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Twitter und Facebook: die Börsenstars 2013

Das Börsenjahr 2013 ist Geschichte. Für Besitzer von Internetaktien waren die vergangenen 12 Monate bislang die besten des neuen Jahrhunderts: Wie seit 1999 nicht mehr schossen die Notierungen der weltgrößten Online-Unternehmen kerzengerade in die Höhe. Selbst hoch kapitalisierte Platzhirsche wie Amazon und Google bescherten ihren Besitzern Renditen von mindestens 50 Prozent. Doch das Börsenjahr 2013 gehörte in allererster Linie den glamourösen Vorzeige-Unternehmen des Social Webs.

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Das Börsenjahr 2013 ist Geschichte. Für Besitzer von Internetaktien waren die vergangenen 12 Monate bislang die besten des neuen Jahrhunderts: Wie seit 1999 nicht mehr schossen die Notierungen der weltgrößten Online-Unternehmen kerzengerade in die Höhe. Selbst hoch kapitalisierte Platzhirsche wie Amazon und Google bescherten ihren Besitzern Renditen von mindestens 50 Prozent. Doch das Börsenjahr 2013 gehörte in allererster Linie den glamourösen Vorzeige-Unternehmen des Social Webs.  
Priceline + 88 %
Wenn es nach Kurssprüngen von über 50 Prozent nicht mal zu den Top 5 unter den hoch kapitalisierten Internet-Unternehmen reicht, wird schnell deutlich, was 2013 für ein Jahr für Internet-Unterehmen war: ein Rekord-Jahr, wie es Anleger seit 1999 nicht mehr gesehen haben. Die Technologiebörse Nasdaq legte in der Breite um enorme 38 Prozent zu – Amazon und Google gar um 55 bzw. 57 Prozent.
Doch mit den fünf größten Kursraketen des Jahres konnten Besitzer der wertvollsten Online-Konzerne der Welt ihren Einsatz fast verdoppeln. Das Online-Reisebüro Priceline etwa bescherte seinen Anteilseignern Kurszuwächse von erstaunlichen 88 Prozent und konnte seinen Börsenwert damit bereits auf 60 Milliarden Dollar emporschrauben – das ist mehr, als die Deutsche Bank, die Deutsche Post oder E.ON wert sind. 
Das Erfolgsgeheimnis von Priceline, hinter Google, Amazon, Facebook und eBay bereits der fünftwertvollste Internetkonzern der USA, bleibt auch 2013 das gleiche: Reisen zu buchen, ist eines der erfolgreichsten Geschäftsmodelle des Webs. Im jüngsten Quartal konnte der Internet-Pionier, zu dem u.a. die Buchungsseiten Booking.com und Agoda.com zählen, mehr als 830 Millionen Dollar einfahren. 
LinkedIn: + 90 %
Um zwei Prozent besser performte ein Dauergast auf den Bestenlisten unter US-Internetaktien: Der Social Media-Pionier LinkedIn, der im sich Mai 2011 als erstes Unternehmen aus dem Sektor an die Wall Street wagte, blieb auch 2013 ein Outperformer.  
Das erstaunliche Wachstum will einfach nicht abebben: Immer noch um fast 56 Prozent zogen die Erlöse des Online-Business-Netzwerks im jüngsten Quartal an. Konzernchef Jeff Weiner kann sich dabei sogar die kurzfristige Rückkehr in die Verlustzone erlauben – bei den jüngsten Geschäftszahlen fiel ein Minus von wieder 3 Millionen an. Doch die Wall Street vertraut Weiner wie seinem Namensvetter Jeff Bezos bei Amazon: solange das Wachstum stimmt, stimmen die Kurse.  
Yahoo: + 103 %
Eines der überraschendsten Comebacks gelang einem Internet-Pionier, den viele schon abgeschrieben hatten: Yahoo. Das spektakuläre Börsenfeuerwerk mit einem Plus von über 100 Prozent binnen 12 Monaten wird schlagzeilenträchtig immer wieder mit Marissa Mayer in Verbindung gebracht, die es versteht, sich medial in Szene zu setzen. Schwarz auf Weiß jedoch präsentiert Mayer in Quartalskonferenzen durchwachsene Konzernbilanzen, die – für sich betrachtet – Anleger kaum elektrisieren können. 
Weitaus spektakulärer ist allerdings, was Yahoo im hinteren Teil seiner Bilanz zu bieten hat: Die Geschäftsentwicklung der asiatischen Beteiligung Alibaba. Der chinesische E-Commerce-Gigant, der im ersten Halbjahr 2014 vermutlich selbst an die Börse strebt, ist der eigentliche Hebel in Yahoos Comebackstory.
