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Die Zahl der Übernahmen in der deutschen Verlagsbranche steigt

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Die Übernahmen in der Verlagsbranche nehmen zu (Foto © Kheng Guan Toh - Fotolia.com)

Die Zahl der Übernahmen in der Verlagsbranche nimmt zu. Für das vergangene Jahr registrierte der "Transaktionsmonitor" der Beratungsfirma Bartholomäus & Cie. neun Prozent mehr Deals als 2012. Bemerkenswert: Erstmals machen klassische mediale Geschäftsmodelle, also vor allem Printmedien, als Kaufobjekte weniger als die Hälfte aller registrierten Übernahmen und Beteiligungen aus. Kurz gesagt: Zeitungen werden tendenziell weniger interessant für Übernahmen als Firmen etwa mit digitalen Geschäftsmodellen.

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Dennoch: Springers „klassischer“ Deal mit Funke prägte die Verlagsbranche im vergangenen Jahr – und war auch mit verantwortlich dafür, dass das Gesamtvolumen der Transaktionen, gemessen am Umsatz der verkauften Medien, bei 6,2 Milliarden Euro gleichauf mit dem Ergebnis für 2012 blieb. In den Jahren davor dümpelte das Volumen bei drei bis vier Milliarden Euro herum. 2010 waren es sogar nur 205 Deals mit einem Umsatzvolumen von 2,5 Milliarden Euro. Inzwischen seien die Zahlen wieder auf dem Niveau vor der letzten Finanzkrise angelangt, konstatiert Axel Bartholomäus, dessen Beratungsfirma den „Transaktionsmonitor“ seit 2006 zusammenstellt.

Aber: Die Art der Übernahmen und Beteiligungen, im Fachjargon auch Merger&Aquisition (M&A) genannt, und die Strategien dahinter haben sich verändert. Nur noch 48 Prozent der Übernahmen sind klassische Deals – vor fünf Jahren waren es noch 69 Prozent. Die Investitionen in digitale Angebote (z.B. Software, Datenbanken, digitale Services) nehmen laut Bartholomäus ebenso zu wie Investitionen in Events (Kongresse, Messen) und Dienstleistungen (Agenturen, Marktforschung, etc.).

Diese Verschiebungen sind ein Beleg für die digitale Transformation der Verlage. Die Art der Zukäufe verrät viel darüber, wo die Manager in Zukunft die Einnahmequellen vermuten. Parallel zum Aufbau neuer (digitaler) Geschäftsmodelle, z.B. über den Zukauf von Startups, vollzieht sich aber auch die Konsolidierung des klassischen Geschäfts. Dafür ist Springer/Funke- ein Beispiel, aber beispielsweise auch die nun vollzogene Komplettübernahme der Holtzbrinck’schen Regionalzeitung Südkurier durch die Mediengruppe Presse-Druck in Augsburg. Beim externen Wachstum, heißt es im „Transaktionsmonitor“, verliere das historische Geschäftsmodell der Verlage weiter an Bedeutung.

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Stark im Aufwind ist das Geschäftsfeld E-Commerce – nach Umsatzvolumen machte es nach den Berechnungen 1,75 Milliarden Euro aus. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck liegt im Ranking der Verlage mit den meisten Transaktionen vorn, es waren 19 Übernahmen und Beteiligungen sowie fünf Verkäufe. Es folgen Axel Springer (23), Burda (21), Gruner+Jahr (17), Bertelsmann (14) und Springer Science+Business (13).

Die Prognose für 2014: Die Zahl der Transaktionen wird weiter steigen. Die Verlage bauen ihre Geschäftsfelder um, gleichzeitig gibt es mehr interessante Übernahmeziele.

Den „Transaktionsmonitor Verlagswesen 2013“ gibt es hier.

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