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Maischbergers entgleiste Lehrstunde in sexueller Vielfalt

Was ist schon normal? „Menschen bei Maischberger“ und die sexuelle Vielfalt
Was ist schon normal? "Menschen bei Maischberger" und die sexuelle Vielfalt

Da saßen sie nun bei Sandra Maischberger. Der Vorzeige-Schwule Jens Spahn, die “schrille” Drag-Queen Olivia Jones, die vernünftige Mutti Hera Lind, die geifernde Reaktionärin Birgit Kelle, der fundamentalistische Hardliner Hartmut Steeb. Und stritten in den ihnen zugedachten Rollen darüber, ob “sexuelle Vielfalt” Bestandteil des Schulunterrichts sein soll/darf/muss. Die Sendung war mit ihren Defiziten ein hervorragendes Beispiel dafür, dass wir Aufklärung in Sachen sexueller Vielfalt tatsächlich bitter nötig haben.

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Es gab viel Kritik an “Menschen bei Maischberger” im Vorfeld. U.a. das Schwulen-Magazin Queer monierte, dass mit Steeb und Kelle zwei bekannte Homosexuellen-Gegner, falls man das so sagen kann, eingeladen waren. Und es wurde kritisiert, dass die Redaktion den Un-Begriff von der “drohenden moralischen Umerziehung” in den Sendungstitel packte. Noch dazu, weil in einer ersten Version die Anführungszeichen bei der “moralischen Umerziehung” fehlten.

Der Grund, warum die “Umerziehung” im Sendungstitel auftauchte ist, dass der unselige Begriff in einer viel beachteten Petition gegen einen neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg steht. In dem grün-rot regierten Bundesländle soll die Darstellung sexueller Vielfalt in den Schulunterricht einfließen. Dabei geht es freilich nicht um angeblich igitte Sexual-Praktiken, sondern darum, dass Partnerschaften und Familien, die nicht dem traditionellen Mann-Frau-Kind Schema entsprechen, Kindern und Jugendlichen gleichberechtigt vermittelt werden.

Oft ist dann die Rede von Lebensmodellen oder Lebensentwürfen und da tappt man – auch als Medienmensch – schon in die ersten Formulierungsfallen. Die sexuelle Orientierung ist nun mal kein “Modell” oder “Entwurf”, für das man sich entscheiden kann. Wissenschaftlicher Konsens ist, dass dies angeborene Eigenschaften der individuellen Persönlichkeit sind. Darum geraten Diskussionen zum Thema sofort aus der Spur, wenn Dampfhammer-Rhetoriker wie Steeb oder Kelle davon reden, dass sie andere Meinungen oder Auffassung “selbstverständlich” tolerieren würden. So geschehen auch in der gestrigen Maischberger-Sendung. Dabei geht es eben nicht um “Meinungen”, die zu tolerieren sind Es geht um unveränderbare Persönlichkeitseigenschaften.

Der Gipfel dieses Gebirges aus Unverständnis war in der Maischberger-Sendung erklommen, als Hartmut Steeb meinte, die Ängste von Homosexualität in einer repressiven Gesellschaft mit den Ängsten vergleichen zu müssen, die ein Jugendlicher erleidet, wenn er oder sie wegen eines unaufgeräumten Zimmers geschimpft wird. Es war keine kleine Leistung des schwulen CDU-Politikers Jens Spahn, bei derartig offenkundigem Unfug zu jeder Minute ruhig und kontrolliert zu bleiben.

Spahn war überhaupt so etwas wie die Stimme der Vernunft im vielstimmigen Chor der Überdrehtheiten in der Maischberger-Runde. Er hat beispielsweise klar benannt, dass es von der Redaktion unangebracht ist, ihn als “bekennenden Schwulen” einzuführen. Spahn nahm das hin – was blieb anderes übrig – aber er sagte deutlich, dass das Wort “bekennend” alleine schon ziemlicher Mist ist. “Bekennend” ist in der Tat so ein Wort, das viele Medienschaffende zu oft und zu leichtfertig im Munde führen. “Bekennender Schwuler”, “bekennender Beatles-Fan”, “bekennende Hausfrau” – was soll das?

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Da machte es sich Sandra Maischberger – bei allen unterstellten guten Absichten – ein bisschen zu leicht, über solch berechtigte Kritik einfach hinwegzuschauen. Die Moderatorin stellte sich auf den Standpunkt schon alleine deshalb alles richtig zu machen, weil sie von verschiedenen Seiten im Vorfeld kritisiert wurde. Motto: Wenn sich alle aufregen, werden wir so falsch schon nicht liegen. Ganz so simpel ist es nicht.

