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Das Déjà-vu-Debüt für Spiegel-Mann Nikolaus Blome bei “Günther Jauch”

Nikolaus Blome
Nikolaus Blome

Am gestrigen Sonntag hatte Nikolaus Blome sein “Günther Jauch”-Debüt als Spiegel-Mann zum Thema Promis und Steuerhinterziehung. Er erlebte dabei ein merkwürdiges Déjà vu. Wie einst als Bild-Vize beim Thema Wulff saß er in der Gasometer-Arena und wurde von Günther Jauch mit mit Dingen aus anderen Zeitungen konfrontiert, für die er sich rechtfertigen sollte. Es war nicht der einzige schräge Moment in einer einmal mehr gründlich missratenen Jauch-Show.

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Zum Start des Steuerhinterziehungstalks probte Günther Jauch das Power-Teasing: “So wurde vor wenigen Minuten der Name eines Ex-Fußball-Nationalspielers genannt, über den wir jetzt auch sprechen müssen”, sagte er. Motto: Bitte dranbleiben, gleich wird’s schmutzig.

Hintergrund war die aktuelle Spiegel-Titelstory, die anhand des Falles Alice Schwarzer noch einmal das Mega-Thema steuerhinterziehende Promis ausleuchtet. Der Spiegel raunte in seiner Aufmachergeschichte von einem namhaften Ex-Fußballer, der nun auch auf einer Steuersünder-CD aufgetaucht sein soll und ein Konto in der Schweiz haben soll. Den Namen verschweigt der Spiegel, druckt allerdings ein Mannschaftsfoto, quasi als Suchbild, und wartet noch mit der Bonus-Info auf, dass es sich nicht (!) um Lothar Matthäus handelt. Die Hamburger waren bei ihren Investigativ-Enthüllungen auch schon mal präziser.

Was der Spiegel scheute, besorgte an diesem Montag die Süddeutsche Zeitung. Der Ober-Investigative vom Dienst, Hans Leyendecker, hat (natürlich) dieselben Infos wie der Spiegel und posaunte den Namen in die Welt hinaus. Allerdings mit dem Kniff, dass Leyendecker die Veröffentlichung des Namens indirekt mit der Veröffentlichung im Spiegel rechtfertigt. Bei einem Anruf der SZ hat der Fußballer dann dementiert ein Konto in der Schweiz zu haben.

Die “Günther Jauch”-Redaktion hatte den Artikel der SZ am Sonntagabend vorab und so las Jauch dem Ex-Bild- und nun Spiegel-Büroleiter in Berlin Nikolaus Blome vor, wie der Name des Fußballers in der Süddeutschen Zeitung genannt wird. Dann fragt Jauch Blome allen Ernstes: “Was machen sie denn wenn das nicht stimmt …” Blome antwortet erwartbar:  “Das müssen Sie fairerweise die Süddeutsche Zeitung fragen, die es für richtig befunden hat diesen Namen zu spielen.” Was soll der Mann auch anderes sagen?

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Die Situation glich jener, als Nikolaus Blome, damals noch Bild-Vize, sich bei Jauch für die Berichterstattung der Berliner Zeitung in Sachen Bettina Wulff rechtfertigen sollte. Jauch verlas damals vor einem Millionenpublikum die Rotlichtgerüchte in Zusammenhang mit der damaligen Präsidentengattin, die in der Berliner Zeitung thematisiert wurden und wollte von Blome wissen, was er dazu sagt. Auch damals konnte Blome nur zu Protokoll geben, dass es nicht die Bild-Zeitung war, die die Gerüchte öffentlich gemacht hatte.

Auch abseits dieser befremdlichen Szene präsentierte sich Günther Jauch einmal mehr dem Thema nicht gewachsen. “Herr Blome, warum haben Sie Alice Schwarzer als Steuerhinterzieherin geoutet”, war seine Einstiegsfrage an Blome. Ja, warum nur? Weil es relevant ist, natürlich! Sonst würde Jauch ja auch seine Talkshow nicht mit dem Thema bestreiten. Auch die erste Frage an Drogerie-Unternehmer Dirk Rossmann – mittlerweile so eine Art Personifikation des guten Deutschen – vergeigte Jauch, indem er fragte, ob er findet, dass es richtig sei, dass aus der Ikone Alice Schwarzer die Steuerhinterzieherin Alice Schwarzer wurde. Natürlich nicht! Rossmann fragte mit Recht zurück, was denn das für eine Frage sei und wies Jauch an, doch bitte präziser zu formulieren. Da lachte Finanzminister Wolfgang Schäuble, der Jauch im weiteren Verlauf auch mehrfach mit dem Hinweis zu überraschen schien, dass der Strafstatbestand der Steuerhinterziehung gesetzlich geregelt ist.

Gegen Ende fragte Jauch Schäuble dann in Bezug auf prominente Steuerhinterzieher: “Das wertvollste Kapital dieser Menschen, die öffentliche Reputation – die ist doch dann im Eimer?” Gerade so, als ob Wolfgang Schäuble es sei, der eine große Talkshow auf einem prominenten Sendeplatz macht, in der er aus Zeitungsartikeln vorliest, Namen und Spekulationen aus der Presse verbreitet und erkennbar schlecht vorbereitet durch ein kompliziertes Thema stolpert.

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