Anzeige

Social Magazin: Facebook bringt Flipboard-Klon „Paper“

Bildschirmfoto-2014-01-30-um-15.12.46.png

Das Social Network Nummer eins beschäftigt vor allem eine Frage: Was ist guter Content und wie können wir ihn nutzen, damit unsere Nutzer mehr Zeit bei uns verbringen? Aus diesem Grund optimiert Facebook jeden Tag die Algorithmen, die darüber bestimmen, ob und welche Statusmeldungen wie prominent angezeigt werden. Am 3. Februar, einen Tag vor dem offiziellen zehnten Geburtstag des Unternehmens, bringt das Netzwerk Paper in den App Store - eine digitale Zeitschrift mit Geschichten aus dem Netzwerk. Der Look erinnert stark an das beliebte Flipboard.

Anzeige
Anzeige

Das dürfte Facebook durchaus beabsichtigt haben. Denn Flipboard hatte schon 2013 die Marke von 100 Millionen Nutzern geknackt und will 2014 weitere 50 Prozent zulegen. Der Clou: Mit der kostenlosen App kann sich jeder sein personalisiertes Magazin aus unterschiedlichsten Quellen zusammenstellen, darunter auch Twitter und Facebook. Dass die Anwendung Flipboard mit Inhalten aus dem eigenen Netzwerk Erfolg hat, dürfte im Facebook-Hauptquartier in Palo Alto für Verstimmung gesorgt haben.

Und so ist Paper auf den ersten Blick das, was es sein soll: ein Flipboard-Klon. Vorerst soll die App nur in den USA und nur für iOS erhältlich sein. Kategorien, aus denen Nutzer ihr Facebook-Magazin zusammenstellen können, sind unter anderem Fotografie, Sport, Wissenschaft und Lifestyle-Themen wie Design und Essen. Als Quellen dienen die Publikationen großer Verlage, wie etwa die New York Times und Washington Post, aber auch kleinere Webseiten und Blogs.

Anzeige

Die Einträge werden wie in einem Magazin unterschiedlich grafisch ausgespielt und mit Kommentaren von befreundeten Kontakten verknüpft. Reguläre Postings von Privatpersonen tauchen in Paper nicht auf. Wie in der Konkurrenz-App Flipboard kann der Nutzer die gewünschten Ressorts zusammenstellen, neu anordnen und sich wichtige News in einem „Headline“-Modus ausspielen lassen.  Verantwortlich für die Software zeichnet Facebook Creative Labs, eine Abteilung im Facebook-Konzern, die sich die Entwicklung „innovativer neuer Dinge“ zum Ziel gesetzt hat und mit Paper ihr Debüt feiert.

Facebooks Offensive im News-App-Segment kommt zur richtigen Zeit. Denn das Social Network ist für viele seiner über eine Milliarde Nutzer nicht nur die Nachrichtenquelle Nummer eins. Das Unternehmen hat in einer auf ein Jahr angelegten Analyse herausgefunden, dass Nutzer besonders häufig auf Artikel in ihrem Newsfeed klicken. “Uns ist aufgefallen, dass die Nutzer Qualitätscontent schätzen”, hatte Facebook erst im Dezember erklärt und der Erhebung Rechnung getragen. “Von nun an werdet Ihr daher Links zu Artikeln häufiger sehen”, kündigte das Social Network eine Anpassung seiner Sortieralgorithmen an und ergänzt seitdem auch verwandte Artikel unter einem hervorgehobenen.

Pilotversuche mit News-Anbietern wie der New York Times und auch stern.de ließen die Reichweiten der geteilten Artikel um ein Vielfaches steigen. Seitdem tauchen Artikel weitaus prominenter im Newsfeed auf. Mit Paper forciert Facebook seine Strategie, sich verstärkt nicht nur als Social Network zu etablieren – sondern tritt in Konkurrenz zu Inhalte-Aggregatoren wie Flipboard und Zite, aber auch Google News. Ob sich das Netzwerk mit seiner App deutlich genug vom aktuellen Platzhirschen Flipboard absetzen kann, ist unklar. Auf den ersten Blick sind sich die beiden Apps  recht ähnlich. Doch Facebook hat zwei Vorteile: Über eine halbe Milliarde Nutzer greift bereits mobil auf das Social Network zu. Und während sich die anderen Anbieter erst eine Community mit aktiven Nutzern erarbeiten müssen, hat Facebook bereits über eine Milliarde registrierter Nutzer.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*