Wäre es zuviel verlangt gewesen, wenn sich eine ARD-Redaktion in der Vorbereitung einer solchen Sendung mal ein oder zwei Gedanken mehr über Formulierungen und – jawohl! – Worte macht? Schade, dass dies offenbar nicht geschehen ist. Chef-Unsympath Steeb versuchte gleich zu Beginn die Bedeutung von Worten herunterzuspielen – wohl ahnend, dass er mit seinen Worten regelmäßig Gift und Galle in die gesellschaftliche Debatte injiziert.

Trotz solchen Defiziten war die Schärfe der Kritik an “Menschen bei Maischberger” auch nicht ganz gerechtfertigt. Die Moderatorin mühte sich redlich, Steeb und Kelle nicht leicht davonkommen zu lassen, was partiell auch gelang. Wenn Birgit Kelle ein von Maischberger “obskur” genanntes Papier zitierte, laut dem die Lehrer-Gewerkschaft GEW angeblich Lesben-Sex-Propaganda betreibt, musste Maischberger lachen. Olivia Jones meinte zutreffend: “Das ist doch jetzt Comedy.” Viel musste also gar nicht getan werden, um Hartmut Steeb und Birgit Kelle als die Eiferer dastehen zu lassen, die sie offenkundig sind. Steebs Coming Out als Betonkopf war perfekt, als er “bekannte”, dass er auch eine so genannte Regenbogenfamilie – also die Gemeinschaft eines schwulen und eines lesbischen Paares, die gemeinsam Kinder großziehen – nicht gutheißen kann. Obwohl doch in dieser Konstruktion alle von ihm zuvor formulierten Bedingungen für den gesellschaftlichen Normalfall vorhanden waren. Also Kinder, Vater, Mutter. Sogar jeweils zwei von jeder Sorte. Norm-Auftrag sozusagen übererfüllt.

Trotz allem. Trotz der teils fahrigen Diskussion, trotz der Unzulänglichkeiten in der Vorbereitung, trotz der klischeehaft verteilten Rollen der Diskutanten konnte man bei dieser von Anfang an entgleisten Maischberger-Sendung etwas mitnehmen. Nämlich, dass “sexuelle Vielfalt” tatsächlich in den Schulunterricht gehört. In der Hoffnung, dass eine neue Generation lernt, dass der so genannte Normalfall bestenfalls eine Illusion und schlimmstenfalls ein Kampfbegriff ist. Wohin das führt, wenn so weitergewurstelt wird wie bisher, konnte man bei “Menschen bei Maischberger” Dienstagnacht besichtigen. Das kann keiner wollen. So gesehen hat die Maischberger-Redaktion in Sachen Aufklärung gar keinen so schlechten Job gemacht. Wenn auch unfreiwillig.