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So verbuchte Alibaba zuletzt Umsatzsprünge von über 70 Prozent, während die Gewinne gar um über 200 Prozent explodierten. Das sind Dimensionen, die die hochfliegenden Erwartungen an den Börsengang nachvollziehbar erscheinen lassen: Auf einen Schlag überholt Alibaba bei den Gewinnen Facebook und Amazon. Da Yahoo weiter eine Beteiligung von 24 Prozent am aufstrebenden E-Commerce-Star Asiens besitzt, war die Yahoo-Aktie 2013 entsprechend gesucht. 
Facebook: + 105 %
Was für einen Unterschied ein Börsenjahr machen kann. 2012, das war ein Albtraum-Jahr für Facebook: Nach einem völlig missglückten Börsengang und enttäuschenden Quartalszahlen taumelte die Aktie des weltgrößten Social Networks von Allzeittief zu Allzeittief: 30 Dollar, 25 Dollar, 20 Dollar – keine Marke schien zu halten. Bis auf exakt 17,55 Dollar stürzte das weltgrößte Social Network, während Anlegermagazine wie Barron’s schon mit Kurszielen von 15 Dollar wedelten. 
12 Monate später hat die Facebook-Aktie die 50 Dollar-Marke genommen und Aktionären 2013 ei schier mirakulöses Kursplus von 105 Prozent beschert. Von 26 Dollar zu Jahresbeginn schossen die Anteilsscheine des weltgrößten sozialen Netzwerks bis zuletzt auf 55 Dollar empor! Seit den Allzeittiefs im Herbst 2012 konnten Anleger ihren Einsatz gar verdreifachen.
Treiber des Börsenbooms ist eine bemerkenswerte Wende in der Geschäftsentwicklung: Nachdem Facebook im Juni-Quartal nachweisen konnte, dass das Social Network seine enorme Reichweite im mobilen Internet auch monetarisieren kann, kannte die Begeisterung der Wall Street kein Halten mehr – und die Aktie auch nicht. Banken überboten sich in immer neuen Hochstufungen und Kurszielen, was den Anteilsscheinen weiteren Auftrieb verlieh.
Twitter: + 146 %
Unangefochtener Börsenstar unter den US-Internetwerten ist jedoch ausgerechnet der Gegenentwurf unter den Social Networks – Twitter. Der  140-Zeichendienst, der auf keinen Fall an der Wall Street so unter die Räder kommen wollte wie Rivale Facebook beim IPO 18 Monate zuvor, entwickelte sich schnell zu einer aggressiven Zukunftswette, wie man sie seit 1999 wohl nicht mehr bei Dot.coms gesehen hat.
"Ich möchte, dass mich meine Familie so sehr liebt wie die Börse Twitter", entgeisterte sich etwa Wall Street-Ikone James Cramer in seiner CNBC-Sendung „Mad Money“ vor laufender Kamera über Twitters Börsenetwicklung. „Es ist diese Art von grenzenloser Liebe, bei der man sich nie entschuldigen muss. Es ist wie im Billy Joel-Song: ‚Ich liebe Dich, so wie Du bist‘.  Twitter erlebt an der Wall Street gerade eine Liebe, auf die ich ziemlich neidisch bin – denn ich werde sie niemals bekommen.“ 
Die Liebesbeziehung erreichte fast wöchentlich neue Höhepunkte: Notierungen von zuletzt 64 Dollar leuchteten an der NYSE am Montag zum Jahresende auf  – vor drei Wochen waren es weniger als 40 Dollar gewesen. Dabei entsprach selbst dieses Kursniveau immer noch einem traumhaften Polster nach einem furiosen Börsenstart.
Zur Erinnerung: Nach drei Anhebungen des Ausgabekurses debütierte Twitter im November bei 26 Dollar an der Wall Street. Auch nach schnellen Kurszuwächsen von fast 100 Prozent zum Börsenstart hielt sich die Verkaufsbereitschaft von glücklichen Zeichnern in der Folge jedoch ziemlich in Grenzen – die Twitter-Aktie fing sich nach Rücksetzern immer wieder schnell und sprintete kurz vor dem Jahreswechsel sogar kurzfristig auf 75 Dollar. Zu diesem Zeitpunkt war Twitter bereits über 40 Milliarden Dollar wert – oder mehr als vier mal so viel wie die Deutsche Lufthansa.   
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