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Pogues Plädoyer für den Tech-Journalismus

Der Nächste, bitte: Wenige Tage nach dem Start des AllThingsD-Nachfolgers re/code hat nun auch Yahoo ein frisch renoviertes Tech-Portal präsentiert. Yahoo Tech! heißt es – und will ganz anders sein als die dominierenden Player der Branche. Also ließ es sich das neue Aushängeschild des Angebotes, David Pogue, der nach 13 langen Jahren die New York Times verließ und als Chefredakteur beim Online-Pionier anheuerte, nicht nehmen, einmal kräftig die Konkurrenz zu bashen.

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Der Nächste, bitte: Wenige Tage nach dem Start des AllThingsD-Nachfolgers re/code hat nun auch Yahoo ein frisch renoviertes Tech-Portal präsentiert. Yahoo Tech! heißt es – und will ganz anders sein als die dominierenden Player der Branche. Also ließ es sich das neue Aushängeschild des Angebotes, David Pogue, der nach 13 langen Jahren die New York Times verließ und als Chefredakteur beim Online-Pionier anheuerte, nicht nehmen, einmal kräftig die Konkurrenz zu bashen.

Nächster Höhepunkt auf der Verbraucherelektronik-Messe CES: Yahoo-Chefin Marissa Mayer gab in Las Vegas den bisher wohl deutlichsten Ausblick, wie sie sich die Zukunft des Online-Pioniers nach einem Jahr der Zukäufe vorstellt. Mit zwei Worten: im digitalen Mediengeschäft.

Da war etwa der Launch von Yahoo News Digest, einer Briefing-App über das News-Geschehen, die aus dem Zukauf von Summly hervorgeht. Mayers Grunderneuerung von Yahoo geschieht jedoch vor allem über die Inhalte. Zwei neue Themenportale stellte die 38-Jährige in Hochlanz-Optik vor: Yahoo Food – und das viel beachtete neue Tech-Portal Yahoo Tech. Angeführt wird es von Mayers bislang wohl schillerndster Neuverpflichtung: dem früheren Starjournalisten des New York Times, David Pogue. 


Yahoo Tech: "Es geht um den Menschen"


Der 50-Jährige, der vor wenigen Monaten das Renommeeblatt nach 13 Jahren verlassen hatte, gesellte sich zu Mayer auf die Bühne, um den großen journalistischen Wurf zu verkünden: "Bei Yahoo Tech sprechen wir eine Sprache, die sich Englisch nennt", hob Pogue an, um dann die Ausrichtung klarzumachen: "Es geht um den Menschen."



In anderen Worten: Pogue erteilte dem nerdigen Tech-Journalismus, wie er von Fachportalen wie The Verge, Engadget, Gizmodo oder dem gerade gelaunchten AllThingsD-Nachfolger re/code angeblich gepflegt werde, eine Absage. Tatsächlich stutzte Pogue die Rivalen dann auch gleich im Wortspiel auf The Urge, Enbadger, Gizmoody oder over/load zurecht.



Yahoo Tech will den Bedürfnissen des "normalen" Lesers nachkommen   



Nach Pogues Einschätzung habe sich der dominierende Tech-Journalismus zu lange in Jargonismen und eitler Selbstbespiegelung verloren – und dabei das Wichtigste aus den Augen gelassen: die Bedürfnisse des "normalen" Lesers.  "Worte wie ‚Formfaktor‘ und ‚Funktionalität‘ werden Sie bei uns nicht finden", kündigt Pogue im gewohnt gutgemachten Einführungsvideo an.

„Ich bin nicht daran interessiert zu erfahren, welcher Prozessor sich in meinem Smartphone befindet. Ich möchte wissen, ob das Smartphone schnell ist“, erklärt Pogue die Ausrichtung von Yahoo Tech in seinem Eröffnungspost.   


Die große David Pogue-Show



Ein wesentlicher Bestandteil, der Pogue zum neben Walter Mossberg meist respektierten Gadget  Guru gemacht hat, sind natürlich begleitenden Handson-Videos zu den Produkttest. Selbstverstäbdlich lässt es sich Chef dann auch nicht nehmen, die beiden wohl wichtigsten Hardware-Produkte der vergangenen Monate selbst zu testen  – das iPad Air und den Mac Pro. Und das mit der charakteristisch ironischen Note. 



Man muss ihn mögen, den David Pogue – trotz der vier weiteren täglichen Kolumnisten ist Yahoo Tech! fraglos die One Man-Show eines der ehrgeizigsten und selbstbewusstesten Journalisten unserer Tage. Aber welches Tech-Portal (Business Insider mit Henry Blodget, Mashable mit Pete Cashmore, Pando Daily mit Sarah Lacy, re/code mit Walt Mossberg und Kara Swisher) ist das am Ende nicht?


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