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Alle Kommentare

  1. MEINE MEINUNG!

    Von Willi Bühler

    „Mein Leben mit zwei Papas“, so lautet die provokante Schlagzeile auf der Titelseite der MORGENPOST vom 4. August 2016. Zwei Männer und ein Kind lächeln dem Betrachter entgegen. Sie scheinen glücklich zu sein, zumindest tun sie so.
    Da ich Elektroniker bin, also in die Welt der Physik gehöre, komme ich da mächtig ins Grübeln. Nach den Naturgesetzen ziehen sich nur ungleichnamige Pole an, gleichnamige aber stoßen sich ab.
    Warum bloß wollen Menschen ein Naturgesetz ändern? Gefallen sie ihnen nicht? Passen sie ihnen nicht? Wenn Menschen Naturgesetze ändern könnten – dann gäbe es das Universum nicht, sagte mir ein Astrophysiker vor einiger Zeit. Sehr aufschlussreich!
    Nun verfalle ich ins Grübeln und versetze mich zurück in meine Kindheit, denn dort hat sich mir ein Zwischenfall ins Gedächtnis eingebrannt, der bis heute nachwirkt. Und was war das für ein Zwischenfall?
    Zwischen meinem Vater und meiner Mutter, gab es eine hitzige Diskussion. Ich mochte damals etwa zehn Jahre alt gewesen sein. Und worüber stritten sich meine Eltern, wie die Kesselflicker?
    Bei mir blieben Begriffe hängen, mit denen ich damals noch nichts anfangen konnte. Es ging um „warme Brüder“, und einer von unseren Freunden – wäre „so einer“. Als ich weiter bohrte, platzte meinem Vater der Kragen, und er schnauzte mich wütend an: „Warme Brüder sind Arschficker! Kapiert?“
    Da Papa gereizt war, und ich mir nicht auch noch eine Ohrfeige einhandeln wollte, beschloss ich nicht weiter zu bohren. Also ging ich zu meiner Mutter:
    „Mama, was sind ‚warme Brüder‘, über die ihr euch so streitet? Papa sagte, das wären alles ‚Arschficker‘. Was sind ‚Arschficker‘?
    „Da hat Papa diesmal recht! ‚Arschficker‘ sind ‚Spinatstecher! Denn, wenn ein Man mit einem anderen Mann Sex hat, dann stochert er mit seinen „Schwanz“ in der Kloake eines andern Mannes herum. So etwas ist zutiefst unmoralisch, ein Verbrechen, die wurden unter Hitler allesamt ‚liquidiert‘, vergast, und das zurecht, muss ich dazu sagen, denn in der Bibel heißt es (1.Mose 1;27), dass Gott die Menschen weiblich und männlich erschuf, zu dem Zweck der Vermehrung. Durch Spinatstechen kann man aber keine Nachkommen zeugen. So etwas ist Sünde! Ich möchte dich lieber tot sehen, als dass du so ein Spinatstecher wirst! Hast du kapiert!“
    „Ja Mama, das verspreche ich dir. Ein Arschficker oder Spinatstecher will ich nie werden. Pfui Teufel!“, sagte ich total geschockt von dieser brutalen Art von Zwangsaufklärung.
    Durch diese brutalst-mögliche Aufklärung meiner Mutter, dämmerte mir, dass Homosexualität etwas widernatürliches, eine „Sexuelle Entgleisung“ ist, etwas, das Gott nicht für den Menschen vorgesehen hatte. Mutter nannte es Unmoral.
    Die Moral ist eben jenes sittliche Verhalten, das sich hauptsächlich aus der Tradition und dem Sittlichkeitsempfinden des Menschen zusammensetzt. Dabei kann die Moral der einzelnen Länder voneinander abweichen, weil die Traditionen sich unterscheiden. So zum Beispiel pflegten die Kanaaniter ihr erstgeborenes Kind dem Moloch zu opfern, indem sie es verbrannten (3. Mose 20;2).
    Da jeden Sonntag bei uns zu Hause die Bibel gelesen wurde, las uns Mutter dann die Bibelstelle vor: „Und du sollst nicht bei einer männlichen Person liegen, wie du bei einer Frau liegst. Es ist eine Abscheulichkeit“ (3. Mose 18;22).
    Nun gut, mag jetzt der eine oder andere einwenden, das sind doch „olle Kamellen“, das war vor mehr als dreitausend Jahren. Wir sind dreitausend Jahre weiter. Und darüber hinaus, richten sich Christen nicht nach dem Alten Testament, Christen orientieren sich nach dem Neuen Testament. Und deshalb hier die Frage: wies steht das Christentum zur gleichgeschlechtliche Liebe?
    In den Kirchen der Christenheit ist man inzwischen dazu übergegangen, die Homosexualität gesellschaftsfähig zu machen, indem man die „Schwuchteln“ aus der Schmuddelecke herausholte, sie rehabilitierte, und somit „Salonfähig“ machte. Wiederholt konnte man in der Presse verfolgen, wie gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche getraut wurden und sogar ihren Segen erhielten.
