurse in „Coding und Designing“ ergänzt: „Wer heute 20 Jahre alt ist und keinen Algorithmus schreiben kann, wird es künftig schwer haben. Im analogen Journalismus dominiert der Text alles. Im Web kommt es auf Optik, auf Videos, Sound und Auffindbarkeit an.“

 

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