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Schwulen-Debatte: Maischberger kontert Queer-Kritik

Auf der Facebook-Seite von Sandra Maischberger kommt es zu hitzigen Debatten
Auf der Facebook-Seite von Sandra Maischberger kommt es zu hitzigen Debatten

Das Beste, was einer TV-Talkshow passieren kann ist, dass bereits im Vorfeld kontrovers über sie diskutiert wird. Das garantiert PR und eine bessere Quote. So gesehen läuft es für Sandra Maischberger gerade. Denn in Bezug auf ihre heutige Sendung zum Thema "Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die 'moralische Umerziehung'"?, gibt es im Web bereits viel Ärger und eine so hitzige Debatte, dass sich die Moderatorin bereits vorab zu einer Rechtfertigung gezwungen sieht.

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Bereits über die Formulierung des Themas wird kräftig gestritten. Für das Schwulen- und Lesbenmagazin Queer ist bereits der Titel „Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die ‚moralische Umerziehung'“?eine „doppelte Unverschämtheit“. Denn zum einen solle nach dem zuletzt vielfach diskutierten badenwürttembergischen Bildungsplan an keiner einzigen Schule Lesbisch-, Schwul- oder Heterosexuellsein „gelehrt“, sondern lediglich über die Vielfalt der Lebensweisen aufgeklärt werden und zum anderen lasse auch die Gästeliste einem „die Haare zu Berge stehen“.

Angekündigt für die Sendung sind Drag-Queen Olivia Jones, der Gesundheitspolitischen Sprecher der CDU, Jens Spahn, und die Schriftstellerin Hera Lind. Soweit so gut. Ärger gibt es hingegen um die Journalistin Birgit Kelle und den Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb. Queer bezeichnet die beiden als „notorische Homo-Hasser“.

Zudem merkt Queer an, dass der Waldschlösschen-Appell gegen unwidersprochene Homophobie in den Medien „beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen offensichtlich noch immer nicht angekommen“ sei. Dabei gehe es auch darum Personen, die eine Schwulen- und Lesben-Abneigung fördern würden, keine Plattform mehr zu geben. Aber genau das tue Maischberger, so die Vorwürfe.

Dem widersprach die Moderatorin gegenüber der Deutschen Presseagentur. Man könne die Debatte nicht unter lauter Gleichgesinnten führen, zitiert die dpa Maischberger. Denn sonst käme sofort der Vorwurf der Einseitigkeit auf. „Wir bieten bei Menschen bei Maischberger niemandem ein Podium oder Forum, sondern bitten Menschen mit ganz unterschiedlichen Meinungen in unsere Runde, damit sie ihre Argumente miteinander austauschen.“

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Genau an dieser Meinung entzündet sich nun die nächste Diskussion. So merkt ein Nutzer in den Facebook-Kommentaren zur dpa-Meldung an: „Wegen der journalistischen Ausgewogenheit sitzen ja auch in jeder Sendung über Rechtsextremismus Pastörs und Apfel in der Runde… ach ne, geistige Brandstifter lädt man nur bei schwul-lesbischen Themen ein. Es geht doch nicht darum, *das* kontrovers diskutiert wird, sondern mit wem.“

Allerdings mischen sich in den Facebook-Thread längst auch die Stimmen ein, die Steeb und Kelle verteidigen. „Liebe Homo-LobbyIstinnen“, schreibt eine. „Die Art und weise, wie Birgit Kelle hier beschimpft und diffamiert wird, nur weil sie anders denkt als Ihr, zeigt wer in Wirklichkeit ein Demagoge und geistiger Brandstifter ist.“

Wenn man bereits diese Facebook-Debatte sieht, scheint Maischberger recht zu haben mit ihrer Einschätzung, dass die Reaktionen zeigen, wie wichtig es ist diese gesellschaftliche Debatte zu führen. „Das zeigen nicht nur die vielfältigen und verständlicherweise auch emotionalen Reaktionen beider Seiten“, so Maischberger

Die Sendung läuft heute Abend  um 23.00 Uhr im Ersten.

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