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Wachstum zu langsam! Twitters erster schwerer Börsenabsturz

Twitter-Boss Dick Costolo
Twitter-Boss Dick Costolo

Die hochgewettete Twitter-Aktie lernte nach Monaten des Börsenhöhenflugs nach Handelsschluss doch noch die Gesetze der Schwerkraft kennen. Obwohl der 140-Zeichen-Dienst bei Vorlage der Weihnachtsbilanz die Erwartungen übertraf, stürzte die Aktie nachbörslich um 18 Prozent ab. Der Grund: Twitter wächst immer langsamer. CEO Dick Costolo machte in seiner ersten Analystenkonferenz zudem nicht den besten Eindruck …

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18 Prozent: So dramatisch crashte die bis gestern Abend noch am besten performende Internetaktie der vergangenen Monate. Was war geschehen? Twitter leistete sich den Luxus, eine Geschäftsbilanz mit einem winzigen Makel vorzulegen. 

Dabei sahen die ersten Quartalszahlen, die Twitter seit dem Börsengang im vergangenen November vorlegte, unterm Strich gut aus. Der Umsatz explodierte um enorme 116 Prozent auf 243 Millionen Dollar, während die Wall Street lediglich mit Erlösen in Höhe von 217 Millionen gerechnet hatte. Auch das Konzernergebnis entwickelte sich mit einem moderaten operativen Plus von 2 Cent je Aktie besser als von Analysten prognostiziert.

So weit, so positiv. Die gewaltige Anleger-Verstimmung erfolgte jedoch in der anschließenden Telefonkonferenz. CEO Dick Costolo fand auf die drängenden Analysten-Frage in einer seiner Quartalspräsentation nicht die passenden Antworten.

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„Die kurze Liebesaffäre der Wall Street lässt eine Kardashian-Ehe stabil aussehen“

Zuvor musste Twitter eingestehen, dass sich Nutzerwachstum weiter verlangsamt. 241 Millionen monatlich aktive Mitglieder zählt der 140-Zeichendienst inzwischen – nur 9 Millionen mehr als Ende September. Für die Wachstumfantasien, die Anleger bislang in Twitter steckten, ist das eine schwerer Rückschlag. Schlimmer noch: In den USA konnte Twitter gerade mal noch 1 Million neue User hinzugewinnen.

In anderen Worten: Twitter ist nicht Facebook – und musste im vergangenen Jahr selbst die neuen Hype-Apps Snapchat und WhatsApp nach Nutzern passieren lassen. Die Monetarisierungsmöglichkeiten erscheinen Anlegern damit offenkundig begrenzter als angenommen. Entsprechend erklärt sich der schnelle Liebesentzug der Investoren: „Die kurze Liebesaffäre der Wall Street lässt eine Kardashian-Ehe stabil aussehen“, twitterte der Vermögensverwalter Timothy Collins sarkastisch.

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