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Watson will „Medienportal der Zukunft“ sein

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Die Schweiz hat ein neues "Medienportal der Zukunft". So zumindest lautet die Eigenbeschreibung der Watson-Macher. Rund 50 Journalisten berichten für das Angebot, das maßgeblich von einem Schweizer Verleger gesponsert wird. Watson will über dasselbe Prinzip wie BuzzFeed, Upworthy und Co. funktionieren – über das massive Teilen von Artikeln.

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Die Bilder sind zum Teil riesig, die Buchstabengröße der Überschriften ist es auch. So kennen wir es von den Newsportalen der neuen Generation, deren Übermutter die Huffington Post ist. Watsons Startseite im Kachellook runterzuscrollen, dauert eine ganze Weile. Statt einer Navigations-Leiste gibt es rechts oben drei kleine Quadrate. Klickt der Nutzer auf diese, öffnet sich ein Fenster mit Ressortnamen (Wirtschaft, panorama, Sport, etc.) und Stichworten zu aktuellen Themen. Die Ansichtsseite der Artikel ist einspaltig, gelegentlich gibt es auf der rechten Spalte weiterführende Infos oder ein Video. Unterbrochen werden Artikel zuweilen von seitenfüllenden Fotos. Zum Start machte die Redaktion mit einem Liveticker zur Australian Open auf.

Watson sieht nicht wirklich ästhetisch, aber insgesamt besser aus als die im Dezember gestartete Seite BlickamAbend.ch von Ringier. Weil wuchtiger, weil einen Tick unkonventioneller. Und, ganz wichtig: Die mobile Seite von Watson sieht recht gut und stimmig aus. Kein Zufall: Angebote wie Watson, die für das Teilen von Storys gebaut werden, zielen voll auf die mobile Generation ab, vor allem auf junge Leser, die stets ihr Mobiltelefon dabei und im Einsatz haben.

Mit Spiegel Online, dem „Giganten“ (O-Ton Watson) aus Deutschland, hat das Portal einen gegenseitigen Austausch von Artikeln vereinbart. Zum Start hat die Redaktion beispielsweise ein Stück über Dita von Teese verbraten. Alle SpOn-Artikel werden mit einem Logo versehen und sollen für Watson „mediengerecht aufbereitet“ werden. Zu den Kolumnisten zählt auch der ehemalige Titanic-Chefredakteur Fischer, der Watson ein „seltsames neues Onlinemagazin“ nennt.

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Hinter Watson steht der ehemalige Chefredaktion von 20 Minuten in der Schweiz, Hansi Voigt. Er hat dann auch gleich mal Mitte vergangenen Jahres einen Schwung von Online-Kollegen der Gratis-Pendlerzeitung abgeworben. Finanziert wird die FixxPunkt AG, die Watson herausgibt, laut Schweizer Medienberichten maßgeblich von Peter Wanner, der die Aargauer Zeitung verlegt. Die Finanzierung wird inoffiziell mit 20 Millionen Franken auf drei bis vier Jahre beziffert.

In der Schweiz hat das Projekt bereits einen Hype entfacht, berichtet watson-Chef Voigt in eigener Sache. Prinzipien seien „Aktualität, Originalität, Eigenleistung und Transparenz“. Das CMS hat sich die etwa 60-köpfige Crew selber gebaut. Leser sollen nicht nur teilen, sondern auch über ein Formular Input für Themen und Recherchen geben. Nicht nur die Eidgenossen werden das Projekt Watson aufmerksam verfolgen.

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