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Verbraucherzentrale-NRW geht gegen Amazon vor

Die Verbraucherzentrale aus NRW geht gegen Amazon vor
Die Verbraucherzentrale aus NRW geht gegen Amazon vor

Amazon hat in Deutschland mal wieder Ärger: Diesmal geht es um die Sperrung von Kunden mit einer hohen Retourenquote. Laut Verbraucherzentrale NRW könne der Web-Händler sich zwar aussuchen, mit wem er Geschäfte mache, allerdings dürfen Sperren nicht ohne Vorwarnung und klare Regelungen ausgesprochen werden. Eine Abmahnung kassierte Amazon deshalb bereits, jetzt folgt eine Klage beim Landgericht.

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Der Fall sorgte im Sommer bereits für viel Negativ-PR. Ohne Vorwarnung hatte Amazon die Konten einiger Kunden gesperrt. In einer Mail des Unternehmens an die Betroffenen hieß es damals, dass die Kunden eine „hohe Anzahl“ der kürzlich bestellten Artikel zurückgegeben haben. „Wir müssen Sie deshalb darauf hinweisen, dass wir aufgrund der Überschreitung der haushaltsüblichen Anzahl an Retouren in Ihrem Kundenkonto zukünftig leider keine weiteren Bestellungen entgegennehmen können und Ihr Amazon-Konto mit sofortiger Wirkung schließen.“

Nach Meinung der Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen war dieses Vorgehen nicht korrekt. Denn die Sanktionen der US-Company trafen die Kunden ohne Vorwarnung und ohne, dass das Unternehmen an irgendeiner Stelle auf seiner Homepage auf die Möglichkeit einer Sperrung hinweist.

„Jeder Händler kann grundsätzlich ohne Angabe von Gründen entscheiden, mit wem er Geschäfte macht“, sagt Iwona Husemann, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. Zwar müsse er das gesetzliche 14-tägige Widerrufs- oder ein erweitertes Rückgaberecht für ausgelieferte Waren einhalten. Danach sei es allen Shop-Inhabern freigestellt, Kunden weiter zu bedienen oder nicht. Das Sperren ohne Vorwarnung brandmarkt Husemann jedoch als „kundenfeindlich“. Die Abmahnung und nun die Klage ist eine direkte Reaktion auf diese „rigide Kündigungs-Praxis“.

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Ein Amazon-Sprecher erklärte gegenüber Spiegel Online, dass das Angebot des Web-Händlers für Kunden gedacht sei, die haushaltsübliche Mengen bestellten. Dies stehe eindeutig in den Geschäftsbedingungen. Maßnahmen wie die Kontoschließungen im vergangenen Jahr seien „Einzelfälle, die wir nur nach eingehender und umfassender Prüfung vornehmen, wenn eindeutig feststeht, dass bei dem betroffenen Konto kein Einkaufs- und Retourenverhalten eines Verbrauchers vorliegt“.

Das liest sich so, als ob Amazon mit seiner Maßnahmen vor allem Profi-Händler treffen wollte. Glaubt man der Verbraucherzentrale NRW, ging dieser Schuss wohl nach hinten los und wird jetzt ein juristisches Nachspiel haben.

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