Anzeige

Lanz-Rüge: Medien fallen auf „Publikumsrat“ herein

„Unfair behandelt“: Markus Lanz erntete harsche Kritik für sein Interview mit Sahra Wagenknecht
"Unfair behandelt": Markus Lanz erntete harsche Kritik für sein Interview mit Sahra Wagenknecht

Nach der Kritik an Markus Lanz und seinem Interview mit Sahra Wagenknecht sowie einer Online-Petition mit mehr als 200.000 Zeichnern, attackiert nun ein "Publikumsrat" den Moderator und formulierte einen Beschwerdebrief an den ZDF-Fernsehrat. Medien, u.a. die Süddeutsche Zeitung, griffen die Meldung schnell auf. Allerdings steckt hinter dem vermeintlichen "Publikumsrat" nur eine Web-Initiative von zwei Zuschauerinnen.

Anzeige
Anzeige

Einen offiziell anerkannten Publikumsrat gibt es in Deutschland gar nicht. Die im November vergangenen Jahres ins Leben gerufene Initiative fordert lediglich einen solchen. In der Begründung heißt es, dass die Gremien der öffentlich-rechtlichen Anstalten in ihren Zusammensetzungen nicht repräsentativ für die Gesellschaft seien. Die Initiatorinnen wollen den Beitragszahlern mehr Mitspracherecht im öffentlich-rechtlichen System verschaffen. Die im Januar aufgekommene Aufregung über Markus Lanz und sein missglücktes Sahra-Wagenknecht-Interview nehmen sie zum Anlass, um ihrer Forderung neuen Ausdruck zu verleihen.

Am Dienstag brachte die SZ die Nachricht, dass der „Publikumsrat“ offizielle Beschwerde beim Fernsehrat des ZDF eingereicht habe. Dabei hatte die Redaktion offenbar vergessen zu prüfen, wer überhaupt dahinter steckt.  Mit der Formulierung „der ZDF-Publikumsrat“ vermittelte Süddeutsche.de (die Meldung findet sich auch in der Print-Ausgabe) den Eindruck, dass der „Publikumsrat“ einen offizielle Einrichtung sei. Die Überschrift lautet „Mehr Ärger für Lanz“. Der Branchendienst Turi2 zitierte die Meldung, woraufhin weitere Medien die „Nachricht“ übernahmen. Lanz-Bashing ist eben gerade en vogue. Im Laufe des Morgens stellte Turi2 via Twitter klar, dass es sich lediglich um eine Webinitiative handlt.

Das hielt  Focus Online  nicht davon ab, ebenfalls einen Artikel zu bringen, in dem vom „Publikumsrat des Senders“ die Rede war.  Dazu passend der reißerische Titel: „Wird es jetzt ernst für Markus Lanz?“. Hinter dem vermeintlichen Publikumsrat stecken die Kommunikationswissenschaftlerinnen Dr. Sabine Schiffer und Dr. Christine Horz. Die Website soll als eine Forderung für einen Publikumsrat gesehen werden. Vorschläge, wie ein solches Gremium aussehen könnte, machen sie nicht. Über die Zusammensetzung sowie die Ausstattung der Befugnisse solle diskutiert werden. Obwohl der „Publikumsrat für ARD, ZDF und Deutschlandradio“, wie es korrekt heißt, also gar keine aktive Organisation sein will, haben die Verantwortlichen dahinter Beschwerde beim ZDF eingereicht.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*