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Der kommunikative Totalschaden des ADAC

Ex-ADAC-Präsident Peter Mayer. Image-Reparatur ausgeschlossen
Ex-ADAC-Präsident Peter Mayer. Image-Reparatur ausgeschlossen

Die Chaos-Tage beim ADAC nehmen kein Ende. Nachdem Bild den internen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfer von Deloitte vorab veröffentlich hat und ADAC Präsident Peter Meyer hinschmiss, gibt es am Tag danach neue Details zu Meyers Abgang und der ehemalige Kommunikations- und Motorwelt-Chef Michael Ramstetter soll nun gefeuert werden. Auf der Titelseite der aktuellen Motorwelt versucht der ADAC noch die "Krise als Chance" zu verkaufen. Dabei hat der einst als ehrenwert geltende Club längst den kommunikativen Totalschaden hingelegt.

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Was die in der Causa ADAC bislang stets gut informierte Süddeutsche Zeitung am heutigen Dienstag berichtet, bestätigt einmal mehr alle Urteile, die in den vergangenen Tagen von Kritikern über den ADAC gefällt wurden: hierarchisch, intrigant, schlecht organisiert, selbstherrlich, unfähig in der Krise adäquat zu reagieren. Ex-Präsident Peter Meyer, der in der aktuellen Motorwelt noch ein freundliches PR-Interview gibt, hat mit seinem Rücktritt die Münchner ADAC-Zentrale überrumpelt. Meyer schrieb in der Stellungnahme zu seinem Abgang: „Wenn die Gremien in Krisen eine Gefolgschaft nicht leisten, kann es keine strukturellen und unternehmenskulturellen Veränderungen im ADAC geben.“ Das hat gesessen. Harmonie geht anders.

Dem schnellen Abtritt soll vorausgegangen sein, dass andere ADAC-Präsidiumsmitglieder wegen des desaströsen Deloitte-Berichts eine Suspendierung Meyers gefordert haben sollen. Der früher mächtige Motorwelt-Chef und Kommunikations-Strippenzieher des ADAC, Michael Ramstetter, ein „Mann Meyers“ wie es heißt, soll laut SZ nun fristlos gekündigt werden. Bislang ist er nur freigestellt, erhält seine Bezüge aber weiter. Rechtliche Schritte würden vorbereitet, Schadensersatzansprüche geprüft. Und der Schaden ist enorm. Es ist, aus Image- und Kommunikationsgesichtspunkten ein Totalschaden. Autohersteller geben die „Gelben Engel“-Auszeichnungen zurück. Sie wollen sich nicht mit dem toxisch gewordenen Schummelpreis schmücken. Derweil kommen immer neue Detail-Enthüllungen ans Tageslicht, etwa dass es auch bei Winterreifen-Tests des ADAC womöglich nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll.

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Die PR-Agentur CNC-Communications, die vom ADAC für die Krisenkommunikation angeheuert wurde, ist für diesen Job nicht zu beneiden. Es ist wie es ist nach einem Totalschaden: Reparatur ausgeschlossen. Ein neues Auto muss her. Also ein komplett neuer ADAC mit komplett neuer Führung. Diese Schlussfolgerung ist offensichtlich. Allerdings scheint sie bei der aktuellen ADAC-Spitze noch nicht ganz angekommen zu sein.

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