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Wie Snapchat Facebook abblitzen ließ

Drei Milliarden Dollar sind kein Pappenstiel. Für Snapchat-Gründer Evan Spiegel war die Summe bekanntlich trotzdem kein Verkaufsargument: Facebook bot - und blitzte ab. Doch tatsächlich umgarnte das weltgrößten Social Networks den Gründer schon länger. Wie Forbes in einem großen Porträt über Spiegel nun enthüllt, hat Zuckerberg seinen ersten Annäherungsversuch bereits vor mehr als einem Jahr gestartet. Spiegel reagierte daraufhin recht reserviert - und kaufte seinen Mitarbeitern den Klassiker: "Die Kunst der Kriegsführung".

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Drei Milliarden Dollar sind kein Pappenstiel. Für Snapchat-Gründer Evan Spiegel war die Summe bekanntlich trotzdem kein Verkaufsargument: Facebook bot – und blitzte ab. Doch tatsächlich umgarnte das weltgrößten Social Networks den Gründer schon länger. Wie Forbes in einem großen Porträt über Spiegel nun enthüllt, hat Zuckerberg seinen ersten Annäherungsversuch bereits vor mehr als einem Jahr gestartet. Spiegel reagierte daraufhin recht reserviert – und kaufte seinen Mitarbeitern den Klassiker: "Die Kunst der Kriegsführung".      


Die Häme kam schnell zurück: 3 Milliarden Dollar – und dann nicht verkaufen? Evan Spiegel musste gute Argument haben. Als Hacker vor wenigen Tagen 4,6 Millionen Nutzerdaten veröffentlichten, fühlten sich Kritiker bestätigt: Evan Spiegel und Bobby Murphy hatten zu hoch gepokert – die Hype-App Snapchat war keinesfalls unverwundbar.



Ob Mark Zuckerberg die Sicherheitslücke mit Schadenfreude beobachtet hat – unklar. Dass der Facebook-Gründer das boomende Start-up schon weitaus länger im Visier hatte, macht nun ein ausführliches Porträt im Forbes Magazine deutlich.    



"Hey Evan, ich bin ein großer Fan von Snapchat"



Im Rahmen der "30 unter 30"-Serie porträtiert Forbes so ausführlich und nah wie bisher kein anderes Medium den Internet-Aufsteiger Spiegel, in dem viele bereits den neuen Mark Zuckerberg sehen. Doch wie lief die Sache eigentlich mit dem richtigen Zuckerberg?

Forbes wartet mit einigen bemerkenswerten Einblicken auf. 

Bereits am 28. November 2012 trat Zuckerberg mit Spiegel in Kontakt. Das hörte sich so an: "Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was Du mit Snapchat anstellst. Ich würde mich sehr freuen, Dich einmal kennenzulernen und Deine Vision zu hören. Lass mich wissen, ob Du Interesse hast, dann können wir einmal einen Nachmittag auf dem Facebook Hauptquartier spazieren. Mark".



Vergiftetes Treffen zum Poke-Launch



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Eine große Ehre, sollte man meinen. Doch Spiegel war sich seines Wertes schon damals bewusst und reagierte unterkühlt (wenn auch nicht so abweisend wie im Forbes-Artikel dargestellt):  "Danke 🙂 Würde mich über ein Treffen freuen. Ich sag Bescheid, wenn ich mal in der Bay Arena bin." 



Das Treffen fand dann wenige Wochen später tatsächlich statt – allerdings in Los Angeles, wo Snapchat residiert. Doch es verlief dann weniger freundlich, als Zuckerberg es zunächst angedeutet hatte. Der Facebook-CEO kam schnell zum Punkt: Die Übernahme oder eine ungemütliche Zukunft durch den Launch der Poke-App, die im Wesentlichen ein Klon von Snapchat war. 



Spiegel schenkt Mitarbeitern "Die Kunst der Kriegsführung"


Spiegel winkte ab – und hatte verstanden. Der damals 22-Jährige bestellte der Belegschaft in seiner ersten Amtshandlung nach der Rückkehr ins Start-up-Büro den Klassiker „Die Kunst der Kriegsführung“. 



Wenige Wochen später launchte Facebook dann tatsächlich seine Poke-App – und Zuckerberg wünschte Spiegel noch einmal persönlich „viel Spaß“. Den hatte Spiegel dann auch eine Woche später, wenn auch anders: Poke floppte und Snapchat wuchs weiter. "Es war wie: ‚Fröhliche Weihnachten‘, Snapchat", erinnert sich der Überflieger-Gründer.



Ein Jahr später hatte Spiegel noch besser Weihnachten: Snapchat ist neben WhatsApp die App-Erfolgsstory des Jahres. Gesprächsstoff für die nächste Annäherung zwischen Zuckerberg und Spiegel gäbe es also fraglos genug…   

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