    Und selbst die Politiker gehen in der „Sexuellen Entgleisung“ führend voran. Im Jahr 2001 sagte Klaus Wowereit – der regierende Bürgermeister von Berlin – auf dem Parteitag der SPD, den angeblich wichtigsten Satz seines Lebens: „Ich bin Schwul – und das ist auch gut so.“
    Na bitte –, wenn führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sich so zu Perversion und „Sexueller Entgleisung“ öffentlich bekennen, was soll dann der Mann von der Straße davon halten? Wird er nicht anfangen, seinen moralischen Maßstab zu hinterfragen, ob der noch „zeitgemäß“ ist? Sollte er ihn eventuell der „dekadenten modernen Moral“ anpassen, um als „Cool“ zu gelten?
    Aber das Entscheidende ist letztendlich: was sagt die Bibel dazu?
    Der Apostel Paulus schreibt, dass Männer, die bei Männer liegen Gottes Königreich nicht erben würden (1. Korinther 6; 9-11). Und wenn Geistliche der Christenheit sagen, Homosexualität sei nichts verwerfliches, sofern die beiden Partner sich lieben, wage ich die Frage: Hat Gott seinen Maßstab geändert? Nein, keineswegs! Die Pastoren reden Sündern zum Munde, sie sagen ihnen, das, was sie hören wollen, um ihnen die Ohren zu kitzeln, sie lügen! (2. Timotheus 4;3;4).
    Aber leider führen sie ihre Schäfchen in die Irre, fort von Gott, und somit ins verderben! Sie sind moderne „Rattenfänger“. Denn Gott ändert seine Maßstäbe zum Glück nicht! Nicht Gott muss seine Maßstäbe dem sündigen Menschen anpassen, sondern umgekehrt! Der sündige Mensch ist aufgefordert seinen Irrtum einzusehen, zu bereuen und sich zu ändern, um von Gott angenommen zu werden. Sünde heißt das Ziel verfehlen!
    Auch im ersten Jahrhundert gab es einige Christen in der Versammlung in Korinth, die waren einmal Homosexuell gewesen, aber sie hatten ihre „Sexuelle Entgleisung“ aufgegeben und waren Christen geworden (1.Korinther 6;11). Sie waren reingewaschen, gerecht gesprochen, geheiligt worden. Das Wort Heilig steht für rein und makellos. Gottes Volk musste, um von seinem Gott angenommen zu werden, heilig sein (3. Mose 19;2). Diese Heiligkeit konnte lediglich eine „relative Heiligkeit“ sein. Die meiste Zeit schafften sie es aber nicht, diesem Maßstab zu entsprechen.
    Ich wAiederhole nochmals: Gott hatte es zu keiner Zeit nötig seine Maßstäbe dem Sünde-treibenden Menschen anzupassen! Wer dagegen weiterhin auf seiner „Sexuellen Entgleisung“ verharren will, dem winkt der zweite Tod, die ewige Gottesferne! (Offenbarung 21;8).
    Es wird argumentiert, dass diese Menschen sich doch lieben würden, das wird auch in diesem Artikel in der MOPO erwähnt. Aber auch Liebe kann Irregeleitet sein, nämlich dann, wenn sie sich auf „verbotenes Terrain“ begibt, man denke nur an die Sünde Davids und Bathsebas (2. Samuel 11).
    Ich frage: welches Rollenbeispiel wird diesem Kind in der MOPO vorgelebt? Die Rolle von Mutter und Vater? Der Junge sagt zu einem „Papa“ und zum anderen „Daddy“. Klingt irgendwie niedlich, ist aber trotzdem falsch! Welches Rollenspiel wird er lernen? Ein Rollenspiel von „Arschficker“ zu „Spinatstecher“, um es mit der Sprache meiner Eltern zu sagen.
    In der MOPO kommt auch noch die Sozialsenatorin von Hamburg Melanie Leonhard zu Wort. Gleichgeschlechtliche Paare wären ihr genauso willkommen, wie heterosexuelle Paare, lässt sie verlauten. Sie möchte mehr „Regenbogen-Familien“ als Pflegeeltern gewinnen. Meine Mutter hätte dieser Sozialsenatorin die Bibel mit 3. Mose 20; 13 unter die Nase gehalten: „Und wenn ein Mann bei einer männlichen Person liegt, ebenso wie man bei einer Frau liegt, so haben sie beide eine Abscheulichkeit begangen. Sie sollten unweigerlich zu Tode gebracht werden. Ihr eigenes Blut ist auf ihnen.“ Und Paulus sagt, dass Gott sie „schändlichen sexuellen Praktiken“ überließ, indem Männer zu Männer und Frauen zu Frauen in ihrer Wollust entbrannten. Wer so etwas täte würde den Tod verdienen! (Römer 1;26-32). Deutlicher geht’s nicht! Daher mein Appell: Wer der gleichgeschlechtlichen Lieb verfallen ist, sollte seinen Fehler einsehen, sich von seiner „Sexuellen Entgleisung“ verabschieden, um letztendlich vor Gott ein reines Gewissen zu haben!

    Hamburg im August 2016; willi.buehler@wtnet.de

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