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Wochenrückblick: Kalter Kaffee von Super-Rechercheuren

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Die Recherche-Superstars von SZ und NDR um Georg Mascolo haben enthüllt, dass Ex-Kanzler Gerhard Schröder auch von der NSA abgehört wurde. Um das zu wissen, hätten sie freilich nur die Bild am Sonntag von vor drei Monaten lesen müssen. Google wird kurz den Olympischen Winterspielen politisch und Bravo und Business Punkt haben mehr gemeinsam, als man denkt ...

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Da hat die neue Investigativ-Task-Force aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR unter Leitung von Ex-Spiegel-Chef Georg Mascolo nicht lange gebraucht, um den ersten Hammer-Scoop vorzulegen. Anfang der Woche brachte die Süddeutsche die Story, dass die böse NSA auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder abgehört habe. Wer hätte das gedacht!? Autoren in der SZ: Georg Mascolo, Hans Leyendecker (muss bei jeder Investigativ-Story dabei sein!) und SZ-Außenpolitik Stefan Kornelius. Was die journalistischen Hochkaräter da ausgebuddelt haben, schaffte es abends auch prominent in die 20-Uhr-Ausgabe der “Tagesschau”, die ja auch vom NDR kommt. Praktisch für die SZ, mit dem NDR gemeinsame Sache zu machen.

Dumm nur, dass das was die Investigativen da ausgegraben haben, schon vor drei Monaten in der Bild am Sonntag stand. Die Berliner Zeitung hat die Geschichte rund um die Kalter-Kaffee-Recherche aufgeschrieben. Bezeichnend ist, dass der NDR die Berichterstattung auf Nachfrage der Berliner Zeitung damit rechtfertigt, dass die Quellen Mascolos eine neue Qualität gehabt hätten. Aber um das zu beurteilen hätten SZ und NDR Zugriff auf die BamS-Quellen haben müssen. Und etwas anderes als die BamS haben SZ und NDR im Kern auch nicht berichtet.

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Coole Sache von Google, das Firmenlogo auf der Startseite am Eröffnungstag der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi im Olympia-Look in den Farben der Regenbogenfahne, einem weltweiten Toleranzsymbol, zu zeigen. Dazu platziert Google ein Zitat aus der Olympischen Charta: “Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht. Im Sinne des olympischen Gedankens muss jeder Mensch die Möglichkeit zur Ausübung von Sport ohne Diskriminierung jeglicher Art haben. Dies erfordert gegenseitiges Verstehen im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fairplay.” Das kann man nur als kritischen Kommentar zum diskriminierenden Umgang mit Homosexuellen in Russland lesen. Es ist bemerkenswert, dass der IT-Gigant seine Startseite für eine solch politische Botschaft nutzt – immerhin war diese Startseite auch in Russland zu sehen. Und die Google-Übersetzung sorgt dafür, dass die Botschaft auch in jedem Land in Landessprache zu lesen ist.

Erleben wir in der Verlagsbranche gerade die Bravo-isierung von Business Punk? Oder die Business Punk-isierung der Bravo? Schauen Sie sich doch mal diese beiden Titelseiten der jeweils aktuellen Bravo und der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftswilden-Heftchens Business Punk an:

Business Punk

 

„Hass im Büro – Das Arschloch muss weg. – So wird man es los.“

„Snapchat – Darum pfeifen die Typen mit der Foto-App auf die Facebook-Kohle.“ 

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„BFF-Pakt – Wir lassen uns nicht verarschen!“

„Familienzoff – ‚Miley ist uns zu pervers'“

 

Überschriften und Teaser wirken geradewegs, als hätten beide Magazine denselben Textchef.

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Haben Sie auch gelacht über die lustigen Klo-Fotos aus Sotschi? Einige davon waren Fakes! Via Twitter haben im Vorfeld der Eröffnung der Olympischen Winterspiele zahlreiche Journalisten witzige Fotos von ihren halbfertigen, bzw. halbkaputten Hotelzimmern gezeigt. In der Folge gab es im Social Web einen wahren Boom an echten oder vermeintlichen Fotos, die dokumentieren, wie schmutzig, verkommen und rückständig die Zustände in Sotschi sind. Die Website Paleofuture zeigt nun anhand von acht Beispielen, dass nicht alle diese Fotos echt sind, bzw. tatsächlich aus Sotschi stammen. Jetzt kann man noch nicht mal mehr Klo-Fotos aus Russland trauen, die im SOcial Weg herumgereicht werden. Diese neue Medienwelt steckt voller Tücken …

Viel Spaß mit den Olympischen Spielen und ein schönes Wochenende!

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