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Der Niedergang des Kult-Gadgets: der iPod stirbt

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Der iPod, vor rund 12 Jahren der eigentliche Wegbereiter von Apples furiosem Börsencomeback und gleichzeitig der eigentliche Vorläufer des Welterfolgs iPhones, steht kurz davor, in die ewigen Tech-Jagdgründe einzugehen. Die Umsätze des MP3-Players haben sich binnen nur 12 Monaten halbiert. Es ist ein mahnendes Beispiel für die kreative Zerstörung der Branche.

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Es gibt diese berühmte Steve Jobs-Zitat, das den wohl größten Manager der Technologiebranche noch ein bisschen verwegener erscheinen lässt: „Wenn du dich nicht selbst kannibalisierst, wird es jemand anderes tun“, lässt sich Apples Firmenphilosophie damit selbst treffend auf den Punkt bringen.

Wie schnell das nun zur Realität wird, beweist ein Nebenschauplatz von Apples nach Handelsschluss verkündeter Quartalsbilanz. 57,6 Milliarden Dollar erlöste der iKonzern in den 92 Tagen zwischen Oktober und Dezember – ganze 973 Millionen Dollar trug der Kult-MP3-Player damit nur noch zu Apples Geschäftsbilanz im wichtigsten Dreimonatszeitraum des Jahres bei.

Nach Umsatzviertelung: Wie lange produziert Apple noch den iPod?

Ganze 1,68 Prozent trägt der iPod noch zu Apples Gesamtumsatz bei – ein so geringer Anteil, dass Apple den digitalen Musikspieler seit einem Jahr nicht mehr als einzelne Konzernsäule ausweist. 6 Millionen Stück gingen im Dezember-Quartal noch über die Ladentische: vor einem Jahr waren es noch 12,7 Millionen Einheiten – Ende 2008 auf dem absoluten Gipfel 24 Millionen Stück.

Der iPod hat sich seitdem also geviertelt und ist für Apple so vernachlässigbar geworden, dass sich die Frage stellt, wie lange der Kultkonzern aus Cupertino noch aus nostalgischen Gründen an der Produktion festhält.

Der iPod: „Es ist das, was wir können“
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„Wenn es je ein Produkt gegeben hat, das Apples Daseinsberechtigung katalysiert hat, dann ist es der iPod“, sollte Jobs in Retrospektive tatsächlich über den Erfolg des iPods sagen. Heute, im Zeitalter des iPhones und iPads wird die eigentliche Bedeutung des iPods gern vergessen: Das vollkommen unterschätzte Gadget wurde vor rund einem Jahrzehnt Wendepunkt in Apples Erfolgsgeschichte sagen.

„Er kombiniert Apples unglaubliche Technologie mit Apples legendärer Benutzerfreundlichkeit mit Apples unglaublichem Design. Es ist das, was wir können. Wenn sich jemals jemand gefragt hat, warum wir auf der Erde sind, dann ist das ein gutes Beispiel dafür“, schwärmte Jobs noch Jahre später.

iPod: Das erste Gerät des iZyklus wird überflüssig

Diese Zeit scheint nun abgelaufen. Während der Macintosh 30 Jahre nach seinem Debüt gerade erst nostalgisch verklärt wurde, dürfte der iPod als Gerät des iZyklus seinen wohlverdienten Platz im iMuseum finden.

Es ist ein lehrreiches Beispiel dafür, wie schnell es in der Technologiebranche geht. 2006 noch machte der iPod wie heute das iPhone mehr als die Hälfte der Gesamtumsätze aus – 8 Jahre später sind es weniger als 2 Prozent. Wer auf das Apple der Jahre nach 2020 wettet, muss hoffen, dass der Kultkonzern aus Cupertino ähnlich gute Antworten auf das iPhone besitzt wie damals auf den iPod.

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