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„Dinner for One“: 7 witzige Party-Fakten

"Dinner for One"? Kennt jeder. Aber wissen Sie auch, wann und wo das Meisterwerk Uraufführung hatte und wie oft es weltweit schon ausgestrahlt wurde? Hier sind sieben Details, die man nicht wissen muss – mit denen Sie aber garantiert bei jeder Silvester-Party Eindruck schinden. Die Liste wurde zusammengestellt von Stefan Mayr, Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Autor des Sach- und Lachbuches "Dinner for One von A- Z". MEEDIA wünscht allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und alles Gute für 2014!

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1. Die Uraufführung des Theaterstückes ging am 11. März 1948 über die Bühne. Als Höhepunkt der Revue-Show "Four, Five, Six!" im Londoner Duke of York’s Theatre. Die Schauspieler hießen Binnie Hale und Bobby Howes. Freddie Frinton führte den Sketch in den 1950er und 1960er Jahren mit wechselnden Partnerinnen auf diversen Strand- und Varietebühnen in England auf.  Das Dinner wurde seine Lieblings-Nummer, deshalb kaufte er die Bühnenrechte an ihm. Der Sketch wurde 1954 auch im Imperial Theatre am New Yorker Boradway gezeigt – allerdings noch ohne Freddie Frinton. Er  trat später zusammen mit May Warden und seinem Tigerfell unter anderem im Tropicana Night Club in Las Vegas auf.
Vergessen Sie die Falschmeldung, dass Peter Frankenfeld den Sketch in Blackpool entdeckt hat. Vergessen Sie auch das Märchen, dass Schauspieler Freddie Frinton eine Abneigung gegen Deutschland hatte und deshalb nicht in der Bundesrepublik auftreten wollte. So stimmt die Geschichte: Als Frinton und seine Partnerin May Warden ihre Erfolgs-Nummer anno 1963 in der Live-Show "Guten Abend Peter Frankenfeld" aufführten, waren sie zuvor schon in Deutschland aufgetreten. Zum Beispiel 1961 in der Show "Bitte lassen Sie sich unterhalten" mit Evelyn Künneke. Regisseur war damals Heinz Dunkhase, der zwei Jahre später auch bei der Frankenfeld-Show mitmischte. 1963 wurde also nur eine alte Klamotte aus dem Schrank geholt. Was man Frankenfeld immerhin zu Gute halten kann: Weil Live-Sendungen damals noch nicht aufgezeichnet werden konnten, entschied er, Frinton und Warden nochmals auf Band zu bannen. Diese Aufnahme entstand vom 30. April bis 4. Mai 1963 – und ist jener Film, der heute in allen dritten Programmen gezeigt wird.
2. Den deutschen Quotenrekord gab es 2004: 13,97 Millionen Zuschauer sahen damals den Stolperschwank. 2012 waren es immerhin 12,19 Millionen. Lachforscher Rainer Stollmann von der Universität Bremen behauptet allerdings, dem Dinner werden bald die Zuschauer wegsterben. "Ich glaube, der Sketch verschwindet bald", sagte er dem Handelsblatt. Steile These, aber den Sender möchten wir sehen, der es als erstes wagt, den Sketch aus dem Programm zu nehmen. Auch an diesem Silvester sind alle neun dritten Programme wieder dabei – teilweise sogar mehrmals.
3. Ganz neu im Programm ist heuer: "Dinner op Kölsch" mit Ralf Schmitz und Annette Frier. (WDR, 18.25 Uhr) Dat Janze spielt im Jahr 2064 und die toten Gäste am Tisch sind Dirk Bach, Alfred Biolek, Rainer Calmund und Hans Süper. Kölle Allaaf!
4. Gelungener PR-Gag: Die Allianz-Versicherung hat mal kurz ausgerechnet, wie hoch der Schaden ist, den der besoffene Butler im Laufe des Abends anrichtet. Das Ergebnis: 2120 Euro. Für Teppich-Reinigung, Ersatz des zerdepperten Geschirrs und Restauration des Tigerfells. Wer das zahlen müsste? Miss Sophie persönlich, denn James ist bei ihr angestellt. Die Versicherer nennen das "Eigenschäden". Wenn James aber selbständig wäre oder für einen Caterer arbeiten würde, könnte eine "Betriebshaftpflicht" greifen.  
5. 1988 tauchte das Dinner for One erstmals im Guinness-Buch der Rekorde auf: Als meistgezeigte TV-Produktion der Welt. Bislang sind weltweit mehr als 600 nachweisbar. Allein in Deutschland schlug James bis heute 354 Mal auf dem Gong. An Neujahr 2014 wird er diese Marke auf 369 geschraubt haben. Die Top Ten der weiteren Dinner-Nationen:

2.  Schweiz (44),
3. Schweden (38),
4. Norwegen (35),
5. Dänemark (34),
6. Österreich (29),
7. Finnland (27),
8. Tschechien (8),
9. Australien (6),
10. Südafrika (5).
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In Großbritannien, der Heimat des Ulk-Duos,  wurde der Sketch bislang null mal gezeigt.
6. Über die Bildschirme der ganzen Welt schwirren zwei verschiedene Versionen. Jene vom NDR – und eine zwei Monate ältere vom Schweizer Fernsehen SF DRS. Diese nahmen Freddie Frinton und May Warden in Zürich auf, aber sie ist ganz anders inszeniert. Im direkten Vergleich stinken die Schweizer ziemlich ab: Keine Anmoderation, keine Tischdecke, kein "Must I, Miss Sophie?", kein "I now declare this bazaar opened." Stattdessen verspricht sich Miss Sophie einmal sogar: "Mister Wonder…Winterbottom." Unglaublich, aber wahr: Auf diese lieblose Version schwören die Schweden und Norweger, bei denen der Sketch ebenfalls alljährlich läuft.
7. Jeder dritte Bundesbürger (37,5 Prozent) ab 14 Jahren will an Silvester nicht auf das Schwarz-Weiß-Vier-Gänge-Menü verzichten. Bei den Rentnern ab 60 Jahren liegt die Quote sogar bei 49,8 Prozent. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Apothekenmagazin Senioren Ratgeber unter mehr als 2000 Deutschen. 

Der Autor Stefan Mayr ist Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Er hat das Lexikon "Dinner for One von A bis Z" geschrieben, das just in einer Neuauflage bei Eichborn erschienen ist. Er ist außerdem Autor des Fußball-Buches "Grätscher, Terrier, Wasserträger".

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