Anti-Lanz-Protest wird immer stärker

„Unfair behandelt“: Markus Lanz erntete harsche Kritik für sein Interview mit Sahra Wagenknecht
"Unfair behandelt": Markus Lanz erntete harsche Kritik für sein Interview mit Sahra Wagenknecht

Fernsehen Die Online-Petition gegen Markus Lanz findet im Web enormen Zuspruch. Die Zahl der Unterzeichner klettert von Minute zu Minute. Aktuell sind es 24.000. ZDF-Moderator Markus Lanz ist nach seiner Talksendung am vergangenen Donnerstag in die Kritik geraten. In einer Stellungnahme versichert das ZDF, Wagenknecht habe sich nach der Sendung zufrieden geäußert - sie widerspricht.

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In einem Tweet bezeichnete Sahra Wagenknecht die Stellungnahme der ZDF-Zuschauerredaktion als „etwas arg frech“. Darin heißt es, dass Lanz und Wagenknecht ihr Gespräch nach der Sendung „ohne Kameras noch fortgesetzt“ hätten. „Und wir können insofern versichern, dass Sahra Wagenknecht mit der, wenngleich sehr intensiven, Auseinandersetzung in der Sendung zufrieden war und nicht den Eindruck hatte, ihre Position nicht ausreichend darlegen zu können.“

Zum Widerspruch Wagenknechts teilt das ZDF auf Anfrage mit: „Die Redaktion und der Moderator hatten im Nachgespräch mit Frau Wagenknecht nicht den Eindruck, dass sie mit der Sendung unzufrieden war. Kontroverse Diskussionen sind Bestandteil des erfolgreichen Formates.“

Petition-Initiatorin war Parteimitglied der Linken

Die am Freitag, einen Tag nach der kritisierten Lanz-Sendung, gestartete Online-Petition mit dem Ziel den Moderator abzusetzen, erfährt unterdessen immer weiteren Zuspruch. Die von der Initiatorin verlangten 10.000 Unterschriften, um die Petition beim ZDF einzureichen, sind längst übertroffen. Aktuell setzten bereits mehr als 24.000 Menschen ihre virtuelle Unterschrift darunter. Die Petition läuft noch 55 Tage.

Ins Leben gerufen wurde die Anti-Lanz-Petition von Maren Müller. Gegenüber MEEDIA bestätigt die Betriebswirtin von 2007 bis 2013 selbst Parteimitglied der Linken gewesen zu sein. Derzeit engagiere sie sich in einer Bürgerinitiative gegen Privatisierung öffentlichen Eigentums, für direkte Demokratie und Transparenz. Als Motiv gibt sie in ihrer Petition an, dass Lanz in seiner Sendung die nötige Objektivität gegenüber seinen Gästen gefehlt habe. „Der Bildungsauftrag sowie die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit wird durch die von Lanz demonstrierte tendenzielle Diskussionskultur grob vernachlässigt“, so Müller.

Gegenüber MEEDIA erläutert sie: „Mich nervt der Umgang von Lanz mit Leuten anderer Meinung schon eine Weile – dieses Mal war das Maß voll.“ Als weiteres Beispiel führt sie eine Diskussion mit dem Börsenexperten Dirk Müller an. In der damaligen Sendung nahm sich der Moderator den „Mr. Dax“ genannten Experten zur Brust, der in seinem Buch „Shutdown“ laut Lanz angstschürende Verschwörungstheorien formuliert habe. 

Von der Petition erhofft sich Müller „eine deutliche Verhaltensänderung des Moderators, eine öffentliche Entschuldigung des ZDF, die organisierte Empörung zu bündeln, statt sie im Wohnzimmer oder den Kommentarspalten der Gazetten oder Internetforen verpuffen zu lassen.“ Nach Meinung Maren Müllers müsste sich das ZDF von Markus Lanz trennen.

Wie intern mit der Petition verfahren wird, wenn sie in 55 Tagen eingereicht werden sollte, ist nicht ganz klar. Das ZDF teilt dazu mit: „Viele Zuschauer haben den Stil der Diskussion mit Frau Wagenknecht kritisiert. Diese Kritik nehmen wir ernst und haben das auch intern diskutiert.“ Wirkliche Konsequenzen für Markus Lanz sind indes nicht zu erwarten.

Update: Mittlerweile hat das ZDF auf den Tweet von Sahra Wagenknecht reagiert. Via Twitter entschuldigte sich der Sender bei der Poltikerin dafür, dass ihre Äußerungen im Nachgespräch nach der Sendung „falsch angekommen“ seien. Es gebe „sicher noch mal die Möglichkeit dies auszuräumen“, so der Sender. Wagenknecht reagiert in der Bild-Zeitung. „Vorerst ist mein Bedarf gedeckt.“

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