Anzeige

Samsung schlittert 2014 in Krisenmodus

Fehlstart in Seoul: Der Platzhirsch der Smartphonebranche kommt im neuen Jahr nicht aus den Startblöcken. Im Gegenteil: Obwohl das Jahr noch jung ist, hat der Börsenüberflieger der vergangenen Jahre schon einige Rückschläge hinnehmen müssen. Der Zenit ist offenbar überschritten: Der Smartphone-Riese wächst nicht mehr. Tatsächlich musste Samsung diese Woche einen überraschend hohen Gewinneinbruch vermelden. Die nächste Galaxy-Generation soll nun die Wende bringen – doch die kommt später als erwartet.

Anzeige
Anzeige

Fehlstart in Seoul: Der Platzhirsch der Smartphonebranche kommt im neuen Jahr nicht aus den Startblöcken. Im Gegenteil: Obwohl das Jahr noch jung ist, hat der Börsenüberflieger der vergangenen Jahre schon einige Rückschläge hinnehmen müssen. Der Zenit ist offenbar überschritten: Der Smartphone-Riese wächst nicht mehr. Tatsächlich musste Samsung diese Woche einen überraschend hohen Gewinneinbruch vermelden. Die nächste Galaxy-Generation soll nun die Wende bringen – doch die kommt später als erwartet.   

Es gibt diese symbolischen Augenblicke, die als Steilvorlage jeden Fernsehbericht einrahmen. Noch härter als jeder Kunstgriff ist nur die Realität: Bei Samsung schaltete sie sich Dienstagnacht wenige Stunden vor Verkündung der Quartalszahlen in Form eines nun schon legendären Bühnen-Blackouts von Hollywood-Starregisseur Michael Bay ein, der in keinem Jahresrückblick fehlen darf.Bay kam, sah nichts mehr (auf dem Teleprompter) – und flüchtete. 

Wenige Stunden später taten das auch Anleger nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen, die unerwartet schwach ausfielen. In den vergangenen zwei Quartalen hatte Samsung noch die Muskeln spielen lassen und erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt mehr verdient als der große Rivale aus Cupertino. Samsungs Galaxy S4 verkaufte sich wie geschnitten Brot.


Gewinn geht ausgerechnet im Weihnachtsquartal zurück

Dieser Erfolgszyklus scheint nun auszulaufen. Samsungs Gewinne wachsen nicht mehr: Sie schrumpfen tatsächlich – und das überraschend deutlich. Um gleich 18 Prozent brach der Gewinn im so wichtigen Weihnachtsquartal im Vergleich zum vorausgegangenen Dreimonatszeitraum auf 7,8 Milliarden Dollar ein.Ein Teil der schwachen Entwicklung geht auf ein einmaliges Bonus-Programm zurück, doch das Ergebnis war deutlich schlechter als die zurückhaltendste Analysteneinschätzung und wurde maßgeblich durch anhaltenden Druck auf die Gewinnmarge verursacht. Entsprechend hart wurde die Samsung-Aktie in den vergangenen Handelstagen abgestraft. Um bereits 9 Prozent liegt Samsung nach eineinhalb Wochen an der Börse nun schon hinten.

Galaxy S5 wird nicht nicht auf dem Mobile World Congress vorgestellt


Anzeige
Der Rückschlag kommt nicht ganz ohne Vorbereitung. Der legendäre Vorstandschef Lee Kun-hee, der den größten Elektronikkonzerns Asiens seit 1987 führt, schwor die Belegschaft in seiner Neujahrsansprache auf eine Zeitenwende ein. „Wir müssen uns von überkommenen, auf Hardware basierten Geschäftsmodellen der vergangenen fünf bis zehn Jahre trennen“, rüttelte Kun-hee die Belegschaft auf. „Unsere Forschungsabteilung muss ab sofort rund um die Uhr arbeiten.“Doch das reicht offenbar kurzfristig nicht. Anders als erhofft wird das koreanische Tech-Schwergewicht nun nicht zum Mobile World Congress in Barcelona, auf dem sich die Smartphone-Branche ihr jährliches Stelldichein gibt, den Nachfolger seines Kassenschlagers Galaxy S4 vorstellen, sondern wie im vergangenen Jahr erst zwischen März und April. Der ungeduldigen Börse dauert das viel zu lange. Binnen sechs Wochen hat Samsung 20 Prozent an Wert verloren und notiert bei 440 Euro  nur noch fünf Prozent von neuen 52-Wochentiefs entfernt.
Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*